Segelfliegen

Drolshagen: Erste Alleinflüge mit Baby auf dem Dümpel

Lesedauer: 4 Minuten
Erstflug des Grunau-Baby, von links: Frank Patt, Pressesprecher, Boris Gorski, 2. Vorsitzender LSC-Dümpel; Michael Deisen, Niederlassungsleiter Volksbank Oberberg, Sebastian Besting, 1. Vorsitzender LSC-Dümpel, Beata Przybylek, Geschäftsstellenleiterin Volksbank Oberberg, Carmen Schneider und Basti Koppen, die Projektleiter und -treiber im LSC Dümpel.

Erstflug des Grunau-Baby, von links: Frank Patt, Pressesprecher, Boris Gorski, 2. Vorsitzender LSC-Dümpel; Michael Deisen, Niederlassungsleiter Volksbank Oberberg, Sebastian Besting, 1. Vorsitzender LSC-Dümpel, Beata Przybylek, Geschäftsstellenleiterin Volksbank Oberberg, Carmen Schneider und Basti Koppen, die Projektleiter und -treiber im LSC Dümpel.

Foto: Andreas Arnold / WP

Drolshagen/Bergneustadt.  Eines der populärsten Segelflugzeuge der Vorkriegszeit gibt es auch auf dem Dümpel. Es musste generalüberholt werden. Das war nicht leicht.

90 Jahre alt ist die Konstruktion des Grunau-Babys, eines der populärsten Segelflugzeuge der Vorkriegszeit. Geschätzt 5.000 bis 7.000 Exemplare wurden – vorwiegend in den Werkstätten vieler Segelflugvereine – gebaut. Das „Baby“ war für Generationen von Segelfliegern das Flugzeugmuster, auf dem Fliegen gelernt und die ersten Alleinflüge absolviert wurden.

Auch heute noch hat das Baby einen ganz eigenen Charme: Mit offener Haube, 100 kg leicht und mit seiner durchscheinenden Konstruktion aus Holzrippen und Stoffbespannung hat auch in Zeiten moderner Segelflugzeuge aus Kohlefaser das Baby immer noch seine eigene Fangemeinde.

Es gibt nicht mehr viele Babys, die auch heute noch flugtauglich sind. Eines davon ist im Besitz des LSC-Dümpel aus Bergneustadt. Aber auch an diesem Exemplar haben die 60 Jahre seit seinem Erstflug Spuren hinterlassen. Die Bespannung wurde mit der Zeit rissig, Holzverklebungen mussten nachgearbeitet und Steuerelemente überholt werden. Keine einfache Arbeit, die sich der LSC Dümpel da vorgenommen hat. Hunderte von Arbeitsstunden wurden ehrenamtlich in das Projekt investiert, damit bald auch zu den beliebten Flugplatzfesten auf dem Dümpel das Baby wieder einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden kann.

Ehrgeiziges Projekt

Doch ehrenamtliche Arbeit alleine genügte für dieses Projekt leider nicht. Die Materialkosten für die Generalüberholung lagen bei über 7.000 €, ein Betrag, den der Verein in der derzeitigen Situation alleine kaum stemmen konnte. Denn Corona hat hier wie überall böse Löcher in die Vereinskasse gerissen. Fast 100 Unterstützer haben gemeinsam das Projekt möglich gemacht

Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten kam den Initiatoren die Initiative „Viele schaffen mehr“ der Volksbank Oberberg sehr entgegen. (https://oberberg.viele-schaffen-mehr.de/lass-mich-bitte-wieder-fliegen/blog/) Bei diesem Crowd-Funding Modell für gemeinnützige Projekte beteiligt sich die Volksbank für jede private Spende mit bis zu 10,00 € zusätzlich.

Deshalb rührte der Verein kräftig die Werbetrommel, „Fast 100 Nachbarn und Flugbegeisterte halfen mit größeren und kleineren Beträgen, das Projekt möglich zu machen“, teilt der LSC Dümpel mit Über 3.800 Euro kamen am Ende aus Spenden zusammen, der Rest konnte aus der Vereinskasse finanziert werden und so konnte nach vielen hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit das Baby am vergangenen Freitag seinen offiziellen Erstflug im neuen Kleid absolvieren.

Viele Spender

Gerne hätte der Verein eine große Feier ausgerichtet, die vielen Spender und alle Mitglieder zu diesem Ereignis eingeladen. Corona-bedingt musste die Party jedoch kleiner ausfallen. Wer sich dennoch das Baby einmal anschauen möchte ist eingeladen, den Verein an einem der kommenden Wochenenden einmal am Flugplatz „Auf dem Dümpel“ nahe Bergneustadt zu besuchen. Viele junge und alte Pilotinnen und Piloten des Clubs freuen sich nun darauf, das unnachahmliche „Cabrio-Feeling“ dieses tollen Oldtimers bald selbst zu erleben.

Schnupperwochenende

Bereits mit 14 Jahren kann man die Ausbildung zum Segelflugpiloten beginnen, schon mit 16 Jahren kann die Prüfung zum Segelflugpiloten abgelegt werden. Für flugbegeisterte Jugendliche und junge Erwachsene bietet der LSC Dümpel am 3. und 4. Juli ein Schnupperwochenende Segelfliegen an. Hierbei werden die Nachwuchspiloten und auch immer mehr -pilotinnen zunächst in das Verhalten auf dem Flugfeld eingewiesen und anschließend voll in den Flugbetrieb des Vereins integriert. Auch das praktische Fliegen kommt nicht zu kurz: Bei drei Flügen in Begleitung eines erfahrenen Fluglehrers lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, worauf es bei Start und Landung ankommt und werden zum Teil bereits selbst ihr Flugzeug in der Luft steuern. Wer dann vom Fliegervirus befallen ist kann sofort Mitglied werden und noch in diesem Jahr einen großen Schritt auf dem Weg zur eigenen Pilotenlizenz gehen.

Der Kostenbeitrag für den Schnupperkurs für das gesamte Wochenende liegt bei 60 Euro inklusive aller erforderlichen Versicherungen, der Nutzung der Flugzeuge und der Kosten für die Flugzeugschlepps. Da das Angebot vom Verein stark subventioniert ist, muss die Zahl der verfügbaren Plätze begrenzt werden.

Wer Interesse oder Fragen hat, schickt bitte eine E-Mail an schnuppern@lsc-duempel.de.

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