Gerüchteküche

Drolshagen: Berghof stellt falsche Windpark-Gerüchte richtig

Geplante Windkraftanlagen heizen im Iseringhauser Grund die Gerüchteküche an. Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof wehrt sich.

Geplante Windkraftanlagen heizen im Iseringhauser Grund die Gerüchteküche an. Drolshagens Bürgermeister Uli Berghof wehrt sich.

Foto: Monika Skolimowska

Drolshagen.   Der Drolshagener Bürgermeister will falsche Gerüchte, die im Iseringhauser Grund verbreitet würden, so nicht stehen lassen.

Die Angst geht um vor zwei riesigen neuen Windrädern entlang der A 4 - vor allem im Iseringhauser Grund. Das wurde am Abend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt deutlich, als Bürgermeister Ulrich Berghof die Gelegenheit nutzte, Dinge klarzustellen, die aus seiner Sicht zu Unrecht im Umlauf seien und die ihn, die Stadtverwaltung und den Stadtrat in ein falsches Licht stellten. Berghof: „Im Iseringhauser Grund herrscht Aufruhr.“ Die meisten Gerüchte, die dort zu dem Thema verbreitet würden, seien aber schlicht falsch.

Berghof holte weit aus und blickte Jahre zurück in die Zeit, in der die Planungen für Windenergieanlagen 2014 Fahrt aufgenommen hätten. Zunächst stellte er aber klar, dass die beiden Investoren für den A 4-Windpark, Gelsenwasser und VSB Neue Energien, bisher keinen Bauantrag an den Kreis gerichtet hätten. Hintergrund: Geplant sind konkret sechs Windräder, jeweils zwei auf dem Gebiet der Stadt Drolshagen sowie jeweils zwei auf Olper und Wendener Flächen.

Kreis genehmigt - oder nicht

Berghof: „Um es noch einmal klar zu sagen. Wir sind nicht Genehmigungsbehörde, sondern der Kreis Olpe.“ Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werde der Kreis einen Antrag, wenn er denn von Gelsenwasser und VSB Neue Energie komme, aber ablehnen. Ablehnen müssen, so Berghof: „Denn die Stadt Drolshagen hat eine im Flächennutzungsplan ausgewiesene und gültige Windkraft-Konzentrationszone.“ Auch, wenn diese kleine Zone bisher nicht mit einem Windrad bebaut worden sei, sei sie ein Ausschlusskriterium für andere Flächen in der Stadt Drolshagen.

Ob das vor einem Gericht allerdings Bestand habe, wenn die Investoren den Bau ihrer Windräder einklagen würden, stehe auf einem anderen Blatt, sei kaum vorhersehbar.

Berghof: „Es herrscht eine große rechtliche Unsicherheit. Und es ist unklar, wohin die Reise geht.“

Selbst die große Politik von Bund und Land dränge in entgegengesetzte Richtungen. Der Bund wolle die Windenergie eher forcieren, das Land dränge auf größere Abstandsregeln zur Wohnbebauung nach dem Vorbild Bayerns.

Berghof: Abwarten der richtige Weg

Vor diesem unsicheren Hintergrund habe auch die Stadt Drolshagen ihre 2014 aufgenommenen Planungen für neue Konzentrationszonen erst einmal auf Eis gelegt. Auch auf Anraten des für die Stadt arbeitenden Experten. Berghof: „Das war und ist der richtige Weg. Wir können derzeit keine Planung vornehmen, die vor Gericht sicher Bestand haben würde.“ Behauptungen, die Stadt habe irgendwelche Fristen versäumt, seien falsch.

Berghof wehrte sich auch gegen das Gerücht, die Verwaltung sei von Gelsenwasser über deren Pläne laufend informiert worden: „Auch das stimmt nicht. Wir sind erst in den offiziellen Veranstaltungen vor einigen Wochen informiert worden.“ Es habe auch keinerlei Verhandlungen zwischen den Investoren und der Stadt gegeben.

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