Staub- und Lärmbelastung

„Brecheranlage“ in Frielentrop: Widerstand nimmt zu

Gewerbetreibende aus Frielentrop und Anwohner, etwa aus dem benachbarten Lenhausen, wehren sich dagegen, dass eine sogenannte „Brecheranlage" im Industriegebiet errichtet wird. 

Gewerbetreibende aus Frielentrop und Anwohner, etwa aus dem benachbarten Lenhausen, wehren sich dagegen, dass eine sogenannte „Brecheranlage" im Industriegebiet errichtet wird. 

Foto: Flemming Krause

Frielentrop.   Anwohner und Gewerbetreibende aus dem Finnentroper Industriegebiet Frielentrop sorgen sich um Lärm- und Staubbelastung. Der Rat entscheidet nun.

Der Widerstand gegen das Vorhaben eines Gewerbetreibenden aus Finnentrop, im Industriegebiet Frielentrop an der Kalkofenstraße ein Grundstück aus dem Eigentum der Gemeinde zu erwerben und eine sogenannte „Brecheranlage“ dort aufzustellen (wir haben berichtet), nimmt weiter zu. Am Dienstagnachmittag versammelten sich etwa 35 Vertreter ansässiger Betriebe und Anwohner bei Stefan Zimmer, dem Geschäftsführer von „Zimmer Digital & Print“, um ihrem Ärger Luft zu verschaffen. Das betroffene Grundstück, laut Verwaltung das letzte verfügbare im Gewerbegebiet, grenzt unmittelbar an den Betrieb der Druckerei.

Einhelliger Tenor der Anwesenden: Eine Brecheranlage, die größeres Bauschuttmaterial zerkleinert, gehöre nicht in das Industriegebiet. Wieso? Zu diese Frage hat Alois Sieler, der am Lenhauser Lehmberg wohnt und somit von Lärm- und Staubbelastung betroffen wäre, eine klare Meinung: „Es ist völlig unsinnig, eine solche Anlage hier zu postieren. Sie gehört in einen Steinbruch“, sagte er deutlich und brachte im Nachsatz den Steinbruch in Fretter ins Spiel, der zwar nicht im Besitz der Gemeinde sei, aber ideal und frei für eine solche Anschaffung sei, so Sieler. Er fügte an, dass das betroffene Grundstück, wenn es denn schon das letzte verfügbare sei, doch viel geeigneter sei für beispielsweise neue Firmen, die auch Arbeitskräfte mitbrächten. Denn: „Eines ist doch klar: So eine Brecheranlage schafft hier keinen einzigen neuen Arbeitsplatz.“

Sieler sieht Gefahr für Kinder

„Ich bin wirklich enttäuscht, dass ich nicht mal nach meiner Meinung gefragt worden bin“, betonte Stefan Zimmer. Er verwies darauf, dass sich durch den regelmäßigen An- und Abtransport des Bauschutts die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhe, einen Steinschlag am Auto oder am Gebäude zu erleiden. Darüber hinaus würde sein Betrieb bei Südwestwind den ganzen Staub abbekommen. Und: „Ich plane hier eine Photovoltaik-Anlage, das kann ich knicken, wenn eine solcher Brecheranlage hierher kommt. Und schließlich stehen hier ziemlich empfindliche Druckmaschinen.“

Otto Hoffmann, Werksleiter der Firma Kauth (Branche: Tuben- und Umformtechnik), die ebenso an besagtes Grundstück angrenzt, machte seinem Unverständnis ebenso Luft. Er betonte: „Die Betriebe hier müssten unter einer immensen Schmutzbelastung leiden.“ Zudem würde die bereits jetzt stark frequentierten Straßen im Industriegebiet durch den LKW-Verkehr weiter belastet. Dieter Fisbach vom Metall- und Kunststoffverarbeiter Stobo sieht für seinen Betrieb den Nachteil, dass man am offenen Tor verladen würde und der Staub somit ins Gebäude dringen würde. Neben den Gewerbetreibenden lehnen auch viele Anwohner das Vorhaben ab. „Gerade für die Kinder, die hier wohnen und bereits heute unter dem hohen Verkehrsaufkommen leiden, würde es noch gefährlicher werden“, erklärte Andreas Sieler.

In der vergangenen Bauausschusssitzung hatten auch die Fraktionen große Bedenken geäußert. Eine Entscheidung soll nun im Rat (19. Februar) gefällt werden. Da die Gemeinde Planungsträger des Gewerbegebietes ist, kann sie die Entscheidung treffen, will dies aber in Abstimmung mit dem Rat tun.

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