Bombensucher lassen nicht locker

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Olpe.  Die vor 70 Jahren über dem Olper Stadtkern abgeworfenen Bomben der Alliierten lassen die Kampfmittelbeseitigungs-Experten in und rund um die Baustelle in der Martinstraße 5 immer noch nicht zur Ruhe kommen. Das bestätigten gestern auf Anfrage unserer Zeitung der Architekt des Neubaus, Guido Becker (Olpe), und die Pressestelle der Bezirksregierung. Dabei konnte am Montag erst einmal Entwarnung gegeben werden, nachdem Anfang Dezember bei Bohrungen in den Untergrund warnende Signaltöne zu hören gewesen waren (wir berichteten), die auf irgend etwas Matellenes hingewiesen hatten.

Nur Schlacke entdeckt

„Wir haben die fragliche alte Mauer Stück für Stück entfernt, genau dort, wo das Signal auftrat, und es ist nichts Verdächtiges entdeckt worden. Vermutlich haben alte metallische Schlacken das Signal ausgelöst“, sagte Architekt Becker, der das Projekt bekanntlich nach dem Abriss des früheren Fotogeschäftes Müller für Olper Investoren baut.

Wer jedoch vermutet hätte, damit sei das „Bomben-Management“ erledigt, muss sich eines Besseren belehren lassen. Becker: „Nächste Woche Montag rückt die Spezialfirma erneut an.“

Hintergrund: Für den sogenannten „Berliner Verbau“, einer Stahl-Holz-Konstruktion für die Sicherung der Baugrube Richtung Martinstraße und Provinzial würden etwa 20 Stahlträger in das Erdreich getrieben.

Für jeden Träger eine Bohrung

„Und vorher“, so Becker, „sind für jeden dieser Stahlträger wieder Bohrungen notwendig.“ In jedes Bohrloch werde erneut eine Sonde herabgelassen, um Ausschau zu halten nach möglichen Bomben aus dem 2. Weltkrieg. Becker: „Die werden allesamt voruntersucht, und die Ergebnisse werden den Kampfmittel-Experten der Bezirksregierung übermittelt.“

Es bleibt bei Oktober

Trotz der umfangreichen Bomben-Suche, so Becker, werde sich der Bau aber vermutlich nicht erheblich verzögern: „Ich rechne damit, dass wir im Oktober weitgehend fertig sein werden.“

Der Neubau soll, wie bereits berichtet, mehrere barrierefreie Wohnungen enthalten sowie ein Ladenlokal von rund 220 Quadratmetern. Und an den ursprünglichen Plänen, so Architekt Becker, „ändert sich auch nichts.“

Wie wichtig die Suche nach verdächtigem Metall sein kann, hatte Anfang 2014 ein tödlicher Unfall in Euskirchen gezeigt. Dort war bei Baggerarbeiten ein Sprengkörper explodiert. Der Baggerfahrer starb, zwei Personen wurden schwer verletzt, elf Menschen erlitten leichte Verletzungen. Das Unglück hatte sich bei Erdarbeiten auf dem Gelände einer Recyclingfirma für Bauschutt ereignet.

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