Thriller

Ein Geschenk veränderte das Leben von Ralf Kwiatkowski

Ralf Kwiatkowski aus Wenden hat seinen ersten Thriller veröffentlicht. Er trägt den Titel "Aufgeräumt"

Foto: Flemming Krause

Ralf Kwiatkowski aus Wenden hat seinen ersten Thriller veröffentlicht. Er trägt den Titel "Aufgeräumt" Foto: Flemming Krause

Wenden.   Ralf Kwiatkowski aus Wenden hat einen Thriller mit dem Titel „Aufgeräumt“ veröffentlicht. In das Buch hat er einige Erfahrungen eingearbeitet.

Noch heute bekommt Ralf Kwiatkowski (50) eine Gänsehaut, wenn er an den 24. Dezember 2014 denkt. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin sitzt der Wendener im Wohnzimmer und packt seine Geschenke aus. Ein Buch ist auch dabei. Genauer: ein Thriller mit dem Titel „Aufgeräumt“. Als er den Namen des Autors liest, traut er seinen Augen nicht. Denn dort steht sein Name. Ralf Kwiatkowski. Daneben ein Portrait von ihm.

Ohne sein Wissen hatte Kwiatkowskis Freundin das Manuskript, das mit wenigen Ausnahmen fertig war – so fehlte unter anderem noch ein Titel –, drucken lassen. Und ihm unter den Weihnachtsbaum gelegt. Es war der Moment, der sein Leben veränderte. Mal wieder veränderte. Und ein Hallowacheffekt. Doch rollen wir die Lebensgeschichte des Wendeners, die eng verbunden ist mit dem 477-Seiten-Werk, von vorne auf.

Die Anfänge

Kleinere Gedichte und Kurzgeschichten, mit 30 oder 40 Seiten Umfang, verfasst Ralf Kwiatkowski schon in seiner Jugend gerne und häufig. Er habe einen Hang zum Schreiben gehabt, betont er, „von der Pike auf habe ich es aber nicht gelernt.“ Zwischenzeitlich nimmt sich der gebürtige Brachbacher eine Schreibpause, aus privaten Gründen. Seine Frau trennt sich von ihm, und auf der Arbeit häufen sich die Probleme.

Ralf Kwiatkowski liest aus seinem Thriller

Ralf Kwiatkowski aus Wenden liest aus seinem Thriller "Aufgeräumt". Es ist sein erstes Buch. Video: Flemming Krause
Ralf Kwiatkowski aus Wenden liest aus seinem Thriller

In zwei Firmen erlebt der Lagerist, wie Kollegen und er selber Opfer von Mobbing werden. „Irgendwann wurde es mir zu viel und ich habe mir die Vorkommnisse aufgeschrieben“, erinnert sich Kwiatkowski, der in der Zwischenzeit eine neue Partnerin kennenlernt und mit ihr nach Wenden zieht. Durch seine Notizen entsteht eine Art Tagebuch.

Eines Tages sitzt er gemeinsam mit seiner „neuen“ Freundin am Esstisch und offenbart ihr, was er auf der Arbeit erlebt. „Sie wollte es mir erst gar nicht glauben“, erzählt der 50-Jährige. Doch als er ihr seine Notizen zeigt, wird sie ganz still – und sagt: „Daraus kannst du einen Roman schreiben.“

Dieser Satz geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, auch wenn beide anfangs über die Idee lachen müssen. „Sie hat mir einen Floh ins Ohr gesetzt“, gesteht Kwiatkowski. Er kann nicht anders und beginnt zu schreiben. Nach der Arbeit, früh morgens am Wochenende – wann immer er Zeit hat, bringt er das Erlebte aufs Blatt.

Die Geschichte

Dabei entsteht ein Thriller, der von Poesie über Pornografie bis zu Brutalität viele Sparten abdeckt.

Mirco Langen, nur Limo genannt, wird zur zentralen Figur seines Werkes, das unter anderem in Brachbach, Wenden, Olpe, Siegen und Hagen spielt. Nach seiner Scheidung trifft Limo auf ein junges Mädchen, in das er sich verliebt. Doch sie will ihn „nur“ mit ihrer Mutter verkuppeln.

Parallel dazu bemerkt Limo merkwürdige Vorgänge in seiner Firma, die offensichtlich Versicherungsbetrug begeht. Er kommt seinen Vorgesetzten auf die Schliche – und muss dafür einen hohen Preis bezahlen: In seine Wohnung wird eingebrochen; seine Schwester, eine Freundin von ihr sowie die Mutter des Mädchens werden umgebracht. Ihm schwant, dass es mit der Firma und den Machenschaften dort zu tun haben muss. Er vertraut sich einem Kumpel an, mit dem er auf eigene Faust ermittelt.

Die Pause

Kurz bevor Kwiatkowski sein Werk vollendet, meint es das Schicksal erneut nicht gut mit ihm. Der Verlust seines Bruders wirft ihn aus der Bahn, rund anderthalb Jahre verliert er die Lust am Schreiben. „Ich war in einem Loch, meine Motivation unten“, erzählt der 50-Jährige. Bis zu jenem Heiligen Abend. Bis ihn das Geschenk zurückholt.

Auch wenn es nicht ganz einfach ist, findet er in dem Südwestbundverlag einen „seriösen Partner“. Mit Lektorin Johanna Ziwich überarbeitet er sein Werk, bevor es auf der Buchmesse in Leipzig im März vorgestellt wird. Nach rund sechs Jahren Arbeit. Es ist sein erstes und sicher nicht letztes Buch. Ein dreiteiliger Politthriller soll folgen. Genauso wie die Fortsetzung von „Aufgeräumt.“ Denn Ralf Kwiatkowski hat wieder Blut geleckt.

Info: Der Thriller „Aufgeregt“ ist in jeder Buchhandlung und im Internet bestellbar. Er kostet 14,80 Euro. Am Freitag, 22. September, liest Ralf Kwiatkowski ab 18 Uhr in der „Leseratte“ in Gerlingen aus seinem Buch vor. Es ist seine erste Lesung überhaupt.

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