Bundesparteitag

CDU-Delegierte aus Kreis Olpe mehrheitlich für Merz

Das politische Sauerland steht weitgehend hinter ihm: Friedrich Merz kandidiert in Hamburg für den Parteivorsitz.

Das politische Sauerland steht weitgehend hinter ihm: Friedrich Merz kandidiert in Hamburg für den Parteivorsitz.

Foto: Michael Kleinrensing

Kreis Olpe/Südwestfalen.   CDU-Kreisvorsitzender Jochen Ritter aus Olpe bringt die Stimmungslage auf den Punkt: Sauerland statt Saarland

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Jochen Ritter, Vorsitzender der CDU im Kreis Olpe und NRW-Landtagsabgeordneter, versprühte fast so etwas wie Euphorie. Mit Blick auf den CDU-Bundesparteitag am kommenden Wochenende in Hamburg hatte er auf Anfrage schon einen Titel parat: „Sauerland statt Saarland“.

Was gemeint war, lag auf der Hand: „Ich stehe Friedrich Merz politisch nahe, auch wenn ich nicht sagen kann, ihn persönlich zu kennen.“

Ritter (52) ist einer von fünf gewählten Parteitags-Delegierten aus dem Kreis Olpe: Gemeinsam mit den CDU-Kreistagsabgeordneten Sandra Ohm (Drolshagen) und Hans-Georg Cremer (Finnentrop) sowie Lennestadts Bürgermeister Stefan Hundt wird Ritter am Donnerstag im Bahnhof Lennestadt den Zug Richtung Hamburg besteigen, Hartmut Schauerte, der vom Landesparteitag zum Delegierten gewählt wurde, stößt später hinzu.

Ritter ist überzeugt, dass Merz auf die weitgehende Unterstützung aus dem Sauerland setzen kann: „Ein Schuss Lokalpatriotismus spielt sicherlich eine Rolle. Es steht nicht jeden Tag ein Sauerländer zur Wahl für dieses höchste Parteiamt.“ Merz sei ein Kandidat, der der Wirtschaft positiv gegenüberstehe. Dass der gebürtige Briloner Einkommensmillionär ist und Hedgefonds-Berater war, sei für ihn kein Problem: „Wirtschaftlicher Erfolg ist kein Makel und kein Hindernis für politische Ämter“, lässt Ritter durchblicken. An einen Dreikampf glaubt er nicht: „Alles deutet auf eine Entscheidung zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz hin.“ Saarland gegen Sauerland eben.

Ebenfalls ein Schuss Euphorie schwang in der Stimme von Stefan Hundt (59) mit: „Ich bin angesteckt von der begeisternden Stimmung rund um den Parteitag.“ Das Verfahren mit den Regional-Konferenzen begrüße er außerordentlich: „Das hat mehr Lebendigkeit in die Partei gebracht. Und das war auch nötig.“

Knappes Wahlergebnis

Wer seine Stimme bekomme, sei noch offen: „Ich werde mich erst vor Ort entscheiden.“ Hundt rechnet mit einem knappen Wahlergebnis.

Sandra Ohm (41) aus Iseringhausen ist wie Hundt noch unschlüssig: „Ich werde die Entscheidung in Hamburg treffen.“ Die Vorträge der Kandidaten, aber auch Gespräche mit Parteifreunden könnten den Ausschlag geben. Für sie sei es eine „besondere Ehre, bei einem solch historischen Bundesparteitag als Delegierte dabei zu sein: „Die Bedeutung dieses Parteitages war beim Kreisparteitag im Sommer ja gar nicht absehbar.“

Hartmut Schauerte (74) und Matthias Heider (52) machten kein Geheimnis aus ihrem Votum. Schauerte: „Als Angela Merkel ihren Rückzug ankündigte, habe ich Friedrich Merz am selben Tag gebeten, zu kandidieren. Wir wollen einen Neuanfang, und der gelingt am besten mit ihm. Seine Wahl wird die AFD bedrohen, aber auch die Demokratie wieder lebendiger machen. Ohne Spannung fließt kein Strom.“

Matthias Heider: „Ich unterstütze Merz. Die CDU braucht neue Impulse, wenn wir bei Wahlen erfolgreich sein wollen.“ Dazu gehöre unter anderem eine „Absicherung der Migration und eine Stärkung der Integration. Denkverbote darf es dabei nicht geben.“

Hans-Georg Cremer (64) aus Rönkhausen wollte sein Votum nicht verraten: „Das wird eine sehr spannende Geschichte, aber nur zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz.“ Spahn habe sich wegen seiner Gesundheitspolitik disqualifiziert: „Ich glaube, die Entscheidung wird durch die Reden der Kandidaten beeinflusst. Ich hoffe nur, egal, wie es ausgeht, dass der Ausgang der Wahl keinen Keil in die Partei treibt.“

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