Wohnfläche

Bezirksregierung Arnsberg: Olpe hat zu viele Wohnbauflächen

Luftbild vom Marktplatz Olpe und neugotische, katholische St.-Martinus-Kirche in Olpe katholische Pfarrkirche in Olpe im Sauerland im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Luftbild vom Marktplatz Olpe und neugotische, katholische St.-Martinus-Kirche in Olpe katholische Pfarrkirche in Olpe im Sauerland im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Olpe.  Laut der Bezirksregierung Arnsberg hat die Stadt Olpe einen Wohnbauflächenüberhang. Unverständnis in der Verwaltung.

Die Lindenhardt hat die Stadt Olpe in den vergangenen Jahren schon etliche Male beschäftigt. Nun steht eine weitere Änderung des Bebauungsplanes an, die in der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses vorgestellt wurde. Statt vier Wohngebäude sollen dort nun drei entstehen. Dass für die südliche Erweiterung des Plangebietes an anderer Stelle eine Wohnbaufläche aufgeben werden muss, sorgte bei den Ausschussmitgliedern für Unverständnis.

Großzügige Gartenfläche

Seit Anfang der 60er-Jahre war das Grundstück mit einem Wohnhaus bebaut. Anfang 2019 wurde es abgerissen. Dort sollen nun zwei Mehrfamilienhäuser und ein größeres Einfamilienhaus entstehen. Das Plangebiet liegt südöstlich der Bebauung „Lindenhardt“ und grenzt an ein Waldgebiet. Insgesamt hat es eine Größe von ungefähr 1,62 Hektar.

Die Änderung des Bebauungsplanes sieht vor, die Wohnbaufläche in Richtung Süden zu verschieben und zu erweitern, um so eine großzügige Gartenfläche zu schaffen. Jedoch liegt die Fläche dadurch um rund 1400 Quadratmeter außerhalb des Flächennutzungsplanes. Die Stadt Olpe hat daher seitens der Bezirksregierung Arnsberg die Auflage bekommen, an anderer Stelle eine Fläche als Ausgleich aufzugeben. „Nach der Berechnung der Bezirksregierung haben wir einen Wohnbauflächenüberhang, den ich persönlich nicht nachvollziehen kann“, sagte Winfried Quast vom Bauordnungs- und Planungsamt der Stadt Olpe in der jüngsten Bauausschusssitzung.

Auch Baudezernentin Judith Feldner betonte, dass es entgegen der Berechnungen der Bezirksregierung tatsächlich zu wenige Wohnbauflächen in der Stadt Olpe gäbe. Viele der im aktuellen Flächennutzungsplan noch als Wohnbauflächen dargestellte Flächen seien als solche einfach nicht nutzbar.

Dazu gehörten unter anderem Straßenböschungen oder innerstädtische Grünzüge. Daher gebe es derzeit eine rechnerische Diskrepanz zwischen der Stadt Olpe und der Bezirksregierung Arnsberg.

Termin mit der Bezirksregierung

Diese Diskrepanz gilt es nun zu überwinden, der Flächennutzungsplan muss überarbeitet werden. Laut Judith Feldner wurden schon einige Flächen identifiziert, die aufgegeben werden könnten, um so auf einen Nenner zu kommen, was den tatsächlichen Wohnflächenbedarf in der Stadt Olpe betrifft. Unter anderem eine Fläche auf der Hohen Rhonard.

Im Zuge der Neuaufstellung des übergeordneten Regionalplanes steht nun Ende November ein Gespräch zwischen der Stadt Olpe und der Bezirksregierung an. „Mich stört es, dass die Bezirksregierung alle Städte und Gemeinden im Regierungsbezirk Arnsberg über einen Kamm schert“, so Judith Feldner. „So kommen wir nicht weiter. Ich finde, man kann nicht alle Kommunen gleich behandeln. Wir werden nochmal bei der Bezirksregierung darlegen, dass wir nicht mit Drolshagen, Attendorn oder Wenden zu vergleichen sind. Olpe hat eine ganz andere Zentralität und wir haben dementsprechend auch einen ganz anderen Bedarf an Wohnbauflächen, das sieht man ja daran, wie lang unsere Wartelisten sind.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben