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Kino in Attendorn soll Bereicherung für die Stadt werden

Das Know-how für das Attendorner Kino kommt aus Lennestadt.

Foto: Thomas Pflaum

Das Know-how für das Attendorner Kino kommt aus Lennestadt. Foto: Thomas Pflaum

Attendorn.   Christin Hanses aus Altenhundem wird die Betreiberin des Attendorner Kinos, das im kommenden Jahr gebaut wird. Sie glaubt an einer Bereicherung für dieStadt.

Selten hat die Ankündigung eines Attendorner Bürgermeisters für ein solches Echo gesorgt, wie die Meldung, dass die Stadt Attendorn im kommenden Jahr ein Kino-Gebäude bauen wird. Einzelheiten möchte die Verwaltung zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht veröffentlichen, da sie für Montag um 18 Uhr zu einer Pressekonferenz eingeladen hat.

Einige Details sind aber trotzdem schon durchgesickert: Bei dem Betreiber handelt es sich nicht um den Lüdenscheider André Lubba, der sich vor zwei Jahren für den Bau eines Kinos in Attendorn einen Zuschuss in Höhe von 160 000 Euro von der Filmförderungsanstalt gesichert hatte.

Christin Hanses aus Altenhundem die Betreiberin

Chefin im Attendorner Kino wird die Altenhundemerin Christin Hanses, die auch schon das Lennestädter Lichtspielhaus betreibt. Zwar war weder Vertretern der Stadt noch Christin Hanses eine letzte Bestätigung zu entlocken, auffällig ist aber, wie gelassen sie auf den Attendorner Beschluss reagiert. Sie sieht ein weiteres Kino im Kreis Olpe nicht als Konkurrenz an, im Gegenteil. Christin Hanses findet die Idee der Stadt Attendorn gut. „Ich glaube, dass ein Kino für jede Stadt eine Bereicherung sein kann.“

Die Altenhundemerin, die das Kino 2012 von ihrem Vater Meinolf übernommen hat und quasi zwischen Filmrollen und Kinosesseln aufgewachsen ist, glaubt nicht, dass sich die Kinos untereinander überhaupt Konkurrenz machen. „Ein Kino ist eine Begegnungsstätte, dann müssten wir ja auch jedes Theater als Konkurrenz ansehen“, sagt sie. Konkurrenz für Kinos sei vielmehr das zunehmende Filmangebot im Internet.

Wie hoch die Zahl der Kinobesucher aus dem Raum Attendorn ist, kann Christin Hanses nicht sagen: „Das ist von Film zu Film völlig unterschiedlich.“ Das Lennestädter Kino setzt seit Jahren auf alternative Filmreihen (Kirchen + Kino, Weitsichten etc.), die sich mittlerweile etabliert haben und regelmäßig ein Stammpublikum anlocken.

Konkurrenz für Cineplex

Wesentlich kritischer sieht Helmut Brunotte, Geschäftsführer des Cineplex Olpe, die Attendorner Investition: „Ich halte das Vorhaben für ausgesprochen problematisch. Attendorn und Olpe liegen so nah beieinander. Die Leute gehen im Schnitt 1,8 mal im Jahr ins Kino und wenn sie eine weitere Möglichkeit in der Nähe haben, ist das für uns natürlich nicht gut. Ansonsten sind wir mit dem Standort in Olpe sehr zufrieden. Ich bin gespannt, wie die genauen Pläne des Attendorner Kinos aussehen werden, vor allem wie viele Säle dort reinkommen.“

Wie weiter zu erfahren war, muss sich die künftige Betreiberin auch an den Investitionskosten beteiligen, denn die technische Einrichtung geht zu Lasten des Betreibers. Allerdings wird, wie man hört, das Gebäude auch Spielraum für ergänzende Nutzungen bieten, Einnahmen werden also auch über das reine Filmgeschäft hinaus generiert werden können.

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