Stadtentwicklungskonzept

Diskussionen über die Zukunft des Olper Bahnhofsgebäudes

Viele Bürger wünschen sich eine Einbeziehung der Kupferwerke. Im SEK sind sie vermerkt als „Vorschläge, die nicht von der Stadt entschieden werden können“. 

Viele Bürger wünschen sich eine Einbeziehung der Kupferwerke. Im SEK sind sie vermerkt als „Vorschläge, die nicht von der Stadt entschieden werden können“. 

Foto: Birgit Engel

Olpe.   Zwischenstand des städtebaulichen Entwicklungskonzepts: Bürger fordern mehr Einbeziehung in die Kupferwerke. Rückbau der Realschule noch in 2019.

„Wir haben das alte Bahnhofsgebäude mit Gummistiefeln begangen“, erzählte Rainer Kalscheuer von der Planungsgesellschaft DSK, als er in Sachen städtebauliches Entwicklungskonzept (SEK) über den Zwischenstand und die bisherigen Ergebnisse des Erarbeitungsprozesses informierte. Ein Satz, der den rund 80 Anwesenden der Bürgerinformationsveranstaltung – der zweiten nach März 2018 und einer Reihe anderer Beteiligungsverfahren – im Gedächtnis geblieben sein dürfte.

Bahnhof jedem zugänglich machen

Genau dieser Satz stieß nämlich Fritz Klocke, der sich in seiner aktiven Zeit bei den Olper Grünen für den alten Bahnhof eingesetzt hat, sauer auf. „Gummistiefel erinnern mich an Kyrill und chaotische Ereignisse. Dadurch wird schon eine Bewertung vorgenommen“, sagte er und schlug vor, der Öffentlichkeit das Gebäude zugänglich zu machen, um, so wie derzeit beim ehemaligen ‚Kaufhaus Lenneberg‘ und der neuen ‚Olper Mitte‘, sich selbst ein Bild zu machen. Er erinnerte dazu an den Ratsbeschluss, das Gebäude zu erhalten.

„Die Lösung zum Umgang mit dem Bahnhofsgebäude muss noch gefunden werden. Ob Integration, Teilerhaltung oder Abriss“, so Rainer Kalscheuer. Er räumte auf Nachfrage von Stefan Kleine (Heimatverein), welche Rolle das alte Bahnhofsgebäude im städtebaulichen Entwicklungsprozess überhaupt noch spiele, dessen „geschichtliche, identitätsstiftende und emotionale Bedeutung“ ein.

Was schlussendlich damit passiert, soll der Architektenwettbewerb richten, der Anfang nächsten Jahres an den Start geht. Abgesehen davon, dass in der Prioritätenliste der städtebaulichen Planungen das neue Rathaus als „Kristallisationspunkt“ – nach einstimmigem Ratsbeschluss und konzipiert als multifunktionales Bürgerhaus – an erster Stelle steht und sich daran die Rahmenplanung für das gesamte Areal zwischen Kreuzkapelle, Finkenstraße, Franziskanerstraße mit der Verbindung zur Oberstadt und dem Umfeld des Obersees anschließt, wird es in Kürze die ersten Bewegungen geben.

Noch in diesem Jahr soll mit dem Rückbau der Realschule begonnen werden. Was als Zwischennutzung der dann neu gewonnenen Fläche folgen könnte, malte Kalscheuer in schönen Farben: „Ein Beachvolleyballfeld im Sommer, eine temporäre Bühne, Großschirme und Grünflächen, ein Marktplatz im Winter.“

Kupferwerke sind Industriekultur

Den jetzigen Stand des SEK bezeichnete Bürgermeister Peter Weber als Ende der ersten Etappe eines Marathons, der bis Mitte des nächsten Jahrzehnts dauern wird und an dessen Ende der Abriss des heutigen Rathauses steht.

Dass das neue Rathaus zunächst im Fokus stehe, könne die Olperin Ulrike Beckmann durchaus verstehen. Sie betont aber, dass man die Kupferwerke nicht vergessen dürfe, die als erhaltenswerte Industriekultur ein großes Interesse bei den unterschiedlichen Beteiligungsverfahren auf sich gezogen hätten.

Damit bezog sie sich auf die Liste von „Ideen, die nicht von der Stadt entschieden werden können“, die zuvor präsentiert worden war. Im Fall der Kupferwerke ist es so, dass diese sich in Privatbesitz befinden und dazu ein rechtskräftiger Bebauungsplan existiert. Ulrike Beckmann erinnerte jedoch an die Wendener Hütte, die, ebenfalls ehemals im Privatbesitz, heute ein Leuchtturmprojekt alter Industriekultur in Südwestfalen sei.

Besonders charmant und interessant habe Bürgermeister Weber die Anregung gefunden, die Winterbergstraße und deren Weiterführung Richtung Busbahnhof in die Blickachse zu nehmen. „Jeden Tag suchen viele hundert Schüler hier ihren Weg.“ Interessant könnte auch die Zukunft der Dreifachsporthalle werden. Kalscheuer betonte ihre Bedeutung als Frequenzbringer mit hoher Auslastung. Andererseits habe sie auch eine trennende Wirkung bei der städtebaulichen Neuordnung zwischen heutigem Rathaus und Obersee.

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