Zu teuer

Drolshagen: Ehrennadeln statt Goldring und Silberbecher?

Die Stadt Drolshagen ehrt langjährige Ratsmitglieder und verdiente Bürger mit dem Goldenen Ehrenring, der etwa 1.300 Euro kostet. Das wird sich möglicherweise ändern. Preiswertere Nadeln sind im Gespräch.

Die Stadt Drolshagen ehrt langjährige Ratsmitglieder und verdiente Bürger mit dem Goldenen Ehrenring, der etwa 1.300 Euro kostet. Das wird sich möglicherweise ändern. Preiswertere Nadeln sind im Gespräch.

Foto: Stadt Drolshagen

Drolshagen.   Die CDU-Fraktion hat einen Antrag für den Hauptausschuss gestellt. Die Diskussion kann beginnen.

Gold und Silber in Form von etwa 1.300 bzw. 900 Euro teuren Ehrenringen und Ehrenbechern verschenkt die Stadt Drolshagen seit Ende der 70-er Jahre jeweils an die Bürger, die sich besonders um die Stadt verdient gemacht haben. Damit soll jetzt vermutlich Schluss sein. Das Ehrungs-Vergnügen, so die Idee einiger Ratsvertreter, sei zu kostspielig. Ehrennadeln, so ein erster Vorschlag der CDU-Fraktion, täten es auch. CDU-Fraktions-Chef Georg Melcher, selbst im Besitz eines Ehrenbechers, klärt auf, was dahinter steckt: „Die Idee stammt aus den Sitzungen des Arbeitskreises Haushaltskonsolidierung im Oktober 2016. Die Mehrheit war dafür, diese Satzung zu überarbeiten.“ Damals natürlich unter dem Eindruck des Haushaltssicherungskonzeptes, Geld einzusparen, wo es nur gehe. Konkrete Ideen und Vorschläge, so Melcher, seien allerdings seither nicht mehr gekommen: „Ende 2018 hatte ich die Fraktionsvorsitzenden der Ratsfraktionen auf die Sache angesprochen, da in naher Zukunft Entscheidungen über Ehrungen anstehen.“

Im Ausschuss nicht realisierbar

Details, so Melcher, sollten in jedem Fall noch beraten werden. Den jetzt vorgelegten Antrag, statt Ring und Becher künftig nur noch deutlich kostengünstigere Ehrennadeln zu verleihen, „ist erstmal eine Idee von uns.“ Andere Vorschläge seien willkommen.

Die Stadtverwaltung weist im Sitzungspapier zur Hauptausschuss-Sitzung, in der das Thema beraten werden soll, auf formelle Hürden hin. Der CDU-Vorstoß könne so im Ausschuss nicht realisiert werden: „Bei dem Antrag der CDU-Ratsfraktion handelt es sich um eine Satzungsänderung ...bzw Neufassung der Satzung... .“ Eine solche Satzungsänderung könne nur der Stadtrat durchwinken. Zudem sei es erforderlich, detailliert festzulegen, wie denn solche Ehrennadeln aussehen und beschaffen sein sollten.

Auf den seit 1978 verliehenen acht Ehrenringen- und 43 Ehrenbechern sind das Wappen der Stadt zu sehen, darüber hinaus ist der Name des Geehrten und der Verleihungstag eingraviert. Würde in Zukunft nur noch eine Ehrennadel verliehen, so die Verwaltung, dürfe sie nicht zum bloßen „Sticker“ verkommen. Klar sei natürlich, dass Ehrennadeln deutlich kostengünstiger seien.

Rückblick: Den letzten Ehrenring erhielt 2015 Ex-Bürgermeister Theo Hilchenbach, den letzten Ehrenbecher Ex-Beigeordneter Peter Spitzer (siehe Infobox).

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