Infrastruktur

Ein Narrenbrunnen für Attendorn

Die beiden Attendorner Karnevalisten Raimund Isphording (links) und Wolfgang Raring zeigen, wie der „Narrenbrunnen“ aussehen soll.

Die beiden Attendorner Karnevalisten Raimund Isphording (links) und Wolfgang Raring zeigen, wie der „Narrenbrunnen“ aussehen soll.

Foto: Martin Droste

Attendorn.   Zum Jubiläum 2022 soll die Hansestadt um eine Attraktion reicher sein. Idee stammt von Karnevalisten Raimund Isphording und Wolfgang Raring.

London hat die Speakers’ Corner. In der „Ecke der Redner“, am nordöstlichen Ende des Hyde Parks, darf jeder ohne Anmeldung einen Vortrag zu einem beliebigen Thema halten. Einzige Bedingung: Über die britische Königin und ihre Familie darf nicht geredet werden. In Attendorn könnte es demnächst mitten in der Innenstadt eine frei zugängliche Bütt geben. Wer sie betritt, löst keinen Beifallssturm aus, aber einen Wasserstrahl, der in einem originellen Narrenbrunnen landet.

Wenn es nach Raimund Isphording, Wolfgang Raring und ihren Mitstreitern geht, wird die Stadt Attendorn spätestens zum Stadtjubiläum 2022 um eine Attraktion reicher sein. Die beiden Karnevalisten – Raring war 2001 Karnevalsprinz, Isphording regierte 1980 die Narren von Kattfilleria und ist Ehrenpräsident der Karnevalsgesellschaft – haben die Idee für einen Narrenbrunnen von ihren Reisen zur alemannischen Fastnacht im Schwarzwald mit ins Sauerland gebracht. „Als ich nicht mehr Präsident der Karnevalsgesellschaft war, habe ich mir vorgenommen, den Karneval in ganz Deutschland kennenzulernen“, sagt der bestens im Bund Deutscher Karneval (BDK) vernetzte Isphording.

Keine Schnapsidee

Gesagt, getan: Mit seinen Freunden Wolfgang Raring, Gisbert Wilmes und Hubert Klein und Frauen besucht Isphording Hochburgen der alemannischen Fastnacht wie Hausach, Brühl oder in diesem Jahr Offenburg. Als die Hansestädter im baden-württembergischen Gengenbach einen Narrenbrunnen sahen, waren sich Isphording und Raring sofort einig: „So etwas muss Attendorn auch haben.“ An das Stadtjubiläum 2022 hatten sie damals noch nicht gedacht.

Das war im Jahr 2016. „Das war ernst gemeint. Wir hatten keinen Schnaps getrunken“, schmunzelt Raimund Isphording. Von einer Schnapsidee wollen die beiden Kattfiller denn auch nichts wissen. Zumal die Pläne und Planungen für einen Attendorner Narrenbrunnen seitdem immer konkreter geworden sind. Mit im närrischen Boot sitzt auch Stadtarchivar Otto Höffer, der Isphording-Nachfolger als Präsident der Karnevalsgesellschaft „Die Kattfiller“. Unterstützung für die „Initiative Narrenbrunnen“ gibt es vom aktuellen KG-Chef und amtierenden Prinz Karneval, Marc Rohrmann.

„Der Bevölkerung und den Besuchern der Hansestadt soll das Brauchtum Karneval in Bronze gegossen vor Augen geführt werden“, betonen Raimund Isphording und Wolfgang Raring. Wie der „Attendorner Narrenbrunnen“ an der Ecke Niederste Straße/Schemperstraße (gegenüber Papierhaus Frey) einmal aussehen soll, zeigen erste Entwürfe des Architekturbüros Hengstebeck.

Riesiges Konfetti als Grundriss

Den Grundriss des Brunnenbeckens bildet ein riesiges Konfetti. Neben der von hinten begehbaren Bütt (für den Saalkarneval) symbolisieren ein Wagen mit Stadtwappen (für den Straßenkarneval), ein drehbares Mariechen (für den karnevalistischen Tanzsport) und die Symbolfigur Kattfiller die verschiedenen Säulen des traditionsreichen Attendorner Karnevals. Aus dem Boden schießen Wasserfontänen in das niedrige Becken.

Für die Initiatoren ist der „Narrenbrunnen“ mehr als nur ein Symbol für den Karneval. „Das Objekt ist ein aktiver Mitmachbrunnen und soll die Passanten mit einem drehbaren Mariechen und Wasserspielen mit Überraschungseffekten erfreuen“, berichten Raimund Isphording und Wolfgang Raring.

Zur Finanzierung laufen intensive Gespräche, auch mit der Stadt. „Der Narrenbrunnen in der Hansestadt wird einmalig sein in Südwestfalen.“ Darauf sind Isphording und Raring schon jetzt stolz. Genauso einmalig wie die alemannische Fastnacht, von der das karnevalistische Duo aus Klein Köln und seine Freunde so begeistert sind. „Es ist einfach imposant, wenn bei den Umzügen Gruppen mit bis zu 100 Teilnehmern auf dich zukommen, alle in den gleichen Kostümen und mit den gleichen Masken“, schwärmt Isphording. „Vielleicht ist es gut, wenn man nicht weiß, wer sich hinter der Maske verbirgt“, lacht Wolfgang Raring.

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