Trockenheit

Drolshagenerin schlägt vor, Paten für Stadtbäume zu suchen

Ute Aldenhövel (rechts) sorgt sich um die Stadtbäume in Drolshagen und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein ihrer Mitbürger. Ihr Nachbar Georg Reissaus macht einen ersten Schritt in die richtige Richtung mit selbstgebauten Wassersäcken. 

Ute Aldenhövel (rechts) sorgt sich um die Stadtbäume in Drolshagen und appelliert an das Verantwortungsbewusstsein ihrer Mitbürger. Ihr Nachbar Georg Reissaus macht einen ersten Schritt in die richtige Richtung mit selbstgebauten Wassersäcken. 

Foto: Riem Karsoua / WP

Drolshagen.  Das Leiden der Bäume in Drolshagen machen Ute Aldenhövel zu schaffen. Ihr Vorschlag: Die Bäume bekommen Paten, die sich um die Pflege kümmern.

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Die Trockenheit der Bäume wird zu einem immer größeren Problem. Ute Aldenhövel aus Drolshagen beobachtet das Leiden der Bäume, durch Hitze und Trockenheit, schon seit einiger Zeit. „Die gelben Blätter der Bäume im August und auch, dass der Rosebach leer war, hat mich sehr bedrückt“, erzählt sie.

Deshalb entscheidet sie sich dazu, das Problem selbst in die Hand zu nehmen und appelliert in einem Leserbrief an diese Redaktion an das Bewusstsein ihrer Mitbürger: „Wir müssen das Problem aus der Anonymität herausholen und daraus etwas Persönliches machen. Wir brauchen Paten, die sich um die Pflege der Stadtbäume kümmern.“

Der 77-jährigen ist es wichtig, diese Aufgabe nicht in die Hände der Stadt zu legen. Viel mehr gehe es ihr um die persönliche Initiative der Bürger.

Wassersäcke in Gemeinde Wenden

Dass nicht nur für Menschen, sondern auch für die Bäume eine ausreichende Wasserzufuhr bei Rekordtemperaturen wichtig ist, erkannte die Gemeinde Wenden schon im vergangenen Jahr und brachte an den Bäumen im Wendener Gemeindegebiet „Wassersäcke“ an.

„Das sind Kunststoffsäcke, die man an den Bäumen befestigen und mit rund 60 Litern Wasser befüllen kann. Das Wasser wird dann stetig innerhalb von etwa fünf bis sechs Stunden an den Baum abgegeben“, erklärt Michael Niklas, Leiter des Bauhofs in Wenden, damals das Konzept im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch Georg Reissaus, ein Zimmerer, der nur wenige Straßen von Ute Aldenhövel entfernt wohnt, ist von dem Konzept überzeugt und bastelt sich einen eigenen „Wassersack“, um den Tulpenbaum, den er vor seinem Haus gepflanzt hat, regelmäßig zu bewässern.

„Ich habe einen normalen Müllsack genommen und viele kleine Löcher reingemacht. Den habe ich mit einem weiteren Müllsack aus festerem Material stabilisiert. Durch die Löcher sickert das Wasser langsam in die Erde“, erzählt der 57-Jährige.

Für Ute Aldenhövel ist diese Eigeninitiative der erste Schritt in die richtige Richtung: „Wenn jeder etwas macht, wird schon eine Menge für das Wohl der Stadtbäume getan“, freut sie sich.

Und was sagt die Stadt dazu? „Wir finden es sehr gut, wenn die Bürger erkennen, dass etwas gemacht werden muss und die Initiative ergreifen“, sagt Rainer Lange, Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Drolshagen.

Doch auch die Stadt tut etwas gegen die Trockenheit. In Hitzeperioden werden Wasserfässer auf Lkw gespannt und die Bäume bewässert. Ein Mitarbeiter des Bauhofs entscheide, wann und wo die Bäume bewässert werden müssen.

Über Aldenhövels Aufruf, einen Paten für die Stadtbäume zu suchen, könnte man ebenfalls nachdenken. „Das müssen wir vielleicht bald sogar, wenn es so weiter geht. Wir sind für alle Angebote von Anwohnern offen, die sich um die Bäume an ihrer Straße kümmern möchten.“

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