Ermittlungen

Unfall mit drei Toten in Finnentrop durch Ausweichmanöver?

Auf der B 236 bei Finnentrop hat es am Freitagmorgen einen schweren Unfall gegeben.

Auf der B 236 bei Finnentrop hat es am Freitagmorgen einen schweren Unfall gegeben.

Foto: Markus Klümper

Finnentrop.   Zwei Autos sind auf der B 236 bei Finnentrop frontal zusammengestoßen. Der Audi-Fahrer muss auf der falschen Spur unterwegs gewesen sein.

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 236 zwischen Finnentrop und Lenhausen sind am frühen Freitagmorgen drei Männer tödlich verletzt worden. Ein weiterer wurde schwer verletzt.

Nach Angaben der Polizei sind auf der Bundesstraße ein Audi und ein BMW frontal zusammengestoßen. Die drei Insassen des Audis, 19, 28 und 31 Jahre alt, überlebten den Zusammenstoß nicht, der Fahrer des BMW (59) erlitt schwerste Verletzungen.

Laut Polizei befuhr ein Zeuge die B 236 aus Lenhausen kommend in Richtung Finnentrop und wurde von dem BMW-Fahrer überholt. Kurze Zeit später kam es zu einem frontalen Zusammenstoß auf der Fahrbahn in Richtung Finnentrop zwischen dem BMW und dem entgegenkommenden Audi. Der Audi muss demnach auf der Gegenfahrbahn unterwegs gewesen sein. Ob der Audi-Fahrer möglicherweise dem überholenden BMW hatte ausweichen wollen, oder aus anderen Gründen auf die Gegenfahrbahn geriet, ist unklar. Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Siegen übernommen.

Die Bundesstraße war seit den frühen Morgenstunden zwischen Lenhausen und dem Abzweig zum Industriegebiet Frielentrop in Finnentrop komplett gesperrt und wurde laut Polizeiangaben erst um 14.40 Uhr für den Verkehr wieder freigegeben. Laut Polizeipressesprecher Michael Klein hätte sich ein Sachverständiger zunächst noch die Unfallstelle genauer angeschaut.

Gut 60 Feuerwehrleute vor Ort

„Ich habe schon viele Unfälle gesehen, aber einen Unfall mit drei Toten habe ich noch nicht erlebt“, sagte Finnentrops Feuerwehr-Pressesprecher Uwe Menzebach auf Nachfrage. Ein Lkw-Fahrer aus dem Hochsauerlandkreis war auch Stunden nach dem Unfall noch fassungslos: „Ich stehe hier seit 5.45 Uhr. So etwas habe ich noch nie erlebt. Das Ausmaß des Unfalls ist einfach nur schrecklich.“

Auch Bürgermeister Dietmar Heß war erkennbar bestürzt. Er bedankte sich im Gespräch mit dieser Redaktion für den Einsatz der Wehrkameraden und der weiteren Helfer. „Ich kann nur meine Hochachtung vor der Leistung der Einsatzhelfer äußern. Es ist wirklich brutal für sie und grandios, was sie leisten.“ Mehr wolle und könne er nicht sagen.

Insgesamt waren gut 60 Helfer der Feuerwehr aus den Löschgruppen Lenhausen, Rönkhausen, Finnentrop, Heggen und Bamenohl vor Ort, dazu Notärzte und Rettungswagen. Die Kameraden der Feuerwehr wurden nach dem Unfall von einem PSU-Team (Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte) aus Siegen betreut. Der Gesamtschaden liegt bei über 23.000 Euro.

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