Dorfversammlung

Bürger fühlen sich von Gemeinde überrumpelt

Bürgermeister Andreas Reinéry hat keinen leichten Stand bei der außerordentlichen Ortsversammlung von Rahrbach im voll besetzten Saal des Rahrbacher Hofs

Foto: Michael Meckel

Bürgermeister Andreas Reinéry hat keinen leichten Stand bei der außerordentlichen Ortsversammlung von Rahrbach im voll besetzten Saal des Rahrbacher Hofs Foto: Michael Meckel

Rahrbach.   Die Mehrheit der Rahrbacher Bürger lehnt ein Gewerbegebiet am Ortsrand ab. Das wurde in einer Dorfversammlung deutlich.

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Das Vorhaben des Welschen Ennester Unternehmens McDart an L 711 zwischen Rahrbach und Kruberg in einem ausgewiesenen Gewerbegebiet einen Neubau zu errichten (wir berichteten) hat für Unruhe gesorgt.

Das bekamen Kirchhundems Bürgermeister Andreas Reinéry und der Leiter des Fachbereichs Bauen, Björn Jarosz, am Donnerstag Abend in einer außerordentlichen Ortsversammlung, zu der Ortvorsteher Christian Jung in den Rahrbacher Hof geladen hatte, zu spüren.

Viele der rund 80 Bürger fühlten sich überrumpelt, da sie – wie schon bei Windrädern in den Rahrbacher Weidekämpen – erst sehr spät von den Plänen erfahren hätten. „Ich habe vor vier Jahren in meinen Neubau investiert. Jetzt ist er nichts mehr wert“, so ein Nachbar des geplanten Neubaus. Und ein anderer sprach von „Sauerei und Gemauschel“. Viele nickten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Färber, selbst gebürtiger Rahrbacher, gab an, in den acht Jahren im Gemeinderat nie etwas von einem Gewerbegebiet zwischen Rahrbach und Kruberg gehört zu haben. Viele Bürger verstehen nicht, warum die Gewerbeflächen in Welschen Ennest nicht erweitert würden.

Seit 1989 verbindlich

Bürgermeister Reinéry widersprach dem Vorwurf des „Gemauschels“. Das betroffene Gebiet sei bereits vor 28 Jahren in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden. „Der Plan ist seit 1989 verbindlich“, so Reinéry. Dem widersprach der ehemalige CDU-Fraktionsvorsitzende Josef Tillmann. Das Gewerbegebiet sei 2002 durch einen Ratsbeschluss aus dem Flächennutzungsplan gestrichen worden sei. Dem widersprach wiederum der Bürgermeister. Christian Jung forderte dazu auf, dies zu klären und appellierte an den Bürgermeister Reinéry, Sitzungen über solche Themen immer öffentlich zu führen.

Bis dato habe das Unternehmen McDart weder einen Bauantrag gestellt noch das betroffene Gebiet bereits gekauft, stellte Björn Jarosz klar. Bürgermeister Reinéry sagte klar, dass die Fläche zwischen Rahrbach und Kruberg die letzte größere Gewerbefläche der Gemeinde sei. „In den letzten 18 Monaten hat sich eine Menge getan. Wir brauchen neue Gewerbeflächen. Wenn wir bei der Bezirksregierung nach weiteren Flächen fragen, sagen die, nehmt erstmal Eure vorhandenen, die noch nicht bebaut sind. Und die in Rahrbach ist die letzte verfügbare Fläche.“ So sei es zur Planung zwischen Rahrbach und Kruberg gekommen.

Er könne die Sorgen der betroffenen Anwohner verstehen, aber es sei das Recht der Firma McDart, hier zu planen. Und außerdem sei er dem Gemeinwohl der Gemeinde Kirchhundem insgesamt verpflichtet. „Hier gibt es zwölf Arbeitsplätze und Gewerbesteuer. Wenn nicht in der Gemeinde Kirchhundem gebaut wird, geht die Firma eben in eine andere Kommune“, gab der Bürgermeister zu bedenken.

Was den Rahrbachern und Krubergern besonders unter den Nägeln brennt, ist die Frage, ob der Bau der Firma McDart nur der Anfang und die Erweiterung der Gewerbefläche in Richtung Kruberg möglich sei. Laut Bürgermeister könnte es in den nächsten Jahren unter Umständen zu solchen Planungen kommen.

Überzeugen konnte Reinery die Bürger nicht. „Erzählen Sie Ihre Märchen woanders“, echauffierte sich ein Rahrbacher. Dr. Jürgen Hennecke: „Ich verstehe nicht, wie man für so ein kleines Gewerbegebiet so einen Aufwand betreibt, mit neuer Straße etc. Und dass man dafür den Ort verschandelt und die Anwohner verärgert.“

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