Windkraft

Der schnellere Weg zur Windkraft in Finnentrop

Die Gemeinde Finnentrop geht bei der Ausweisung von Windkraftgebieten einen eigenen Weg.

Foto: Patrick Pleul

Die Gemeinde Finnentrop geht bei der Ausweisung von Windkraftgebieten einen eigenen Weg. Foto: Patrick Pleul

Finnentrop.   Finnentrop geht bei der Ausweisung von Vorrangflächen einen eigenen Weg, der RP spielt aber noch nicht richtig mit.

Bei der Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen geht die Gemeinde Finnentrop einen eigenen Weg. Statt einer sogenannten Negativplanung - die Festlegung der Gebiete, in denen keine Anlagen stehen dürfen - versucht Finnentrop es mit einer Positivplanung. Mit Bebauungsplänen soll festgelegt werden, wo Windkraftanlagen auf den Gemeindegebiet entstehen können und wo nicht.

Der Unterschied: Die Kosten sind deutlich niedriger, die Abläufe schneller. Aus Arnsberg, so bestätigte Bürgermeister Dietmar Heß, gibt es ein erstes positives Signal, dass die Bezirksregierung diesen Weg mitgehen könnte.

„Ausreichend Raum“

Im Rahmen der Energiewende hat die Landesregierung alle Kommunen in NRW verpflichtet, Vorranggebiete für Windkraftanlagen auszuweisen und dabei der Windkraft „ausreichend Raum“ zu geben. Das übliche Verfahren sieht vor, dass das gesamte Gebiet einer Kommune mit Blick auf den Arten- und Naturschutz gutachterlich untersucht wird. Hinzu kommen Abstandsflächen und andere Einschränkungen aufgrund bestehender Bebauung. Auf den Flächen, die übrig bleiben, müssen Kommunen Vorrangflächen für Windkraft ausweisen. Tun sie es nicht, so die Argumentation in den Rathäusern, droht einer Verspargelung der Landschaft, weil sich Windkraft-Investoren und Betreiber das Recht zu bauen vor Gericht erstreiten könnten.

Die komplette Fläche einer Kommune per Gutachten auf ihre Tauglichkeit für Windkraftanlagen zu begutachten, ist teuer. „Man muss das dann alles bis ins Kleinste untersuchen. Die Stadt Sundern hat allein für Gutachten 500 000 Euro ausgegeben“, sagt Dietmar Heß, „und einige der Untersuchungen sind dann auch von vorneherein sinnlos, weil man weiß, dass der Eigentümer auf seinem Grundstück keine Windkraftanlagen haben will.“

Der Vorteil der Finnentroper Lösung: Es werden nur Gebiete untersucht, für die von Investoren oder Betreibern ein Interesse besteht „und die Kosten der Untersuchung nehmen die auf ihre Kappe“, so Heß weiter.

Der Haken an der Sache

Der Haken. Dieses Verfahren ist für die Gemeinde nur dann akzeptabel, wenn sicher ist, dass auch in diesem Modell Windkraftanlagen nur dort entstehen können, wo die Gemeinde es per Bebauungsplan zulässt. Derzeit sind es drei Gebiete, „vielleicht“, so Heß, „kommt noch ein kleines, viertes Gebiet hinzu.“ Aber in diesem Punkt hält sich die Bezirksregierung bedeckt. Eine Zusage, dass die Bebauungspläne Windkraftanlagen außerhalb dieser Gebiete ausschließen, hat die Gemeinde Finnentrop bislang nicht: „Wir wollen“, sagt Bürgermeister Heß, „unseren Teil zur Energiewende beitragen, mehr aber auch nicht. Mit diesen Flächen ist dann Schluss.“

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