Vandalismus

„Birkenallee“ ist zum zweiten Mal in Gefahr

Im Dezember 2013 prangt „Birkentöter" in roter Farbe am Kirchhundemer Rathaus. Dieter Mennekes hat sich zu der Tat bekannt.

Foto: Riedel

Im Dezember 2013 prangt „Birkentöter" in roter Farbe am Kirchhundemer Rathaus. Dieter Mennekes hat sich zu der Tat bekannt. Foto: Riedel

Würdinghausen.   Vandalen haben es auf die neue Baumreihe in Würdinghausen abgesehen. Viele Halterungen wurden mit Gewalt zerstört.

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Es ist wieder mal ein Beispiel für sinnlosen Vandalismus – diesmal an prominenter Stelle. Vor vier Jahren fiel die sogenannte „Birkenallee“ bei Würdinghausen der Motorsäge zum Opfer, jetzt scheinen Vandalen die neu gepflanzte Baumreihee nach und nach zerstören zu wollen. Die Würdinghauser Dorfgemeinschaft und die Sponsoren der Aufpflanzung wollen dies nicht ohne Widerstand hinnehmen und haben jetzt 500 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Noch stehen die meisten der etwa 100 Bäume, aber bei mindestens ein Dutzend der jungen Birken wurden die Haltepfähle und die Halterungen aus Gummi mutwillig und gewaltsam zerstört. „Die Bäume werden so nicht den Winter überleben“, sagt Annelie Röttgers aus Würdinghausen. Ohne die Halterungen haben Wind und Sturm leichtes Spiel mit den jungen Bäumen.

Mutwilliger Vandalismus

Einige Birken am Verbindungsweg von der Schafsbrücke an der L 713 Richtung Albaum und dem Bereich Vierlinden auf der Höhe zwischen Kirchhundem und Flape wurden sogar abgeknickt – und zwar mutwillig, davon sind die Würdinghauser überzeugt.

„Im letzten Winter sind Autos zwei Mal gegen die Bäume gefahren, aber die meisten Beschädigungen sind ja erst in den letzten Wochen aufgetreten“, so auch Würdinghausens Ortsvorsteher Rainer Heitschötter. Auch er kann sich nicht erklären, wer so etwas macht. „Wir nehmen an, dass es irgendwelche Leute sind, die nachts vom Feiern aus der Kirchhundemer Schützenhalle nach Hause gehen“, vermutet Annelie Röttgers. Beweisen kann dies niemand.

Aber vielleicht hat der Aufruf der Dorfgemeinschaft ja Erfolg, denn „Birkenallee“ gehört nach den Vorfällen vor vier Jahren zu den sensiblen Bereichen in der Gemeinde.

Zur Erinnerung: Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht hatte die Kirchhundemer Gemeindeverwaltung am 28. November 2013 alle 92 Bäume der Allee abholzen lassen. Offizielle Begründung aus dem Rathaus. Die Bäume sind laut Gutachter krank, könnten umfallen und stellen deshalb eine Gefahr dar. Viele Bürger hatten damals gegen diesen radikalen Kahlschlag protestiert – einer, der selbstbewusste Unternehmer Dieter Mennekes, auf besondere Weise. Am 7. Dezember 2013 malte er mit roter Farbe „Birkentöter“ ans Rathaus. Das Foto machte die Runde, die „Birkenallee“ wurde über Nacht zur bekanntesten aller „Baumstraßen“ im Kreis Olpe.

100 neue Bäume

Anfang Februar 2014 beschlossen die Würdinghauser in einer Dorfversammlung, an gleicher Stelle rund 100 neue Birken zu pflanzen. Die Finanzierung übernahmen zu 75 Prozent ein gutes Dutzend Sponsoren, die restlichen 25 Prozent stellte die Gemeinde zur Verfügung. Im Frühjahr 2014 wurden die alten Birkenstuken beseitigt und die neue „Birkenallee“ gepflanzt. Die Baumreihe gedieh prächtig – bis vor einigen Wochen.

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