Karl May

Die Fangemeinde ehrt Jochen Bludau

Im Rahmen ihres viertägigen Karl-May-Festes auf der Bühne in Elspe zeichnet die bundesdeutsche Karl-May-Szene den langjährigen Geschäftsführer und Old Shatterhand Jochen Bludau für seine Verdienste um den Karl-May-Gedanken aus.

Foto: WP

Im Rahmen ihres viertägigen Karl-May-Festes auf der Bühne in Elspe zeichnet die bundesdeutsche Karl-May-Szene den langjährigen Geschäftsführer und Old Shatterhand Jochen Bludau für seine Verdienste um den Karl-May-Gedanken aus. Foto: WP

Elspe.   Karl May und seine Romane haben Jahrzehnte lang sein Leben begleitet. Doch für Jochen Bludau war und ist das Elspe Festival weitaus mehr als nostalgische Wildwest-Romantik. Unter seiner Ägide entstand ein florirendes vielschichtiges Unterhaltungs-Unternehmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Jahrzehntelan hat sich Jochen Bludau gegen eine Ehrung durch die deutsche Karl-May-Fangemeinde gewehrt. Wollte weder Kult ums Thema noch um seine Person. Der langjährige Old Shatterhand und Geschäftsführer des Elspe Festivals hat jetzt endlich zugesagt., im Rahmen ihres Karl-May-Festes, das vom Donnerstag bis einschließlich Sonntag in Elspe läuft und das Dutzende von heißen Karl-May-Freunden anlockt, wird am heutigen Samstag ein rustikaler Gala-Abend unter dem Titel „Scharlih im wilden Westen von Elspe“ zu Ehren Bludaus stattfinden. Mit von der Partie wird dann auch Marie Versini, die Ntschotschi der legendären Winnetou-Filme, sein.

Extra aus Kroatien angereist ist Demeter Bitenc, der im ersten Winnetou-Streifern den Dick Stone verkörperte. Morgens um 4 hatte er sich gestern in seiner Heimat auf den Weg zum Flughafen gemacht, pünktlich um 11 Uhr war er zur Pressekonferenz vor Ort in Elspe. Sein ganzes Leben sei er von Karl May und dessen Büchern begleitet worden. Was das inzwischen 91-jährige Temperamentsbündel an dem Autoren schätzt? „Karl May hat in seinen Werken für die Menschenrechte gekämpft, speziell für die Gleichberechtigung der Indianer. Und das zu einer Zeit, in der die Amerikaner die roten Stämme grundsätzlich als böse dargestellt haben.“

Skepsis

Den Namen Karl May könne man laut Bludau sicherlich im Umfeld einer aktionsgeladenen Show sicherlich auch weiter vermarkten, aber: „Dem Literaten bille ich keine große Zukunft zu.“ Dem widersprach Bernhard Schmidt, Inhaber des Karl-May-Verlages in Bamberg, der sein 100-jähriges Bestehen feiert. Jährlich werden immer noch weit mehr als 100 000 Karl-May-Bücher verkauft. Der Bamberger Verlag sei damit weltweit der älteste, der ausschließlich die Werke eines einzigen Autoren herausbringe. Schmidt: „Schon ind en 60er und 70er Jahren hat man ein Ende der Ära Karl May prophezeit. Stattdessen kam eine regelrechte Renaissance.“

Maßgeblichen Anteil daran habe Bludau gehabt, so Rene Wagner, Leiter des Karl-May-Museums in Radebeul. Aus einer Laienspielgruppe habe Bludau ein kleines Unterhaltungs-Imperium aufgebaut. Bei der Verpflichtung seiner Schauspiel-Stars immer ein glückliches Händchen bewiesen. Und Bludau, der als Drehbuchautor mit den eingefleischten May-Fans häufig im Clinch lag wegen seines despektierlichen Umgangs mit den Roman-Vorlagen, erinnert sich gerne an die gemeinsame Zeit mit Pierre Brice als Old Shatterhand und Winnetou. on 1976-81 war der Filmstar in Elspe geritten, hatte dann mit einer eigenen geplanten Winnetou-Welttournee Schiffbruch erlitten und gab danach von 1982-87 erneut den edlen Indianerhäuptling in Elspe. Die erste Aufführung auf der riesigen Natürbühne wurde vom Publikum frenetisch gefeiert. Beim Schlussgalopp hatte der damals der deutschen Sprache noch nicht so mächtige Franzose verwundert geschaut. Und seinen Blutsbruder gefragt, ob das Publikum ihn nicht möge, weil es immer Flughafen, Flughafen rufe. Ob er wieder abreisen solle? Bludau schmunzelt noch heute: „Ich konnte ihn schnell beruhigen, seine Fans hatten ihn mit „Zugabe, Zuzgabe“ gefeiert.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik