Garten Kramer

Das neue Staudenbeet: Erst nachdenken, dann einkaufen

An Stauden gibt es eine große Auswahl. Ohne sorgfältige Planung kann der Schuss, ein buntes Staudenbeet zu pflanzen, schnell nach hinten losgehen.

An Stauden gibt es eine große Auswahl. Ohne sorgfältige Planung kann der Schuss, ein buntes Staudenbeet zu pflanzen, schnell nach hinten losgehen.

Foto: Thomas Kramer

Olpe.  Garten-Experte Thomas Kramer aus Olpe erklärt, woran man beim Anlegen eines Staudenbeetes denken sollte. Sorgfältige Planung ist vorteilhaft.

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Eine alte Motorradweisheit lautet: Erst anhalten, dann absteigen. Auf ein Staudenbeet umgemünzt würde ich sagen: Erst nachdenken, dann einkaufen. Sie kennen es alle – wer mit knurrendem Magen einkaufen fährt, kommt garantiert mit vollen Einkaufstaschen zurück. So ähnlich kauft auch mancher Gartenbesitzer seine Stauden ein. Auf der Suche nach etwas schönem Bunten für das Beet schlendern Gerd und Gerti Gartenfreund durch die Baumschule oder das Gartencenter und kommen an die Tische mit den farbenprächtigen Stauden.

Das Herz schlägt höher

Das Herz schlägt höher, beide greifen zu und schon ist der Einkaufswagen voll. Vorher planen? Blödsinn. Sich beraten lassen? Noch mehr Blödsinn. Etiketten lesen? Reine Zeitverschwendung. Ab nach Hause und dann ins Beet mit den frisch erworbenen Prachtexemplaren. Wasser drauf und fertig. Sieht ja auch schön aus – für den Moment.

Wer so beim Anlegen eines Staudenbeetes vorgeht, hat allerdings nicht lange Freude an den neu erworbenen Pflanzen. Ein klassisches Staudenbeet liegt in der Sonne und unterscheidet sich deutlich von einer flächigen Staudenpflanzung vor Gehölzen oder in Schattenbereichen. Stauden bestehen im Gegensatz zu Gehölzen immer aus einer krautigen Masse, deren oberirdischer Teil meistens beim ersten Frost abstirbt und im Frühjahr wieder austreibt. Es gibt welche für den Steingarten, Prachtstauden für das Beet, Stauden als Bodendecker in Schattenlagen, Duftstauden, Stauden mit herrlichen Blüten, Stauden mit ebenso herrlichen Blattfarben, Stauden, die früh blühen, Stauden, die den Herbst verschönern und alle haben irgendwie den Anspruch, nur da wachsen zu wollen, wo es ihnen gefällt.

Sorgfältige Planung

Sie merken, so einfach wie Gerd und Gerti Gartenfreund sich das gedacht haben, geht es nicht. Ohne sorgfältige Planung kann der Schuss schnell nach hinten losgehen. Die Größe des Beetes muss festgelegt und maßstäblich gezeichnet werden. Dann sind die Licht- und Bodenverhältnisse zu prüfen und danach müssen die Leitstauden ausgesucht werden.

Achten Sie darauf, wie hoch die Pflanzen werden und wie weit sie sich ausbreiten. Höhere Pflanzen in die Beetmitte oder den hinteren Rand und je nach Wuchsverhalten muss die Stückzahl bestimmt werden. Welches Farbspiel möchten Sie erreichen? Wollen Sie die Blütefarben über einen längeren Zeitraum im Jahr haben oder soll es praktisch eine Farbexplosion zu einem bestimmten Zeitpunkt sein. Wollen Sie es ganz bunt oder beschränken Sie sich auf einzelne Farbkontraste. Manchmal ist bekanntlich wenig viel. Zu bunt kann sehr unruhig wirken. Dagegen können unterschiedliche blaue, gelbe oder weiße Farbtöne schön miteinander kombiniert werden. Denken Sie an die Pflege.

Die meisten Stauden sollte man nach der Blüte zurückschneiden. Im besten Fall kommt es dann zu einer Nachblüte. Selbst wenn Sie Staudengemeinschaften mit ähnlichem Wuchsverhalten in ein Beet pflanzen, so werden Sie nicht drum herumkommen, nach drei bis vier Jahren die Pflanzen wieder auszugraben, mit dem Spaten zu teilen und alles wieder neu anzuordnen. Machen Sie es nicht, wächst alles durcheinander und Strukturen verschwinden.

Organischer Dünger

Viele der Prachtstauden sind starke Nährstoffzehrer und benötigen im Frühjahr Hornspäne oder einen anderen organischen Dünger. Das regelmäßige Wässern dieser Pflanzen bei Trockenheit gehört ebenso zur Pflege wie das gründliche Entfernen von Unkräutern. Sie sehen also, ein Staudenbeet macht Arbeit - aber schön ist es und darum lohnt es sich. Viel Spaß beim Gärtnern wünscht Ihr Thomas Kramer

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