Freunde der Kreisstadt Olpe

Denkmalbereich Olpe: 37 Seiten Protest gegen neue Satzung

Ende Oktober 2019: Im Rahmen einer Bürgerversammlung stand die Denkmalsatzung für die Olper City im Kreuzfeuer der Kritik. Jetzt startet die Stadt einen zweiten Anlauf, und die Gegner formieren sich ebenfalls erneut.

Ende Oktober 2019: Im Rahmen einer Bürgerversammlung stand die Denkmalsatzung für die Olper City im Kreuzfeuer der Kritik. Jetzt startet die Stadt einen zweiten Anlauf, und die Gegner formieren sich ebenfalls erneut.

Foto: Josef Schmidt / WP

Olpe.  Die Freunde der Kreisstadt Olpe bleiben dran: Mit einem 37 Seiten starken Einwände-Katalog kritisieren sie den neuen Satzungsentwurf.

Die umstrittene Denkmalbereichssatzung für die Olper Innenstadt, die seit 2016 für Diskussionen sorgt, kehrt zurück ins politische Bewusstsein: Dr. Sebastian Kreiker und Unternehmer Christoph Pape als Mitglieder der Interessensgruppe „Freunde der Kreisstadt Olpe“ haben gegen den neuen Entwurf der Satzung erneut umfangreiche Einwände ins Rathaus geschickt. Beide fügen der 37 Seiten starken Ausarbeitung ein Schreiben an Bürgermeister Peter Weber hinzu - mit den Worten: „Ich möchte sie darum bitten, die in der Einwendung vorgebrachten Argumente sorgfältig zu erwägen, um Schaden von unserer gemeinsamen Heimatstadt abzuwenden.“

91 Unterstützer

Pape und Kreiker bekräftigen ihre Einwände mit einer Liste von 91 Unterstützern, die hinter ihrer Kritik stünden. Rückenwind erhalten die Denkmalsatzungskritiker auch von der IHK Siegen-Olpe. Hans-Peter Langer, bei der IHK zuständig für die Themen Standort/Infrastruktur, hat sich ebenfalls in einem Brief an Bürgermeister Weber gewandt und auf die Interessen von Mietern, Eigentümern und Händlern in der Olper City verwiesen.

Rückblick: Nachdem der alte Olper Denkmalbereich von 1992 auf Drängen vieler Ratspolitiker überarbeitet und fast verdoppelt werden sollte, entfachten unter anderem die Besitzer von Immobilien in diesem neuen Bereich eine politische Kontroverse, die sich Jahre hinzog und darin gipfelte, dass der Stadtrat beschloss, das Verfahren einzustellen und mit einigen Änderungen neu aufzurollen. Die Sandstraße und Teile der Martinstraße wurden wieder aus dem Satzungsbereich herausgenommen, dafür sollten Gestaltungssatzungen in einigen Bereichen quasi „draufgesattelt“ werden.

Im Zuge des neuen Verfahrens haben die Bürger Gelegenheit, ihre Einwände erneut vorzubringen. Davon machen die Freunde der Kreisstadt Olpe, angeführt von Kreiker und Pape, nun Gebrauch. Ziel nach wie vor: die neue Satzung mit erweitertem Denkmalbereich verhindern.

Dabei sind die Argumente in weiten Teilen die gleichen geblieben. Beispiele: Die der neuen Satzung zu Grunde liegende Studie des Büros RaumPlan Aachen habe sich „als derart fehlerhaft erwiesen, dass sie als Entscheidungsgrundlage...nicht herangezogen werden kann.“ Oder: „Die Denkmalbereichssatzung wird die weitere Entwicklung von Olpe als Einkaufsstadt gefährden“.

Kreis im Interessenkonflikt?

Außerdem weisen die Einwender auf einen Interessenkonflikt hin: Der Kreis Olpe sei mit seinen Verwaltungsgebäuden vom Denkmalbereich betroffen, gleichzeitig übergeordnete Obere Denkmalgebäude.

Ganz am Rande: Beklagen lässt sich die neue Satzung, wenn sie vom Stadtrat Olpe durchgewunken wird, vor Gericht nicht. Führt die Satzung allerdings dazu, dass einem Hausbesitzer in einem konkreten Fall eine Baumaßnahme verweigert wird, kann der dagegen klagen, und erst dann würde die Satzung quasi in einem Aufwasch vom Gericht auf Herz und Nieren mitgeprüft.

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