Satelliten-Projekt

Dumicker Kinder greifen nach den Sternen

Timo (links) hält den Satelliten, an die anschließend der schmale Holzbalken mit der Sparkassen- Figur (in Lenas Hand, Mitte) befestigt wird. Die Handwärmer in Leos Hand (rechts) sorgen für zusätzliche Wärme.

Timo (links) hält den Satelliten, an die anschließend der schmale Holzbalken mit der Sparkassen- Figur (in Lenas Hand, Mitte) befestigt wird. Die Handwärmer in Leos Hand (rechts) sorgen für zusätzliche Wärme.

Foto: Riem Karsoua

Dumicke.  Im Josefshaus in Dumicke tüfteln drei Kinder fleißig an einem Satelliten. Timo, Lena und Leo, erzählen von ihrem außergewöhnlichen Projekt.

Man muss nicht unbedingt die NASA sein, um coole Weltraumexperimente durchführen zu können.

Im Josefshaus in Dumicke tüfteln Timo, Lena und Leo an einem einen eigenen Satelliten aus Styropor und schicken ihn mitsamt einer Kamera und eines GPS-Senders direkt ins All – oder eher gesagt: 35 Kilometer in die Höhe.

Auf die Idee kam Betreuerin Johanna Meier: „Mein Freund Sascha Burghaus hat 2012 ein ähnliches Projekt mit seinen Freunden gestartet und erzählt, dass er so etwas gerne noch einmal mit Kindern machen möchte. Da dachte ich mir, dass es die perfekte Aktion hier im Josefshaus ist“, erzählt die 23-Jährige.

Gesagt getan: Involviert werden die drei ältesten Kinder Timo (12), Leo (10) und Lena (9). Gemeinsam mit Sascha Burghaus wird die erste Styroporsonde gebaut und mit einer Wärmefolie umhüllt.

„Als wir dann den GPS-Sender und die Kamera rein legen wollten, haben wir gemerkt, dass die Styropor-Box zu klein ist“, erzählt die neunjährige Lena. Doch das war für die drei Hobby-Tüftler kein Grund zum Aufgeben. Im Gegenteil: „Jetzt wissen wir, wie wir bei dem neuen Satelliten vorgehen müssen“, erzählt sie mit einer ansteckenden Vorfreude.

Wärme für Kamera und GPS-Sender

Die neue Styroporsonde wird an zwei Nachmittagen gebaut und gut eingepackt, denn „sowohl die Kamera als auch der GPS-Sender müssen gewärmt werden“, wissen die drei Kinder.

Bei dem Experiment kommt auch der Lerneffekt nicht zu kurz.

Auf die Frage von Gruppenleiterin Anja Isabelle Falk, wie die Temperatur in 35 Kilometern Höhe sein wird, antworten die drei gleichzeitig: „Bis - 70 Grad. Deshalb befinden sich im Inneren der Box noch eine zusätzliche Wärmedecke und Handwärmer.“

Die Box werde mit Bändern an einen Helium gefüllten Wetterballon befestigt, erklärt der zwölfjährige Timo. Mit einem schmalen Holzbalken wird eine Sparkassen-Figur angebracht, die auf dem Video zu sehen sein wird.

Eine Stunde lang geht es hoch in die Luft. „Je höher der Ballon steigt, desto weiter dehnt er sich aus. In 35 Kilometern Höhe wird er dann bis zu 12 Meter breit und platzt dann“, erklären sie wie echte Profis. Eine Rettungsdecke sorgt für eine sanfte Landung.

Mit Hilfe des GPS-Senders kann der Satellit anschließend gefunden werden. Die Bilder der Kamera werden von Max Müller vom Medienwerk in Lennestadt ausgewertet und zu einem Film zusammengeschnitten.

Das Einverständnis der zuständigen Behörden wurde selbstverständlich eingeholt. „Die Flugsicherheit ist darüber informiert und hat uns grünes Licht gegeben. Alle Piloten wissen Bescheid, dass ihnen unser Satellit begegnen könnte“, lacht Meier.

Info-Zettel beigefügt

Um auch die anderen Menschen, die den Satelliten finden, zu informieren, ist ein Zettel beigelegt: „Darin steht, wer wir sind, was wir genau machen und unsere Telefonnummer, damit die Finder uns anrufen können“, erzählt Timo.

„Der Satellit könnte auch in Köln landen“, regt Lena an. „Dann weiß man, dass der von uns ist und niemand erschreckt sich wegen der Box“, ergänzt Leo.

Am kommenden Montag, 19. August, geht es für die drei um 14 Uhr mit ihrem Satelliten, der den Namen „LTL“ bekommen hat, auf die Pferdewiese vor dem Josefshaus.

„Ganz viele Dumicker Kinder haben angekündigt, ebenfalls zu kommen“, erzählt Gruppenleiterin Anja Isabelle Falk. Und auch die anderen Kinder fiebern dem Start entgegen.

Neben dem Lerneffekt, den die Kinder mit diesem Projekt erhalten, steht eine Sache ebenfalls an vorderster Stelle: „Sie bekommen das Gefühl, dass sie etwas Besonderes geschafft haben“, freut sich Falk.

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