Integration

Basketball-Projekt mit Flüchtlingen am Olper Stadion

Der TV Olpe, der Kreissportbund und das "Regenbogenland" bieten ein Streetbasketball-Turnier mit Flüchtlingen und Olpern am Kreuzbergstadion an.

Der TV Olpe, der Kreissportbund und das "Regenbogenland" bieten ein Streetbasketball-Turnier mit Flüchtlingen und Olpern am Kreuzbergstadion an.

Foto: Flemming Krause / WP

Olpe.  Kreissportbund, TV Olpe und das „Regenbogenland“ veranstalten am Mittwoch ein Turnier mit Flüchtlingen. Der Spaß steht im Vordergrund.

Bilal Atli (23) steht mit einem verschmitzten Lächeln am Rand des kleinen Basketball-Feldes am Kreuzbergstadion in Olpe. Er steht einfach nur da und beobachtet. Er wirkt zufrieden. Und glücklich. Denn in diesem Moment dreht sich alles um seine große Leidenschaft, um den Basketball-Sport. Zehn Wochen lang hat der junge Mann, der vor drei Jahren aus Syrien geflohen ist, mit Flüchtlingen aus dem Olper „Regenbogenland“, einer Zentralen Unterbringungseinheit des Landes NRW, trainiert. Einmal die Woche für eine Stunde.

Einen besseren Trainer hätten die Männer wohl kaum bekommen können, denn Atli ist ehemaliger Nationalspieler seines Landes. Heute spielt er beim TV Olpe. Und ist natürlich ein Leistungsträger.

Aus dem Alltag herausholen

Doch um Leistung geht es bei diesem Integrationsprojekt, dieser Basketball-AG für Flüchtlinge, nur zweitrangig. „Wir wollen die Flüchtlinge ein Stück weit aus ihrem Alltag holen. Wir wollen versuchen, sie über den Sport zu integrieren. Die Sprache des Sports versteht jeder“, erklärt Maria Hebbeker vom Kreissportbund.

Sie ergänzt: „Über den Sport lernen sie Strukturen und das Vereinswesen kennen und damit auch unser demokratisches System.“ Quasi als Abschluss der Basketball-AG findet am Mittwoch Nachmittag ein Streetbasketball-Turnier mit den Flüchtlingen sowie Spielern des TV Olpe aus allen verschiedenen Altersgruppen oberhalb des Kreuzbergstadions statt. Organisiert vom TV, dem Kreissportbund und dem „Regenbogenland“. „Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht“, sagt Atli und berichtet von den Trainingseinheiten, in denen es vor allem um Passspiel, Dribbling und Korbleger ging.

Streetbasketball-Turnier mit Flüchtlingen

Am Mittwoch können die Flüchtlinge beweisen, was sie in den vergangenen Wochen gelernt haben. Mittendrin ist auch Daniel Baethcke, Trainer diverser Mannschaften des TV Olpe. Er kümmert sich um den Ablauf des Turniers. Und er ist überglücklich, dass die Jungs und Mädels gemeinsam so viel Spaß haben. „Der Charakter des Streetbasketballs zeichnet sich dadurch aus, dass ohne Schiedsrichter gespielt wird. Es geht hier um Respekt und das faire Miteinander. Dafür ist dieses Projekt super gemacht“, betont Baethcke, während er das nächste Spiel freigibt. Am Rand des Feldes tummelt sich währenddessen die lokale Prominenz. Olpes Bürgermeister Peter Weber ist gekommen und auch Jochen Ritter, MdL, stattet dem Turnier einen kurzen Besuch ab.

Staatssekretärin zu Gast

Mitgebracht hat er Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW. „Schönes Wetter, gut gelaunte Menschen – was will ich mehr. Solche Termine sind doch die schönsten“, berichtet die Staatssekretärin und ergänzt: „Am liebsten habe ich es, wenn Sport gemacht wird, und ich bin mittendrin. Das ist ein wirklich tolles Projekt.“ An diesem Mittwoch Nachmittag gibt es nur strahlende Gesichter. Zu ihnen gehört auch Philipp Küper, Dezernent der Bezirksregierung, die im Auftrag des Landes für das „Regenbogenland“ verantwortlich ist. „Der integrative Hintergrund ist natürlich der wichtigste. Das Projekt schafft Verständnis. Sport verbindet und in einer Mannschaft ist jeder gleich.“

Am wichtigsten ist für Maria Hebbeker vom Kreissportbund jedoch, dass es sich bei der Basketball-AG um ein nachhaltiges Projekt handelt. Denn die Flüchtlinge, die das Basketballspielen für sich entdeckt haben, dürfen beim TV Olpe am Trainingsbetrieb teilnehmen. Trainiert werden sie natürlich von „ihrem“ Trainer. Von Bilal Atli.

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