Sommerbilanz

Besucherrekorde im Kreis Olpe schon zur Halbzeit

Die Atta-Höhle in Attendorn

Foto: Attendorner Tropfsteinhöhle

Die Atta-Höhle in Attendorn

Kreis Olpe.   Beliebte Ziele dieses heißen Sommers: Höhlen, Bäder, Schifffahrten und Eisdielen erleben das beste Jahr seit langer Zeit.

Zur Halbzeit der Ferien hat der Supersommer 2018 eine kleine Pause eingelegt. Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Redaktion hat sich im Kreis umgehört.

Die Atta-Höhle

„Wir können nicht klagen“, sagt Wolfgang Böhmer, Geschäftsführer der Atta-Höhle und damit Wächter des kühlsten Ortes im Kreis Olpe. Konstante neun Grad geben Besuchern der Tropfsteinhöhe Gelegenheit, die Hitze aus den Knochen zu kriegen.

Auch wenn’s auf den ersten Blick wunderlich klingt: Hitze ist nicht gut fürs Höhlen-Geschäft: „Das sind eigentlich unsere schlechtesten Wochen“, sagt Böhmer, „denn die Leute müsse ja erstmal hier her kommen. Und davor scheuen sie sich, wenn es so heiß ist. Die Regel galt bisher, in diesem Jahr ist alles anders. Die Besucher nehmen für eine coole 45-Minuten-Führung auch eine verschwitzte Anreise in Kauf.“

Noch nicht rumgesprochen hat sich eine Alternative zur Höhlen-Führung: Es besteht die Möglichkeit, in einem Relax-Raum etwas Pause zu machen. Eigentlich gedacht für Besucher, die Probleme mit ihren Atemwegen haben. Aber auch Hitze-Geschädigte sind willkommen.

Die Badestellen

Otto Hoffmann, Vorsitzender des Vereins Naturbad Veischedetal, ist mehr als zufrieden. „In den letzten fünf Jahren haben wir nicht mal die Hälfte der Besucherzahlen erreicht, die wir in diesem Sommer jetzt schon haben“, sagt Hoffmann und betont, dass es aber noch genügend Platz auf der Liegewiese gäbe. Er ergänzt: „Das ist der beste Sommer seit 2003 für uns.“

Ein ähnlich gutes Bild zeichnet sich im Strandbad Sonderner Kopf ab: „Wenn das bis Ende August so weiter geht, haben wir den dreifachen Umsatz von 2017“, berichtet Dietmar Harsveldt, Eigentümer und Geschäftsführer des Campingplatzes Vier Jahreszeiten. Doch die Hitze bringt auch Nachteile mit sich. Der Wasserstand der Bigge ist derzeit acht Meter unter Vollstau. Die Badeinsel liegt wegen des niedrigen Wasserstands schon auf.

Manfred Lück vom Förderverein Naturerlebnisbad Saalhausen ist ebenfalls zufrieden. „Die letzten Wochen waren gut besucht“, sagt er. „Besser als vergangenes Jahr. Das einzige, was uns schon mal ausgegangen ist, ist das Eis. Es haben ja schließlich alle Bäder Hochkonjunktur..“

Eine durchweg positive Bilanz zieht auch Klaus Spille, Betriebsleiter des Freizeitbades in Olpe. In diesem Sommer seien die Besucherzahlen des Freizeitbades um etwa 40 Prozent gestiegen. Spille spricht von etwa 1000 bis 1200 Badegästen pro Tag, die sowohl das Hallen- als auch das Freibad nutzen. „Im Vergleich zum letzten Sommer ist dieser wirklich sehr gut“, sagt er.

Die Personenschifffahrt

Mehr als zufrieden ist auch Wolfgang Keseberg, Geschäftsführer der Personenschifffahrt Biggesee, mit der ersten Ferienhälfte. Er betont: „Normalerweise haben wir zu dieser Zeit ein absolutes Sommerloch. Nur dieses Jahr nicht. Der Betrieb ist bei uns voll weitergegangen.“

Eine wirkliche Erklärung habe er dafür nicht. Sicherlich würde sein Unternehmen davon profitieren, dass die Campingplätze in der Umgebung voll seien. Und auch das extrem gute Wetter sei nicht schädlich gewesen. Wenngleich Keseberg einschränkt: „Eigentlich liegen die Leute bei solch heißem Wetter lieber am Wasser, als eine Fahrt auf der Bigge zu machen.“

Die Eisdielen

Die Eisdielen schätzen diesen Sommer als einen deutlich besseren ein als die der letzten Jahre. „Durch die Ferien und das gute Wetter ist der Eisverkauf deutlich angestiegen“, bemerkt Bianka Harnischmacher, Mitinhaberin von „Harnischmachers Milchbar“ in Attendorn, und bezeichnet die Saison sogar als „Supersommer“. Die 46-Jährige betont, dass seit April die Kundschaft stetig steigt und dies aus so bleiben werde.

Viele Urlauber sind Fulvio Pampanin, Inhaber des Olper Eiscafés Bortolot, aufgefallen. „Es ist richtig viel los. Sehr sehr viele Touristen“. Dabei lassen sich nicht nur Holländer sein Eis schmecken, sondern auch viele deutsche Touristen. „Besonders Familien mit Kindern kommen hierher“, betont Pampanin.

Auf die Frage, ob er in der zweiten Hälfte der Sommerferien mit ähnlich viel Kundschaft rechnet, reagiert er optimistisch. „Natürlich kommt es immer aufs Wetter an. Aber so einen super guten Sommer hab ich hier in Olpe, in Deutschland, noch nicht erlebt!“ Einen ähnlichen Eindruck hat auch Michael Demetrio, Inhaber der Drolshagener Eisdiele San Remo: „Es ist dieses Jahr viel besser als die letzten Jahre. Die Leute sind durch das gute Wetter oft hier und manche sind gar nicht erst in den Urlaub gefahren. Das merkt man schon“.

Die Ferienangebote

In den Ferien suchen Kinder und Jugendliche Möglichkeiten, Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen. Oft sind die örtlichen Freizeit- und Ferienangebote die Lösung. Wie wurden die Angebote bei diesen hochsommerlichen Temperaturen angenommen?

Durch die Hitze nimmt Michaela Vierbücher, Leiterin der KoT Drolshagen, eine wechselnde Teilnahme wahr: „Viele Kinder, die normalerweise regelmäßig kommen, sind momentan nicht da. Das liegt zum einen daran, dass mehr Familien im Urlaub sind, zum anderen daran, dass viele Eltern ihre Kinder bei der Hitze zu Hause lassen.“

Nicht nur in Drolshagen schwankt die Teilnehmerzahl, sondern auch in Lennestadt. „Es gab vereinzelte Abmeldungen bei Tagesveranstaltungen. Die Eltern der Kinder meinten, es sei zu heiß“, erklärt Petra Peschke-Göbel vom Fachbereich Schulen und Soziales der Stadt Lennestadt.

Dennoch fanden alle Veranstaltungen statt: „Wir hatten keine Ausfälle aufgrund der Hitze. Bisher hat das immer alles gut geklappt“, sagt Peschke-Göbel. Zudem seien alle Angebote fast ausgebucht.

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