Volkstrauertag

Drolshagen: Alte Gedenktafeln wieder aufgetaucht

Die lange im verborgenen schlummernden Gedenktafeln für die Opfer des Ersten Weltkrieges aus Drolshagen haben wieder einen angemessenen Platz an der Priestergrablege des alten Friedhofes gefunden. Mit-Initiator Rudi Alterauge und Bürgermeister Uli Berghof (rechts) freuen sich über den Standort. 

Die lange im verborgenen schlummernden Gedenktafeln für die Opfer des Ersten Weltkrieges aus Drolshagen haben wieder einen angemessenen Platz an der Priestergrablege des alten Friedhofes gefunden. Mit-Initiator Rudi Alterauge und Bürgermeister Uli Berghof (rechts) freuen sich über den Standort. 

Foto: Josef Schmidt

Drolshagen.   Die Steintafeln, die an die gefallenen Drolshagener des Ersten Weltkrieges erinnern, sind wieder öffentlich ausgestellt.

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Wenn der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Ritter am Sonntag seine Rede am Volkstrauertag auf dem Drolshagener Friedhof halten wird, dann ist der Ort des Geschehens nicht zufällig ausgewählt: Denn die Gedenkfeier findet an der Priestergrablege auf dem Alten Friedhof statt, vor vier steinernen Tafeln, die erst einige Tage dort zu sehen sind. „Bisher“, sagt Bürgermeister Uli Berghof, „hat die Gedenkveranstaltung immer am Ehrenmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs neben der Kirche stattgefunden, aber anlässlich des vor 100 Jahren beendeten Ersten Weltkrieges und der Installation der alten Gedenktafeln halte ich das für sehr angemessen.“ Ausgerichtet werde die Feier vom Schützenverein, er werde eingangs einige Sätze sagen, bevor Jochen Ritter seine Rede halte. Hauptperson, was die Gedenktafeln angehe, so hob Berghof hervor, sei aber Rudi Alterauge.

Tafeln ruhten in einer Garage

Alterauge erinnerte sich vor Ort an eine Anekdote mit dem früheren Pfarrer Udo Linke: „Der wollte die Tafel mit den Soldaten nicht auf dem Friedhof haben.“ Die in Sandstein gehauene Szene zeigt einen Gewehr haltenden Soldaten, der über einen gefallenen Kameraden hinweg stürmt. Zu vermuten sei, so Alterauge, dass auf Linke die Szene zu kriegerisch gewirkt habe. Deshalb sei das Relief dort wieder weggekommen. Die Namens-Tafeln seien in einer Garage des Drolshagener Rathauses gelandet und hätten dort viele Jahre ein Dasein im Verborgenen gefristet.

Der Drolshagener Historiker Dr. Peter Vitt hat in einem umfangreichen Text die Historie des alten Ehrenmales aufgearbeitet. Vitt erinnert dort an die Entstehung: „Die Platten stammen aus der Hand des 1876 in Grevenbrück geborenen Bildhauers Franz Belke, Schüler des Bildhauers Anton Mormann.“

Belke habe zahlreiche Ehrenmale im Kreis Olpe geschaffen, das Ehrenmal für Drolshagen 1923/1924. Der etwa 3,50 Meter hohe Sockel stamme aus der Hand des Maurermeisters Josef Stahlhacke.

Oben auf dem Sockel habe ein Löwe geruht, mit der Vorderpfote über einem Schwert, was Vitt als Symbol für den erhofften künftigen Frieden deutet. Zudem habe in der Seite der Figur ein tödlicher Pfeil gesteckt, was symbolisch für die heldenhaft Gefallenen gestanden habe.

1924 auf Marktplatz enthüllt

Aus dem Vitt-Text geht hervor, dass das Ehrenmal Anfang der 70-er Jahre während der Neugestaltung des Marktplatzes abgerissen worden sei. Der Löwe fand eine neue Heimat im Stadtpark, wo er heute noch zu sehen ist.

Vitt zur aktuellen Entwicklung: „Vor einiger Zeit nahmen sich Mitglieder der Geschichtswerkstatt des Heimatvereins Drolshagen den Platten an, und der Heimatverein gewährte einen Zuschuss zur Restaurierung der Reliefplatte. Die mühsame Nachbearbeitung der drei Platten mit den Namen wurde durch Rudi Alterauge vorgenommen, der bei seiner Arbeit durch Andreas Müller unterstützt wurde.“

Bei der Restauration der Tafeln sei festgestellt worden, dass nicht alle Namen der Gefallenen aufgelistet seien. Vitt hat mittlerweile eine komplette Namensliste aller Gefallenen und Vermissten des Amtsbezirks Drolshagen aller Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts erstellt.

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