Valentinstag

Ehepaar Quast aus Dahl: Ihre Liebe beginnt im Treppenhaus

Börnie und Elke Quast feiern jeden Monat an ihrem "B-Day" ihre Liebe. Auch der Valentinstag ist für sie jedes Jahr ein besonderer Tag.

Börnie und Elke Quast feiern jeden Monat an ihrem "B-Day" ihre Liebe. Auch der Valentinstag ist für sie jedes Jahr ein besonderer Tag.

Foto: Verena Hallermann / WP

Dahl.  Elke und Börnie Quast sind verheiratet. Einst haben sie sich im Treppenhaus kennengelernt. Zum Valentinstag erzählen sie ihre Geschichte.

Bernhard Quast sieht seine Frau an. Ein Lächeln liegt auf seinen Lippen, ein Funkeln in seinen Augen. „Ich lieb dich“, flüstert er ihr zu. Elke ist gerührt. Sie weiß, was sie an ihrem „Börnie“ hat. Das Ehepaar sitzt in seinem Wohnzimmer in Dahl. Auf dem Tisch sind Utensilien ihrer Liebe drapiert. Tassen und Kerzen in Herzform, eine selbst gebastelte Glitzer-Schatulle mit einem Schlüssel. Alles in rot, alles ein bisschen kitschig. „Das gehört bei uns einfach dazu“, sagen die zwei Turteltauben und lachen. „Wir schauen uns auch Kitsch-Filme an und weinen gemeinsam.“

Schon nach vier Tagen

Elke und Börnie Quast haben sich 2007 kennengelernt. Es ist der 16. Dezember. Ein Sonntag. Beide sind in Bad Berleburg zur Reha, beide haben neue Kniegelenke bekommen. Elke will mit ihren Schwimmsachen ins Bewegungsbad. Ihr geht es nicht so gut, sie hat Schmerzen. Im Treppenhaus steht dann plötzlich dieser Mann vor ihr. Er streichelt ihr über die Wange und sagt „auf etwas Negatives folgt etwas Positives“. Elke fühlt sich etwas überrumpelt und geht weiter. „Ich dachte, der ist bescheuert“, erinnert sich Elke und lacht. „Ich dachte echt, der hat den Schuss nicht gehört.“ Montagnachmittag kommen sie nach dem Schwimmtherapiekurs das erste Mal ins Gespräch – Mittwoch sagt er ihr, dass er sie liebt. „Wie kann man jemand nach vier Tagen sagen, dass man ihn liebt?“, hat Elke Quast ihn daraufhin gefragt. „Ich habe es damals genauso gemeint“, betont Börnie Quast.

Er denkt heute noch oft an diese schicksalhafte Begegnung. Wie sie die Treppe runtergekommen ist, diese Glücksfee, diese Traumfrau. Er wusste sofort, sie ist es. Im Januar sehen sich die beiden dann wieder, machen einen Spaziergang um die Bigge. Wenig später ziehen sie zusammen – zumindest ins selbe Mehrfamilienhaus, zunächst aber noch in separaten Wohnungen. Heute leben die beiden 60-Jährigen natürlich zusammen, haben sich ihr Liebesnest gemütlich gestaltet. „Wir sind genauso glücklich wie am ersten Tag“, betonen sie. „Und unsere Liebe wird immer tiefer, das gibt es wirklich.“

Während ihrer gemeinsamen Feier zum 50. Geburtstag macht er ihr einen Antrag. Ganz traditionell. Erst hat er ihre Mutter um die Hand ihrer Tochter gebeten, dann die Kinder. Im Café del Sol in Siegen geht er dann vor ihr – und vor allen anderen Gästen – auf die Knie, stellt ihr diese eine Frage. Ein bisschen hatte es Elke Quast geahnt. Er war so furchtbar nervös auf der Fahrt nach Siegen, sein Hemd war durchgeschwitzt, erzählt sie. Natürlich hat sie „ja“ gesagt, ohne zu zögen. „Börnie ist ein Mann, der mich auf Händen trägt“, sagt sie. „Er ist einfach für mich da, weint und lacht mit mir. Wenn mir das damals jemand gesagt hätte, dass ich mal so einen tollen Mann kennenlerne, ich hätte denjenigen für verrückt gehalten.“

Eine Einheit im Alltag

Seit dem 16. April 2010 sind sie nun verheiratet. Natürlich ist das Datum kein Zufall. Jeden Monat feiern sie am 16. ihren Tag der Begegnung. „B-Day“, nennen sie ihn. Mal machen sie einen kurzen Urlaub, mal gehen sie gemeinsam essen – Hauptsache, sie zelebrieren ihre Liebe. Genauso am Valentinstag. Börnie überrascht seine Elke gern mit Blumen. Fahren sie in den Urlaub, nehmen sie ihre Liebestassen sogar mit.

Die beiden sind eine Einheit, harmonieren im Alltag, machen alles gemeinsam. „Häufig fangen wir gleichzeitig den gleichen Satz an“, erzählen Elke und Börnie Quast und schauen sich verliebt in die Augen.

Doch wie lautet ihr Geheimrezept für die Liebe? Es ist der gegenseitige Respekt, die Achtung voreinander, sind sie sich einig. Unterschiedliche Meinungen werden respektiert, die Suche nach einem Kompromiss steht im Vordergrund, die Akzeptanz des anderen. „Wir reden viel und verbringen viel Zeit miteinander“, sagt Elke Quast. „Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.“

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