Sondervorführung im Cineplex

Cineplex Olpe zeigt: „Wir sind Juden aus Breslau“

Zeitzeugen kommen im Dokumentarfilm "Wir sind Juden aus Breslau" zu Wort: Im Bild Zeitzeugin Anita Lasker-Wallfisch mit deutschen und polnischen Jugendlichen im Gefängnishof von Wroclaw. 2. Foto: Breslau - jüdische Schulklasse von 1938

Zeitzeugen kommen im Dokumentarfilm "Wir sind Juden aus Breslau" zu Wort: Im Bild Zeitzeugin Anita Lasker-Wallfisch mit deutschen und polnischen Jugendlichen im Gefängnishof von Wroclaw. 2. Foto: Breslau - jüdische Schulklasse von 1938

Foto: Privat

Olpe.  Ein preisgekrönter Dokumentarfilm über das jüdische Leben in Breslau während des Nazi-Terrors im Olper Cineplex.

Ein preisgekrönter Kino-Dokumentarfilm macht Station im Cineplex Olpe: „Wir sind Juden aus Breslau“ heißt der Titel des Filmes, der sich mit der Geschichte von Jugendlichen zur Zeit des Nazi-Terrors in Breslau beschäftigt. Die Story: Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films: Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen.

Deutsch-Polnischer Kulturpreis

Der Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies hat unter anderem den Deutsch-Polnischen Kulturpreis erhalten sowie die Ehrenmedaille der Europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw. Zudem wurde der Film weltweit eingeladen auf bedeutende Filmfestivals.

Zwei Aufführungen

Im Olper Cineplex findet eine Sondervorführung am Donnerstag 21. November, ab 17.30 Uhr statt - mit einer Einführung durch den Regisseur Dirk Szuszies und einem anschließenden Filmgespräch. Eine zusätzliche Schulvorführung im Kino findet am Freitag, 22. November, statt.

Die Vorführungen im Cineplex werden unterstützt durch die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen,Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die gleichzeitig Schirmherrin ist.

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa.

Ein filmisches Denkmal, erschütternd und erhellend. Unter anderem das Aufeinandertreffen der letzten Zeitzeugen des Naziterrors mit Mädchen und Jungen von heute wird behutsam inszeniert.

Der 108-Minuten-Film wird empfohlen für Zuschauer ab 12 Jahren.

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