Karriere

Die Nummer eins im technischen Modellbau kommt aus Olpe

Robin Schneider  ist bester technischer Nachwuchsmodellbauer mit der Fachrichtung Gießerei in NRW und ganz Deutschland.

Robin Schneider ist bester technischer Nachwuchsmodellbauer mit der Fachrichtung Gießerei in NRW und ganz Deutschland.

Foto: Jana Wehmann

Olpe.   Robin Schneider ist bester technischer Nachwuchsmodellbauer mit der Fachrichtung Gießerei in ganz Deutschland – ein vielfältiger Beruf.

Es ist 6 Uhr. Robin Schneider ist früh dran. Er hat viel zu tun. Der erste Gang führt ihn in die große Produktionshalle. Es ist laut. Er gibt die letzten Produktionsangaben ein, drückt auf Start. Die Fräsmaschine fängt an zu brummen und erledigt den Rest. Nun geht es an den Schreibtisch. Ein kurzer Blick auf die gestrige Konstruktion, er überprüft die letzten Details. Makellos - genauso wie die Karriere von Robin Schneider. Denn er ist der beste technische Nachwuchsmodellbauer mit der Fachrichtung Gießerei in ganz Deutschland. Wie er den Titel gewann und zu seiner Ausbildung kam, erzählt der 26-Jähre selbst.

Vor Robin Schneider standen drei Hürden: Der kammer-, landes- und bundesweite Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. Er setzte sich in allen durch, belegte jeweils den ersten Platz. Doch auch bei seiner Gesellenprüfung glänzte er: Gesamtnote 1,5.

Vielfältiger Beruf

Doch was macht ein technischer Modellbauer im Bereich Gießerei überhaupt? „Ich entwickel alles, was eine Form hat“, sagt Robin Schneider, der im familiengeführten Betrieb Modellbau Schneider in Olpe arbeitet.

Sein Chef und Onkel Uwe Schneider fügt hinzu: „Wir arbeiten verstärkt im Armaturenbereich. Man kann sich das so vorstellen, dass wir die Werkzeuge für andere Unternehmen herstellen.“

Robin Schneider begleitet ein Produkt von der Idee bis hin zur Fertigstellung. Ein eigenes Arbeitsfeld hat er deshalb nicht. „Am PC konstruiere ich ein Produkt genau nach Kundenwünschen, kann dann aber auch in die Werkstatt gehen und selbst Hand anlegen“, erklärt der Nachwuchsmodellbauer, „Das ist besonders hilfreich, wenn etwas optimiert werden muss. Dann kann ich das selbst erledigen, egal in welchem Bereich, und muss niemanden dazu holen.“

Die Vielfältigkeit mache seinen Beruf aus. Denn ein Modellbauer sei nicht nur Modellbauer, sondern: „Quasi Konstrukteur, Zerspaner, Messtechniker oder auch Lackierer in einem“, erklärt der 51-järhige Geschäftsführer.

Vor seiner Arbeit im Familienunternehmen absolvierte er bei EMG eine Ausbildung zum Industriemechaniker. „Dort wurde ich aber nicht übernommen. Aber ich bin ja in den Beruf des technischen Modellbauers quasi reingewachsen“, so Robin Schneider und lacht. Rückblickend sei die erste Ausbildung dennoch ein wichtiger Schritt gewesen. Er habe viel für sein jetziges Berufsfeld gelernt. „Außerdem ist es auch etwas anderes, den eigenen Onkel als Chef zu haben. Die Zeit bei EMG war eine gute Erfahrung.“

Überraschende Nachricht

Für seine Gesellenprüfung entwickelte Robin Schneider innerhalb von drei Tagen ein Kupplungsstück. 100 von 100 Punkten. Ein Grund mehr, sich für den Leistungswettbewerb anzumelden. Durch den Sieg auf der Kammerebene qualifizierte sich der 26-Jährige für den NRW-Wettbewerb in Aachen. „Als wir dort ankamen, stellte sich plötzlich heraus, dass ich auch den landesweiten Wettbewerb gewonnen habe“, sagt Robin Schneider.

Eine Prüfungskommission bewertet vorab die einzelnen Gesellenstücke und informiert anschließend die Teilnehmer. „Das ist wohl an uns vorbei gegangen“, sagt sein Onkel und lacht, „Wir haben damit nicht gerechnet.“ Das Rahmenprogramm der Ehrung rundete Ministerpräsident Armin Laschet mit einer kurzen Rede ab und sagt: „Das Handwerk ist und bleibt eine der wichtigsten Stützen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Ohne die Bereitschaft des Handwerks, junge Menschen in seinen Betrieben auszubilden, hätte unser duales Ausbildungssystem keine Zukunft.“

Am vergangenen Mittwoch erreichte Robin Schneider die nächste glückliche Nachricht: „Sie sind Sieger des bundesweiten Wettbewerbs.“ Ein Traum geht in Erfüllung. „Das ist einfach unglaublich“, so Robin Schneider. Sein Onkel fügt hinzu: „Es ist toll. Ich meine, dass Robin tolle Arbeit leistet, das wussten wir alle vorher. Aber dass er auch bundesweit den ersten Platz ergattert, das macht mich sehr stolz.“ Nun geht es für Robin Schneider am 1. Dezember zur Siegerehrung nach Berlin. Auch Rainer Koßmann, Abteilungsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer Arnsberg, freut sich für den Olper: „Das ist sowohl für Robin als auch für den Betrieb ein sehr hoher Erfolg. Bundessieger zu werden, ist wie ein Olympiasieg. Wir gratulieren ihm.“

Für die Zukunft hat der junge Modellbauer auch schon Pläne. Ab Januar beginnt für Robin Schneider die einjährige Meisterschule in Bad Wildungen. „Der Familienbetrieb bleibt für mich in Zukunft sehr wichtig“, so der 26-Järhige. „Er wird auf jeden Fall mehr Verantwortung bekommen“, sagt sein Onkel. Könnte Robin Schneider den Betrieb in Zukunft übernehmen? „Möglich ist alles“, so der Geschäftsführer.

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