Parksünder

Bei Dornseifer zu lange geparkt? Sensoren schlagen Alarm

Wer länger als 80 Minuten auf dem Dornseifer-Parkplatz steht, wird bestraft. Dafür sorgen digitale Bodensensoren.

Wer länger als 80 Minuten auf dem Dornseifer-Parkplatz steht, wird bestraft. Dafür sorgen digitale Bodensensoren.

Foto: Dominik Brendel / WP

Olpe.  Dornseifer setzt in Olpe auf Bodensensoren als Parkwächter. Parksündern drohen satte Knöllchen von 30 Euro und mehr. Was Kunden beachten sollten.

Die Wendener Lebensmittel-Einzelhandelskette Dornseifer ist Dauerparker leid. Auf dem Parkplatz ihrer Filiale in Olpe (In der Trift 6) hat die Firma Bodensensoren installiert, die die Parkzeit der Kunden auf die Sekunde genau messen können. Wer hier länger als 80 Minuten steht, muss mit einer Vertragsstrafe von mindestens 30 Euro rechnen. Das gilt auch für die Kunden des Drogeriemarktes dm, der sich auf dem Grundstück nur wenige Meter neben Dornseifer befindet.


Wie funktionieren die Sensoren?
Um das Dauerparker-Problem zu lösen, hat Dornseifer die Stuttgarter Firma „Park&Control“ beauftragt. Diese setzt auf digitale Bodensensoren, die die Form und Größe einer Pommesschale haben und in der Mitte des Stellplatzes installiert werden. Die Sensoren registrieren auf die Sekunde genau, wann ein Auto auf einen Parkplatz fährt und wann es ihn wieder verlässt – per Magnetstreifen. Wird die Parkzeit von 80 Minuten überschritten, wird ein Mitarbeiter von „Park&Control“ per App über das Vergehen informiert, rückt an und schreibt das Knöllchen.



Wie hoch sind die Strafen?
Wer die Höchstparkdauer überschreitet, muss 30 Euro zahlen. Innerhalb von zehn Tagen muss der Betrag auf das Konto von Park&Control überwiesen werden, sonst drohen Mahngebühren. Die Firma Park&Control bestraft auch Falschparker. Sollte ein Kunde zum Beispiel im Halteverbot stehen oder gleich mehrere Parkplätze belegen, werden zehn Euro fällig. Empfindlich fällt die Höchststrafe aus: Laut Allgemeiner Geschäftsbedingungen muss man bis zu 500 Euro zahlen, wenn man gegen mehrere Vorschriften gleichzeitig verstößt.


Was sagen Dornseifer und dm?
Die Parksensoren habe man zum Wohle des Kunden eingeführt, erklärte eine Dornseifer-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. „Dauerparker sind seit Jahren ein Problem. Unsere Filiale ist sehr zentral gelegen, das Berufskolleg ist nicht weit weg.“ Zwischenzeitlich habe der Lebensmittel-Händler auf Parkscheiben gesetzt, doch dies sei keine gute Lösung gewesen. „Mit der Parkscheibe verärgert man Kunden nur. Die Sensoren sind kundenfreundlich“, sagt die Sprecherin.

Stephan Welinow, dm-Gebietsleiter, pflichtet bei: „In der Vergangenheit mussten Kunden daran denken, eine Parkscheibe gut sichtbar in das Fenster des Autos legen. Dies entfällt nun.“ Die Olper Dornseifer-Filiale ist übrigens bislang die einzige des Wendener Unternehmens, deren Parkplatz mit den Bodensensoren ausgestattet wurde. Discounter wie Aldi oder Lidl setzen seit Jahren vor allem im Ruhrgebiet auf die innovative Technik.


Was sagen die Kunden?
Mechthild Hohleweg ist Stammkundin bei Dornseifer, auch Großeinkäufe erledigt sie hier. „Ich hatte noch keine Probleme mit der neuen Regelung. 80 Minuten sind genug Zeit, um einen Einkauf zu erledigen“, findet die ältere Dame. Auch Michael Henes, Vater einer vierköpfigen Familie, ist noch nicht in zeitliche Bedrängnis gekommen. „Bei einer Stunde könnte es vielleicht mal eng werden, aber in 80 Minuten sollte es wirklich jeder schaffen.“


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