Theater

Ein harmonisierendes Paar im Theater der Lennestadt

Szene aus der Tanzstunde: Ever Montgomery (Oliver Mommsen)  und Senga Quinn (Tanja Wedhorn) kommen sich langsam näher. 

Szene aus der Tanzstunde: Ever Montgomery (Oliver Mommsen)  und Senga Quinn (Tanja Wedhorn) kommen sich langsam näher. 

Foto: Barbara Braun

Meggen.   TV-Stars Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen überzeugen mit der unterhaltsamen Komödie „Die Tanzstunde“ im Theater der Lennestadt das Publikum.

Es ist eher untypisch, in einer Theaterkritik mit dem Bühnenbild anzufangen. Aber das Bühnenbild von Julia Hattstein war ungewöhnlich und gab gleichzeitig der Boulevardkomödie „ Die Tanzstunde“ von Martin Woelffer durch die schwarz-weiß bemalten Stoffbahnen den passenden Großstadtrahmen.

Ungewöhnlich war es, weil Hattstein mit perspektivischen Mitteln arbeitete, die schon im 18. Jahrhundert eine große Rolle spielten. Dadurch bekam die Bühne des PZ Meggen, zumindest gefühlsmäßig, die Tiefe einer New Yorker Straße. Da und dort hatte die Komödie aber auch inhaltlich Tiefe.

Ever Montgomery, Autist und Professor für Umwelttechnik, gießt eine Menge Sarkasmus aus: „20 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten werden in 30 Jahren verschwunden sein. Die übrigen Arten sind spätestens in hundert Jahren verschwunden.“ oder: „Wir haben die Welt zerstört. Das ist gar keine Frage mehr. Die Frage ist: Wann zerstört die Welt uns?“

Das Umweltthema ist nicht das Hauptthema, aber es wird bis zum Schluss durchgehalten. Das Hauptthema ist: Wie kommen die am Knie verletzte Tänzerin Senga (Tanja Wedhorn) und der schüchterne Autist Ever (Oliver Mommsen), der zwei Stockwerke über ihr wohnt, zusammen? Sie schaffen es enorm gut und mit jeder Menge Humor.

Thema Beziehungen, Senga: „Ein Onkel von mir ist bis ins hohe Alter mit seiner verhassten Frau zusammengeblieben, weil sie ihm den Blutdruck angekurbelt hat.“ Mommsen hatte ohne Zweifel die Paraderolle: der autistische Professor, der menschliche Nähe nicht ertragen kann, verliebt sich in die Tänzerin. Das machte er großartig. Sowohl der Autist an ihm war glaubhaft als auch der Professor und Liebhaber. Ein absoluter Hochgenuss, wie er im weichen Sitzsack zu verschwinden droht.

Gleichwertige Partner

Doch Tanja Wedhorn ließ sich davon nicht vereinnahmen. Sie bot Mommsen Paroli und war absolut gleichwertig. Ein im komödiantischen Spiel wirklich großartig harmonierendes Paar. Auch das Stück kann man unbedenklich auf Reisen schicken.

Ohne den Untergürtellinien-Bereich zu malträtieren, ist es unterhaltsam bis zum Schluss. Am Ende gab es dann lang anhaltenden Applaus des hoch zufriedenen Publikums, welches das Pädagogische Zentrum Meggen fast bis auf den letzten Platz gefüllt hatte.

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