Aschermittwoch

Die Jugend hört Armin Laschet in Kirchveischede gebannt zu

Armin Laschet (CDU) in Kirchveischede

Politischer Aschermittwoch der CDU NRW mit Ministerpräsident Armin Laschet in Kirchveischede.

Politischer Aschermittwoch der CDU NRW mit Ministerpräsident Armin Laschet in Kirchveischede.

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Kirchveischede.   Politischer Aschermittwoch der NRW-CDU in Kirchveischede: Zum 17. Mal ist die Partei in der Halle des St. Hubertus-Schützenvereins zu Gast.

Als der Musikverein Bilstein Preußens Gloria anstimmt, schaut Maximilian Völkel unweigerlich auf. Erinnerungen werden wach. Die Musiker spielen in der Schützenhalle Kirchveischede, in der sich die NRW-CDU traditionell zum politischen Aschermittwoch trifft. Den 28-jährigen Kirchveischeder verbindet viel mit ihnen: Denn er war selbst Teil des Ensembles. Und hat, wie er sagt, schon oft hier für die CDU Musik gemacht.

Ländlicher Raum ist wichtig

Das ist lange her. Seit nunmehr zwölf Jahren ist der Vertriebler Mitglied in der Jungen Union des Kreises Olpe (JU). Armin Laschet hat er schon etliche Male live gesehen. Von den Socken haut ihn die Rede des amtierenden Ministers diesmal zwar nicht, und dafür liefert er sofort eine Erklärung: „Beim politischen Aschermittwoch geht es darum, durch überspitzte Formulierungen die Konkurrenz anzugreifen. Nur das ist ja gar nicht nötig, denn die SPD zerfleischt sich schon von alleine.“

Während sich Laschet nach Empfinden des jungen Mannes mit verbalen Angriffen also zurückhält, greift dieser umso mehr Themen auf, die auch dem Nachwuchs gefallen. Mit Freude nimmt Völkel wahr: „Die Bedeutung des ländlichen Raumes ist ihm bewusst. Genauso, dass eine gute Infrastruktur mit einem funktionierenden Mobilfunknetz und dem Breitbandausbau ganz wichtig sind.“ Grundsätzlich, sagt Völkel, sei es doch die Einstellung der CDU, die jungen Menschen eine Perspektive biete: „Dies ist die einzige Partei, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und ihm die Chance gibt, sich zu entfalten.“

GroKo ein Thema

Natürlich geht es vor den 600 Zuhörern auch um eine mögliche Große Koalition in Berlin. Begeistert ist das JU-Mitglied von dieser Konstellation allerdings nicht. Er sagt: „Ich favorisiere eine Minderheitsregierung mit der FDP, da sehe ich mehr Schnittpunkte.“

Ann-Sophie Siebert (23) ist anderer Meinung. Die Olperin, seit sieben Jahren Mitglied der Jungen Union, macht sich für eine GroKo stark: „Sowohl wir als auch die SPD haben einen klaren Regierungsauftrag, von einer Minderheitsregierung halte ich gar nichts.“ Entscheidender sei für sie aber auch, dass Laschet erkannt habe, welche Themen jetzt wichtig seien.

„Letztes Jahr waren wir in NRW noch Schlusslicht, doch jetzt geht es wieder bergauf. Die neue CDU möchte die Bürokratie abbauen, die Wirtschaft ankurbeln und die Bildung in den Mittelpunkt rücken.“ Das sei gut so. Vor allem für die jungen Menschen, auch im Kreis Olpe.

Laschet spottet in Richtung Berlin

Ein wenig Konfrontation ist dann doch angesagt: So machte sich Armin Laschet (CDU) über die schleppende Regierungsbildung auf Bundesebene lustig. „Die Älteren erinnern sich noch: Am 24. September hatten wir Bundestagswahl“, spottete er. Nach fünf Monaten stehe die Regierung aber noch immer nicht. Dann spricht er über Tradition und Heimat. „Hier im Kreis Olpe ist die Welt noch in Ordnung“, sagt er.

Das gefällt nicht nur den beiden JUlern besonders gut, lauter Applaus brandet auf. Und obwohl das Ruhrgebiet weit weg ist, verabschiedet sich der Ministerpräsident mit einem lauten „Glück auf!“ Seine Rede macht Appetit auf mehr. Anschließend genießen Maximilian Völkel und Ann-Sophie Siebert Sahnehering und Bratkartoffeln.

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