Demonstration

Demo „gegen rechts“ setzte ein deutliches Zeichen

Pastor Ludger Wollweber hält vor etwa 500 Teilnehmern der Kundgebung eine eindrucksvolle Rede.

Pastor Ludger Wollweber hält vor etwa 500 Teilnehmern der Kundgebung eine eindrucksvolle Rede.

Foto: Nicole Voss

Altenhundem.  Über 500 friedliche Demonstranten verdeutlichten in Altenhundem mit bunten Bannern, dass sie gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sind.

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Es war ein deutliches Zeichen gegen Rechts, gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus für Toleranz, Respekt und ein friedliches Miteinander, das rund 500 Menschen mit ihrer Teilnahme an der Demo „gegen rechts“ setzten. Dazu aufgerufen hatte die AG „Es tut sich was“, die von Politik, Kirche und dem Stadtsportverband unterstützt wurde. Die hochgehaltenen Plakate und Banner zeigten deutlich, was den friedlichen Demonstranten wichtig ist: „Unser Kreis bleibt bunt“, „Stoppt das Sterben, nicht die Rettung“, „Rassismus führt zum Verlust des Mitgefühls“ und „Meine Nationalität: „Mensch“. Bei der Kundgebung auf dem Marktplatz zeigten sich die Redner Dr. Gregor Kaiser, Vorsitzender der AG „Es tut sich was“, Pastor Ludger Wollweber und André Arenz, IG-Metall-Bevöllmächtiger des Kreises Olpe und DGB-Kreisverbandsvorsitzender beeindruckt von der hohen Teilnehmerzahl. Dr. Kaiser animierte: „Tragt es weiter in eure Clubs, Stammtische und Vereine, damit wir gemeinsam was tun können, gegen die Probleme in unserem Land – nicht durch Ausgrenzung und Rassismus.“

Pastor Wollweber machte deutlich: „Die einzige Chance, die wir Menschen auf diesem Planeten haben, ist auf diesen Planeten aufzupassen und friedlich auf ihm zusammen zu leben. 450 Kilometer bis Chemnitz, da könnten wir sagen, das reicht, das hat mit uns nichts zu tun, oder wir schauen darauf und nehmen wahr, dass Chemnitz nur der Ausdruck eines veränderten Klimas in unserem Land ist. Wir können es verharmlosen und uns streiten, war es eine Kundgebung oder eine Hetzjagd, oder als deutliches Signal wahrnehmen, dass auch hier was geschieht, was der Astronaut Alexander Gerst beschreibt: Man kann sehen, wie wir unseren eigenen Ast absägen, auf dem wir sitzen.“ Zurück geblickt in die Geschichte sagte der Geistliche, dass es ihm immer unbegreiflich gewesen sei, wie es soweit kommen konnte. Die Lektion aus dem zweiten Weltkrieg haben oder wollen die, die rechtsextremen Hass schüren, nicht verstehen.

„Verstehen kann ich, dass in unserer so oft orientierungslosen und verzwickten politischen Situation Unmut wächst. Verstehen kann ich nicht, dass Hass und Gewalt die Antwort sein sollen, um etwas zu verbessern. Wo Menschenrechte und die Würde aller Menschen nicht mehr ernst genommen werden, kommen wir in Zustände, die kaum einer bei klarem Menschenverstand wirklich wollen kann. Es sei denn, er hat wirklich Böses im Sinn. Schon einmal hat dieser Radikalismus die halbe Welt in Schutt und Asche gelegt. Das müsste Lehre genug sein. Dummheit ist ein gefährlicher Feind des Guten, gegen den wir wehrlos sind. Ein schönes, ermutigendes Zeichen dagegen setzt diese Kundgebung“, so Pastor Ludger Wollweber.

Dr. Gregor Kaiser griff die Dummheit auf und betonte, dass sie bearbeitet werden müsse. Liza Beci, ehemalige Vorsitzende des Lennestädter Jugendparlaments und Ngazellim Ramiqi, Vertreter der Schülervertretung des GymsL waren sich sicher, dass man im heutigen digitalisierten Zeitalter nicht mehr von Fremden sprechen könne, sondern erkennen müsse, dass Vielfalt bereichere. André Arenz sprach von einem wichtigen Zeichen. „Wir sind mehr, wir sind bereit unsere Demokratie zu verteidigen, gegen Menschenverachtende. Frieden ist nicht selbstverständlich. Umso wichtiger ist es auf die Straße zu gehen. Wir sind verantwortlich für den Frieden. Auch die Pressefreiheit ist ein Eckpfeiler der Demokratie. Geht auf die Straße für Respekt und Solidarität. Lasst uns immer wieder auf die Straße gehen.“ Die Lennestädter Polizei bilanzierte eine friedliche Demo, ohne Vorkommnisse.

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