Josef Schmidt

Der Kommentar

Gerichtssäle sind selten Zeugen außergewöhnlicher Nächstenliebe. Meist geht es eher um kleine oder große Charakterschwächen, mitunter um schreckliche Verbrechen.

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Gerichtssäle sind selten Zeugen außergewöhnlicher Nächstenliebe. Meist geht es eher um kleine oder große Charakterschwächen, mitunter um schreckliche Verbrechen.

Am Vormittag lieferte der Cousin des 30-jährigen Angeklagten ein beeindruckendes Beispiel für Mut, Zivilcourage und eben jene Nächstenliebe, über die so gerne gesprochen und die so oft gefordert wird. Wenn es im realen Leben dann allerdings ernst wird, kann der Strauch um die Ecke nicht hoch genug sein, sich dahinter zu verstecken.

Besagter Cousin, so ergab seine Vernehmung im Zeugenstand, ist der 31-jährige Vater einer kleinen Tochter, das zweite Kind der jungen Familie ist unterwegs. Um seinem Cousin, dem Angeklagten, eine ,zweite Chance’ zu geben, einem mehrfach Vorbestraften mit diagnostizierter Schizophrenie, Alkoholiker und Drogen-Vergangenheit, lässt er ihn bei sich wohnen und übernimmt auch noch dessen gesetzliche Betreuung. Das verdient uneingeschränkte Hochachtung. Meine jedenfalls hat er.

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