Gastronomie

Restaurant Berissima: Dicke Luft zwischen Wirt und Verpächter

In den letzten Jahren war das Schulten Haus Attendorn eine Erfolgsgeschichte. Jetzt knirscht es zwischen den Eigentümern und dem Pächter.

In den letzten Jahren war das Schulten Haus Attendorn eine Erfolgsgeschichte. Jetzt knirscht es zwischen den Eigentümern und dem Pächter.

Foto: Jana Wehmann

Attendorn.   Im Schulten Haus in Attendorn hängt der Haussegen schief. Ein Streit zwischen Pächter und Verpächter ist eskaliert. Trotz der Erfolgsgeschichte.

Bujar Berisha, der gemeinsam mit seiner Frau Mentore das Schulten Haus (Berissima) führt, klingt sehr entschlossen, wenn er sagt: „Die Leute sollen sich keine Sorgen machen. Das geht hier ganz normal weiter. Wir werden das Schulten Haus nicht kampflos aufgeben, dafür haben wir viel zu viel Energie hineingesteckt.“

Bujar Berisha ärgern die Gerüchte. Das Zerwürfnis zwischen ihm als Pächter und Klaus Rameil als Sprecher der Eigentümer sorgt für Gesprächsstoff. Beide Seiten bestätigen, dass es geknallt hat zwischen ihnen, dass die Eigentümer eine Kündigung ausgesprochen haben, die Bujar Berisha aber nicht akzeptiert. Beide Seiten bestätigen aber auch, dass sie gesprächsbereit sind, dass es nicht zwangsläufig Anwälte und Gerichte sein müssen, die das letzte Wort haben. Was ist passiert?

Unterschiedliche Schilderungen

Wie nicht anders zu erwarten, weichen die Schilderungen voneinander ab. Im Brennpunkt ein Feuermelder, der über einem Pizzaofen hängt und in der Vergangenheit mehrfach zu Fehlalarmen geführt hat. Das ging der Attendorner Feuerwehr, vorsichtig formuliert, ziemlich auf die Nerven.

Nach Aussage von Klaus Rameil hat Bujar Berisha diesen Feuermelder stillgelegt: „Das geht nicht. Wenn es wirklich brennt und nicht nur dieses Haus in Flammen steht, sondern vielleicht auch Nachbarhäuser abbrennen, stehen wir als Eigentümer in der Verantwortung. Ich möchte gar nicht wissen, was die Versicherung uns erzählen würde.“ Durch die Manipulation sei das Vertrauenverhältnis zerstört: „Und wenn ich einem Pächter nicht mehr vertraue, kann ich nicht mehr an ihn vermieten.“

Bujar Berisha bestreitet die Manipulation und signalisiert Entgegenkommen: „Ich bin bereit, den Feuermelder verlegen zu lassen und die Kosten zu übernehmen, aber dafür brauche ich die Zusicherung, dass ich weitermachen kann, aber die bekomme ich nicht.“ Aus seiner Sicht ist die so außergewöhnlich erfolgreiche Zusammenarbeit von Anfang an belastet gewesen. Es gab Streit um einen defekten Ofen, um die Heizung, um defekte Wasserpumpen im Keller und den undichten Wintergarten. Alles Dinge, die Klaus Rameil als Ursache für ein Zerwürfnis nicht gelten lassen will: „Wir waren immer bereit, auf solche Klagen zu reagieren.“

Trotz allem Interesse an Zusammenarbeit

Reagieren ja, aber wie: Besonders geärgert hat Bujar Berisha der Vorwurf, ein Induktionsherd sei beschädigt worden, weil falsche Pfannen benutzt worden seien: „Das ist Unsinn. Wir haben das vom Hersteller untersuchen lassen. Und außerdem, es gibt zwei Herde, der andere funktioniert einwandfrei. Dort benutzen wir die gleichen Pfannen.“

Für Bujar Berisha waren die vielen Streitpunkte Anlass, die Miete zu kürzen, nach Aussage von Klaus Rameil bis auf Null: „Der zahlt überhaupt keine Mieter mehr. Auch das wäre ein Kündigungsgrund.“

Trotz des teils harschen Tons scheinen beide Seiten immer noch Interesse an einer Zusammenarbeit zu haben, denn der Erfolg des Berissima hat alle überrascht. Jahrelang haben sich Pächter am Schulten Haus versucht und sind gescheitert. Bujar und Mentore Berisha sind die ersten, die eine Erfolgsgeschichte daraus gemacht haben.

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