Jedermannlauf

Batman läuft Marathon im Finnentroper Fledermaustunnel

Frank Pachura posiert im Batman-Kostüm vor dem Fledermaustunnel.

Frank Pachura posiert im Batman-Kostüm vor dem Fledermaustunnel.

Foto: Kerstin Greb

Finnentrop.  Frank Pachura veranstaltet am 19. Oktober den etwas anderen Marathon in Finnentrop. Mit seinem Kostüm hat er bereits Eigenwerbung betrieben.

An Kreativität und Einfallsreichtum mangelt es Frank Pachura keineswegs. Der passionierte Marathon-Läufer aus Welver spult nicht nur Kilometer um Kilometer ab, er tut dies auch an Orten, wo Passanten vor lauter Staunen wohl die Luft wegbliebe. Wie etwa im kommenden Herbst im Fledermaustunnel in Finnentrop.

Aber nicht nur da: Vor gut drei Jahren entschloss sich der 55-Jährige beispielsweise dazu, auf der Kuppe des Dortmunder Fernsehturms unglaubliche 1300 Minirunden zu drehen. Was gut 42 Kilometern entsprachen. Ein anderes Mal zog sich der Hochbautechniker eine „Age Suit“ an, also eine Gewichtsweste sowie Arm- und Beinmanschetten, und lief damit in einem Welveraner Fußballstadion den Marathon. Die Wüste Namibias, ein Mais-Labyrinth in Soest, eine Motocross-Strecke in Werl, ein Reiterauslauf in Hamm: an all diesen Orten hinterließ der gebürtige Dortmunder bereits seine Fußabdrücke.

Elfte Ausgabe

Vor diesem Hintergrund erscheint es irgendwie logisch, dass auch der Fledermaustunnel in Finnentrop das Interesse des 55-Jährigen geweckt hat. Am 19. Oktober, einem Samstag, veranstaltet Pachura, mit Unterstützung der Gemeinde Finnentrop, deshalb genau dort einen Marathon. Es wird die elfte Ausgabe von „Lidoma“ sein, einem von Pachura initiierten Jedermannlauf. „Lidoma“ steht für „Laufen in Dortmund Marathon“ und ist gleichzeitig ein Laufsportportal, das der Ruhrpottler betreibt.

Rund 700 Meter Länge misst der Fledermaustunnel in Finnentrop. 30, vielleicht 31 Mal werden die etwa 80 bis 90 Teilnehmer hin- und herlaufen und dabei zumindest vor den beiden Eingängen ein paar Meter unter freiem Himmel unterwegs sein. Bevor sie wieder im Tunnel verschwinden. Und später am Abend somit auch in die Dunkelheit, denn dann werden die Lampen in Inneren des Tunnels ausgeschaltet, damit die nachtaktiven Fledermäuse nicht gestört werden.

Einzigartige Atmosphäre

„Für uns heißt das, dass wir alle mit Stirnlampen laufen werden“, erklärt Pachura, der mit der Dunkelheit zu späterer Stunde im Fledermaustunnel bereits Bekanntschaft gemacht hat. Er weiß: „Dann erkennt man seine Hand vor den Augen nicht mehr.“ Doch genau diese einzigartige Atmosphäre macht für den Marathon-Läufer die Faszination seines Sportes aus. „Das ist doch total spannend, mit Fledermäusen zusammen einen Marathon zu laufen, auch wenn du irgendwann das Gefühl dafür verlierst, in welcher Runde du gerade bist“, erklärt der Welveraner, der mehr als 200 dieser Läufe bereits in seiner Vita stehen hat. Nebenbei läuft Pachura nicht nur Marathons, sondern gerne auch mal einen „Ultra“, wie beispielsweise vergangenes Jahr Pfingsten, als er den Ruhrtal-Radweg von Winterberg bis nach Duisburg lief. 230 Kilometer. In 37,5 Stunden.

Eigene Laufgemeinde

Auf den Fledermaustunnel, berichtet der gebürtige Dortmunder im Gespräch mit dieser Redaktion, sei er durch einen Mitstreiter aus seiner Laufgemeinde gestoßen, in der Pachura seit 2001 aktiv ist. In dieser Gruppe tummeln sich die verschiedensten Läufer, die Pachura mit der Zeit kennengelernt hat und die allesamt möglichst besondere Marathons laufen wollen. Und keine horrenden Startgebühren zahlen oder große Reisekosten auf sich nehmen wollen.

Zu genau diesen Vorstellungen passt das Event im Fledermaustunnel wie die bekannte Faust aufs Auge. „Das wird eine tolle Veranstaltung, die wir gerne unterstützen“, war Ludwig Rasche, 1. Beigeordneter der Gemeinde Finnentrop, dem Eigentümer des Tunnels, sofort Feuer und Flamme. Schon vor Monaten habe er daher Frank Pachura grünes Licht gegeben. Rasche: „Das hat natürlich auch einen wunderbaren Mehrwert für uns, weil dadurch der Fledermaustunnel noch bekannter wird.“

Seit 18 Jahren dabei

Doch selbst diesen Part hat der Mann aus dem Kreis Soest ein Stück weit selbst übernommen, indem er sich von seiner Lebenspartnerin Kerstin Greb bereits im Spätsommer 2018 in einem Batman-Kostüm vor dem Fledermaustunnel ablichten ließ. Zur Verwunderung der zahlreichen Radfahrer und Fußgänger. Aber auch das gehört zu Frank Pachura. Er dreht kleine Videos, von seinen Läufen, aber genauso von seinen Vorbereitungen und eben an den Orten, an denen er noch laufen will. Batman und die Fledermäuse, das passt bekanntlich zusammen.

Seine Liebe zum Marathon entdeckte Pachura vor etwa 18 Jahren. „Bis dahin habe ich Judo gemacht, doch irgendwann streikte mein Rücken“, berichtet er. Ein Arbeitskollege habe ihn dann auf den Marathon-Trip gebracht. Spätestens beim Silvesterlauf von Werl nach Soest am 31. Dezember 2000 habe er endgültig Blut geleckt. Im Oktober 2001 lief er dann auch in Köln seinen ersten Marathon. Die Faszination war ausgebrochen. Und sie ist bis heute ungebrochen. Davon werden sich auch die Fledermäuse ein Bild machen können.

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