Leben im Garten

Der Winter hat Spuren im Garten hinterlassen

Thomas Kramer ist Fachmann in Sachen Garten. Seit über 30 Jahren ist „gärtnern“ sein Beruf und er gibt wertvolle und wöchentliche Tipps.

Thomas Kramer ist Fachmann in Sachen Garten. Seit über 30 Jahren ist „gärtnern“ sein Beruf und er gibt wertvolle und wöchentliche Tipps.

Foto: Thomas Kramer

Die Gartensaison geht wieder los und hier finden Sie wöchentlich wertvolle Tipps rund um das Thema Garten, zusammengestellt von Thomas Kramer.

N a, gut über den Winter gekommen? Freuen Sie sich schon auf Rasenmähen, Unkraut hacken und Hecke schneiden? Ist doch wunderbar, so im eigenen Garten rumackern zu können, oder?

Es ist immer wieder interessant, wie unterschiedlich Menschen das Thema Gartenarbeit sehen. Der eine will nur nach Hause kommen und die Seele und Füße im Gartenteich baumeln lassen und der andere freut sich auf die körperliche Arbeit als Ausgleich zum Bürojob. Wie dem auch sei, ob Sie wollen oder nicht, der Winter ist vorbei und jetzt geht die Gartensaison wieder los.

Spuren des Winters

Dabei kann so ein Winter ganz schön Spuren hinterlassen. Auf der Terrasse wackeln mindestens sieben Platten, der Teich ist grüner als der Rasen und der Maulwurf hat unter dem Schnee ganze Arbeit geleistet. Nehmen Sie es gelassen, denn bei den Nachbarn ist es genauso. Wie heißt es doch so schön: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Wenn möglichst viele Hände mit anpacken ist es am Ende doch schnell getan und Sie werden sehen, dass gemeinsame Gartenarbeit auch Spaß machen kann.

Wenn Sie trotzdem lieber einen etwas pflegeleichteren Garten haben möchten, weil Ihnen schlicht und einfach die Zeit für die nötigen Arbeiten fehlt, sollten Sie mal überlegen, welche Arbeiten die Zeitaufwändigsten sind. Wer viel Unkraut jäten muss, hat vielfach die falschen Bodendecker oder zwischen den Pflanzen zu große Lücken. Das sich dort schneller Unkräuter ansiedeln und ausbreiten versteht sich von selber. Ein guter Bodendecker ist nur dann ein guter Bodendecker wenn er eine ganze Fläche wirklich abdeckt. Bei der Pflanzenauswahl bitte unbedingt darauf achten, ob sie einen sonnigen oder eher schattigen Bereich bepflanzen möchten. Wenn sich in Ihrem Garten Bodendecker nach einigen Jahren verabschieden oder nur einen kümmerlichen Wuchs zeigen ist genau das vielfach der Grund dafür. Sie stehen einfach an der falschen Stelle.

Wunderbare Bodendecker

Bodendecker dürfen meiner Meinung nach auch etwas höher werden, durchaus 40 bis 50 cm. Ziel muss es sein, dass sie den Boden unter sich komplett beschatten und somit verdunkeln. Dann ist es für einsamende Unkräuter fast nicht möglich zu wachsen, da ihnen das Licht dazu fehlt. Ich habe in meinem Garten in einem halbschattigen Beet Elfenblumen (Epimedium versicolor Sulphureum), einen wunderbaren Bodendecker der wirklich alles dicht macht, auch wenn es am Anfang nicht danach ausschaut. Die Staude hat ganz dünne Stängelchen an deren Ende sich die Blätter befinden. Wenn man sie in der Hand hält oder gepflanzt hat glaubt man nicht, dass sie jemals eine ganze Fläche bedecken. Sie lässt sich am Anfang auch etwas Zeit damit, aber dann zeigt sie allen Zweiflern was sie kann. Sie wird so dicht, da passt kein Lichtstrahl rein. Ihre Blüte ist rispenartig, hellgelb und ganz zart und fein. Die Blätter sind wintergrün, bronzefarben im Austrieb und später dann grün mit einer braunen Zeichnung. Sie wird 40 cm hoch und ist sehr robust. Die Blätter bleiben auch im Winter grün und werden erst jetzt braun und fallen ab. Im ersten Jahr habe ich gedacht, das war es – das wird nichts mehr. Aber keine Sorge, sie treiben sofort wieder und bilden in kürzester Zeit einen dichten Teppich. Fazit: Mit den richtigen Pflanzen als Bodendecker kann man pflegeleichte Gärten gestalten.

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