Katzenhilfe

Christa Ellert setzt sich für die Katzen im Kreis Olpe ein

An der Futterstelle in Grevenbrück warten zwei mal am Tag 15 hungrige Katzen auf Christa Ellert. Das Futter zahlt sie größtenteils aus eigener Tasche. Foto:Riem Karsoua

An der Futterstelle in Grevenbrück warten zwei mal am Tag 15 hungrige Katzen auf Christa Ellert. Das Futter zahlt sie größtenteils aus eigener Tasche. Foto:Riem Karsoua

  Christa Ellert ist 80 Jahre alt und kümmert sich um herrenlose Katzen. Mit ihrer Arbeit erspart sie den Vierbeinern ein tragisches Schicksal.

Wenn sie am Abend aus ihren Schlupflöchern kommen und sich auf die Suche nach Futter machen, beginnt die Arbeit für Christa Ellert und ihr Team der Katzenhilfe e.V Olpe. Sie kümmern sich um herrenlose Katzen, die ohne ihre Hilfe, wie viele andere, verhungern oder sterben müssten. Die 80-Jährige ist mittlerweile seit 27 Jahren aktiv und übernimmt seit 1995 den Posten der Ersten Vorsitzenden.

Auf den Verein aufmerksam geworden ist Ellert damals durch ein kleines, herumstreunendes Kätzchen: „Ich habe es wochenlang gefüttert, aber es wurde einfach nicht handzahm, im Winter habe ich dann von der Katzenhilfe erfahren und mich schlau gemacht“. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt sie, wie ihre Einsätze aussehen.

Fangaktion in Nachtstunden

Mit einer ausgeliehenen Lebendfalle des Vereins ging sie nach anfänglicher Scheu auf Katzenjagd – mit Erfolg. Das Kätzchen sowie dessen Bruder wurden gefangen, tierärztlich versorgt, kastriert, und sie fanden schließlich bei Christa Ellert und ihrer Nachbarin ein neues Zuhause. Nach diesem Erlebnis folgte ihr Vereinseintritt.

Ihre aufwendigen Fangaktionen in den Abend- und Nachtstunden können teilweise Tage dauern: „Wir fahren raus, stellen die Lebendfallen sicher auf und beobachten sie“, erklärt die Vorsitzende. „Das kann dann auch mal fünf Stunden lang dauern.“

2018 konnte die Katzenhilfe so 120 bis 150 Tiere erfolgreich kastrieren und tierärztlich versorgen. „Nach der Versorgung vermitteln wir die handzahmen, kleineren Katzen in liebevolle Familien, die älteren Katzen werden nach der Kastrierung und Tätowierung am Fundort wieder freigelassen“, sagt Christa Ellert.

Vieles aus eigener Tasche gezahlt

Danach werden sie jedoch nicht alleine zurückgelassen. Christa Ellert hat mit Hilfe des Vereins eine Futterstelle in Grevenbrück für die Katzen eingerichtet. Zwei mal am Tag fährt sie dort hin, um ihnen Milch und Futter in die Schälchen zu füllen. „Momentan haben wir hier 15 Katzen, die sich täglich ihr Essen abholen.“

Finanziert werden die hohen Kosten ausschließlich durch die geringen Mitgliederbeiträge der 140 Ehrenamtlichen und Spenden. „Die Kastration einer weiblichen Katze kostet zwischen 116 und128 Euro, die eines Katers liegt bei 60 bis 70 Euro“, erklärt Ellert. Durch die geringe Summe der Spenden und Mitgliederbeiträge sind längst noch nicht alle Kosten gedeckt. Futter, Katzenstreu oder Benzin für das Katzenmobil zahlen die Ehrenamtlichen aus eigener Tasche.

Nicht immer erhält Christa Ellert, die selber 18 Katzen beherbergt, eine positive Rückmeldung für ihre ehrenamtliche Arbeit. Deshalb macht sie deutlich: „Wir tun es gerne für die Tiere, aber auch nur für die Tiere“. Immer wieder beobachte sie, dass es gerade die junge Generation sei, die sich für den Tier- und Umweltschutz engagieren wolle.

Helfer gesucht

Dennoch habe der Verein schon seit längerem mit einem großen Problem zu kämpfen – dem Nachwuchs. „Wir brauchen aktive Helfer. Menschen, die mit herausfahren, um die Katzen zu fangen oder die Nachsorge übernehmen“, erklärt Ellert.

Nach einer Kastration benötige eine weibliche Katze mindestens sechs Tage Ruhe, bis die Bauchnaht geheilt sei und die Katze wieder freigelassen werden dürfe. Die Vorsitzende ist überzeugt, dass „die unplanbare Arbeit auch für Berufstätige machbar ist, wenn sie den Willen dazu haben“. Christa Ellert liebt ihr Ehrenamt. Gesundheitlich und altersbedingt ist sie jedoch nicht mehr zu 100 Prozent in der Lage, das Schicksal der Vierbeiner alleine in die Hand zu nehmen. „Wir brauchen tatkräftige Unterstützung, um den Tieren ein qualvolles Schicksal zu ersparen.“

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