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Bundesamt spricht von Mogelpackung

Auch das Umweltbundesamt warnt vor biologisch abbaubaren Kunststofftüten, die mit dem Zusatz „kompostierbar“ verkauft werden.

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Auch das Umweltbundesamt warnt vor biologisch abbaubaren Kunststofftüten, die mit dem Zusatz „kompostierbar“ verkauft werden.

„Das ist“, schreibt Verpackungsexperte Gerhard Kotschick, „ein bisschen eine Mogelpackung. Bei der Kompostierung zerfallen viele biologisch abbaubare Kunststoffe nur unter den definierten Bedingungen von industriellen Kompostierungsanlagen. Auf den Komposthaufen sollten sie nicht geworfen werden, da hier andere Feuchte- und Temperaturbedingungen herrschen und sie sich nicht oder nur mit einer deutlich längeren Zerfallszeit zersetzen. In der Regel entstehen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen auch keine wertvollen Bodenbestandteile, sondern es findet lediglich ein Abbau zu Kohlendioxid (CO₂) und Wasser statt.“

Auch die Ökobilanz solcher Tüten ist nach Einschätzung des Umweltbundesamtes nicht gut. Da sie sich beim Abbau wie bei der Verbrennung in CO₂ und Wasser auflösten und keine wertvollen Bodenbestandteile bildeten, schneide die energetische Verwertung – Verbrennen in der Müllverbrennung – sogar besser ab: „Biologisch abbaubare Kunststoffe sollten , solange sie nicht recycelt werden können, energetisch verwertet werden. Die bei der Verbrennung freiwerdende Energie lässt sich als Strom oder Wärme nutzen.“

Die Vorsilbe „Bio“ in Biokunststoffe verweise darauf, dass die Tüte aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt worden sei, oder biologisch abbaubar sei. Aber: „Nicht jeder Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist biologisch abbaubar. Genauso sind nicht alle biologisch abbaubaren Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt“, so das Umweltbundesamt.

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