E-Mobilität

Die Post im Kreis Olpe setzt auf den StreetScooter

| Lesedauer: 4 Minuten
In Lennestadt, Kirchhundem und Finnentrop sind derzeit insgesamt 16 StreetScooter Work in der Verbundzustellung bei der Deutschen Post im Einsatz

In Lennestadt, Kirchhundem und Finnentrop sind derzeit insgesamt 16 StreetScooter Work in der Verbundzustellung bei der Deutschen Post im Einsatz

Foto: Peter Plugge

Kreis Olpe.   Die Post setzt auch im Kreis Olpe elektrisch angetriebene Transporter ein. StreetScooter fahren summend von Haus zu Haus. Das zahlt sich aus.

Elektromobilität ist in Zeiten der „Diesel-Krise“ und drohender Fahrverbote in Innenstädten in aller Munde. Die Deutsche Post ist auf diesem Gebiet ein Vorreiter und setzt, nicht nur in Großstädten, sondern auch auf dem Land, vermehrt das Elektrofahrzeug StreetScooter Work zum Verteilen von Briefen und Paketen ein.

Doch nicht nur das, sie baut das Fahrzeug auch selbst, an dessen Entwicklung neben der RWTH in Aachen auch die heimische Firmen Kirchhoff Automotive, Gedia und Eibach beteiligt waren. Im Kreis Olpe sind derzeit in Lennestadt, Kirchhundem und Finnentrop insgesamt 16 StreetScooter in der sogenannten Verbundzustellung von Briefen und Paketen im Einsatz. Jetzt bestand erstmals Gelegenheit, sich das Fahrzeug näher anzusehen und über Erfahrungen zu sprechen.

StreetScooter kein Schönling

Der StreetScooter Work wird mit seiner rundlichen Kunststoff-Schnauze und dem angeflanscht wirkendem, kantigen Aufbau keinen Designpreis gewinnen und erinnert ein wenig an den von VW in den 60er Jahren für die Post gebauten „Fridolin“. Auch der spartanische Innenraum mit den glatten Hartplastikflächen begeistert nicht. Soll er auch nicht.

Der StreetScooter ist ein praktisches Arbeitstier, das seine revolutionären Werte in einem doppelten Fahrzeugboden und unter der fest verschraubten „Motorhaube“ verbirgt. Das sind eine Lithium-Ionen -Batterie mit einer Kapazität von 20,4 kw/h und ein Asynchronmotor mit einer Leistung von 48 kW oder 65 PS. Sie verhelfen dem kleinen Transporter zu einer Reichweite von rund 80 Kilometern. Die ist auch Abhängig von der Fahrweise . Durch sogenanntes „Segeln“ kann Energie zurückgewonnen werden. Theoretisch ist eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h drin, die Post-StreetScooter sind aber auf 80km/h gedrosselt.

Werte, die absolut ausreichen, um auch bei uns im Sauerland Briefe, Päckchen und Pakete tagtäglich, auch im Winter, in die Haushalte zu liefern. „Unsere Touren sind maximal 45 Kilometer lang“, erläutert Sebastian Moser, bei der Deutschen Post in Langgöns im Bereich Planung tätig und für den StreetScooter-Einsatz in den Postleitzahlbezirken 57 und 35 mitverantwortlich. Das bedeutet bis zu 200 Mal am Tag anfahren und wieder anhalten, Motor aus, Handbremse fest und umgekehrt.

Nach Feierabend kommt der StreetScooter an die Ladesäule - natürlich mit dem Mennekes-Stecker - und ist nach spätestens sechs Stunden wieder voll Einsatzbereit.

Mit Zustellern entwickelt

Für seine Kernaufgaben wurde der StreetScooter Work in Zusammenarbeit mit Zustellern wie Sabine Pittlick entwickelt. Sie ist von dem kleinen „Stromer“ angetan. Nicht nur, dass ein leises Summen das dieseltypische Nagelns der Bisher verwendeten Transporter ersetzt. Auch der flotte Antritt des Elektromotors und die glatte, durch keine Radhäuser eingeschränkte und von drei Seiten durch große Türen einfach zugängliche Ladefläche des StreetScooters gefällt ihr.

Auch der relativ höheren Ladekante, die in jedem Autotest eine Kritikpunkt wäre, gewinnt sie positive Seiten ab: „Ich muss die Pakete nur einmal anheben“. Der Kastenförmige Aufbau fasst vier Kubikmeter Ladung, die 700 kg wiegen darf, was ebenfalls ausreichend ist. Eine größere Variante, der StreetScooter Work L,mit doppeltem Ladevolumen ist ebenfalls im Programm.

Auch im Winter soll der StreetScooter überzeugen. Zum einen durch gute Schneetauglichkeit des Fronttrieblers, bedingt durch das hohe Gewicht auf der Vorderachse, zum anderen durch seine programmierbare Standheizung, die ihn eine Stunde vor Dienstbeginn beginnt aufheizen, ohne die Batterie leer zu ziehen, wenn er an der Ladestation hängt.

Weniger Wartungsaufwand

Auch wenn der StreetScooter mit einem Anschaffungspreis von 32 000 Euro teurer als die bisher verwendeten Transporter ist, soll er doch auf die Nutzungsdauer hochgerechnet billiger sein.

So entfallen bis auf die Wartung der Bremsanlage alle Inspektionen, die man von einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor gewöhnt ist. Die Batterie ist wartungsfrei und soll eine Lebensdauer von zehn Jahren haben, was abzuwarten bleibt. Auch was dann mit den StreetScootern passiert, ist noch offen. Entweder, sie erhalten eine neue Batterie, oder die weitgehend aus Kunststoff bestehende Karosse wird recycelt. „Älter werden die meisten unserer bisherigen Transporter auch nicht“, verrät Pressesprecher Alexander Böhm.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Kreis Olpe

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER