Seniorenprojekt

Drolshagen und Wenden: Wohnhöfe für Senioren wahrscheinlich

Drolshagens Bürgermeister Ulrich Berghof hat die Idee, in einem kleinen Baugebiet an der Schillerstraße einen Wohnhof zu ermöglichen. Zielvorstellung: Senioren und junge Familien als künftige Nachbarn.

Drolshagens Bürgermeister Ulrich Berghof hat die Idee, in einem kleinen Baugebiet an der Schillerstraße einen Wohnhof zu ermöglichen. Zielvorstellung: Senioren und junge Familien als künftige Nachbarn.

Foto: Josef Schmidt / WP

Drolshagen/Wenden.  Wohnhöfe für Senioren inmitten von Wohngebieten für Familien: Diese Idee wollen auch Bürgermeister im Kreis Olpe umsetzen.

Ein Leben im Alter, nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt, sondern Tür an Tür mit jungen Familien, aber dennoch in erreichbarer Nähe von Pflege- und Betreuungsangeboten - wer will das nicht? Solche oder ähnliche Gedanken mögen den beiden Bürgermeistern Uli Berghof (Drolshagen) und Bernd Clemens (Wenden) durch den Kopf gegangen sein, als ihnen bei einem Termin im Olper Kreishaus mit CDU-Staatssekretär Jan Heinisch aus dem NRW-Bau- und Heimatministerium das Stichwort „Wohnhof“ über den Weg lief. Die beiden blieben dran am Thema, informierten sich in der Vorwoche während eines Termins im Ministerium aus erster Hand und wollen irgendwann Nägel mit Köpfen machen. „Zunächst ist es natürlich eine Idee. Aber für mich hat das Projekt eine hohe Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit“, sagt Berghof.

Konkrete Vorstellungen

Der Drolshagener Bürgermeister, aber auch sein Wendener Kollege Clemens, haben schon ganz konkrete Vorstellungen, wo ein Wohn-Komplex für ältere Menschen in Wohngebiete integriert werden könnte: An der Schillerstraße auf dem alten Bolzplatz in Drolshagen und im Neubaugebiet Obstwiese in Wenden. Clemens: „Es ist kein Geheimnis, dass wir dort drei Grundstücke besitzen, die in Frage kämen.“ Wenn, dann müsse ein solches Projekt aber von einem privaten Investor umgesetzt werden.

Anfragen von vier Investoren

Ähnliche Vorstellungen hat auch Berghof: „Der Flächennutzungsplan gibt hier ein Wohnbaugebiet her, und es gibt bereits Anfragen von vier Investoren, die Interesse haben, hier etwas umzusetzen.“

Mit dem Instrument eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes könnte die Stadt möglicherweise schon für 2021 Baurecht schaffen. Der Investor würde dann auch die Erschließung übernehmen. Zunächst müsse der Stadtrat darüber beraten und entscheiden, wie es weitergehen solle, vermutlich bereits im nächsten Sitzungsblock nach den Sommerferien.

5.200 Quadratmeter

Das etwa 5.200 Quadratmeter große „Sahnestück“ unterhalb des Stadtbades bietet Platz für etwa acht Bauplätze zwischen 400 und 500 Quadratmeter, aber darüber hinaus auch noch mehr als 1.000 Quadratmeter für ein Mehrfamilienhaus mit einem Dutzend Wohneinheiten. Berghof: „So sah zumindest der konkrete Plan eines Investors aus. Und ich denke, dass statt des geplanten Mehrfamilienhauses an dieser Stelle auch ein Wohnhof für ältere Menschen möglich sein müsste, in der Form, wie es uns im Ministerium erörtert wurde.“

Interesse vorhanden

Interessenten für einen solchen Wohnhof sieht Berghof mehr als genug: „Es geht in erster Linie um ältere Menschen, die zwar noch weitgehend selbstständig ihr Leben gestalten können, aber ihre großen Häuser und Grundstücke, wie es sie häufig in unseren Dörfern gibt, in andere Hände übergeben und in Innenstadtnähe umziehen wollen.“

Auf der anderen Seite suchten gerade junge Familien in den Dörfern Möglichkeiten, günstiger Wohnraum erwerben zu können als in der Stadt.

In Mini-Dörfern nichts zu machen

Und gerade für die kleineren Dörfer der Stadt macht sich Berghof keine Illusionen: Die Landesplanung werde dort keine neuen Baugebiete zulassen. Berghof: „Man spricht da sogar von einer Grenze von 2.000 Einwohnern. Wenn aber in kleineren Orten tatsächlich keine neuen Baugebiete ausweisbar wären, würde das für uns bedeuten, dass in den Dörfern überhaupt nichts mehr ginge.“ Hoffnung des Bürgermeisters: Ausnahmeregelungen für unsere größeren Dörfer, wenn dort die Infrastruktur noch intakt sei. Im Klartext: Wenn es ein lebendiges Vereinsleben gebe, eine Feuerwehr, Kindergarten, Gastronomie und so weiter. Für die ganz kleinen Dörfer, ist Berghof sicher, „wird es nichts mehr geben. Da können nur die bestehenden Baulücken geschlossen werden.“

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