Krippen

Einzigartige Krippen-Ausstellung öffnet in Scheiderwald

Martin Butzkamm (rechts) und Peter Niklas vor der großen orientalischen Krippe. Hier kommen noch Figuren hinzu und im Vordergrund ein Elefant.

Martin Butzkamm (rechts) und Peter Niklas vor der großen orientalischen Krippe. Hier kommen noch Figuren hinzu und im Vordergrund ein Elefant.

Foto: Roland Vossel / WP

Scheiderwald.  Jede freie Minute werkelt Martin Butzkamm in der Scheune in Scheiderwald an seinen Krippen. Es entsteht eine einzigartige Ausstellung.

23 Menschen leben in Scheiderwald. Bald bilden sie jedoch nur noch eine Minderheit in dem idyllischen Bonsai-Dörfchen im Wendschen. In ein paar Wochen wird es hier nämlich doppelt so viele Krippen wie Einwohner geben. Dafür sorgt Martin Butzkamm, der seit Sommer vergangenen Jahres fast jede freie Minute in der Scheune auf dem Hof Quast verbringt. Er ist der Schöpfer einer gewaltigen Krippen-Landschaft. Es werden etwa 50 unterschiedlichste Krippen sein, die der Besucher bestaunen kann, wenn sich am 24. November der Vorhang hebt zur einzigartigen Krippenausstellung. Die Kunstwerke werden dann hier dauerhaft zu sehen sein.

Schon als Kind fasziniert

Die Augen des 63-Jährigen leuchten, wenn er von seinen Krippen erzählt. Schon als Kind hätten sie ihn fasziniert: „Ich habe mich immer schon mehr für die Krippe interessiert als für den Weihnachtsbaum.“ Mit 12 Jahren habe er dann im Wald eine Wurzel gefunden: „Die habe ich mit dem Fahrrad nach Hause geholt. Es war eine fertige Wurzelkrippe mit einer Höhle. Die habe ich heute noch.“

Von da an packte den 63-Jährigen aus Thieringhausen das Krippenfieber. „Es hat seinen Lauf genommen. Erst habe ich Krippen für Geschwister, Bekannte und Freunde gebaut. Dann habe ich versucht, sie zu veräußern auf Weihnachtsmärkten – mit bedingtem Erfolg. Ich habe aber immer weitergebaut“, erzählt Butzkamm, der als Autodidakt im Laufe der Jahre zum Krippenprofi wurde: „Es war praktisch Learning bei Doing. Erst waren es nur Krippen, später kamen auch Figuren und das Zubehör dazu.“ Heute fertigt er auch Feuerstellen, Brunnen, Wassertränken oder Zäune.

Etwa 1000 Krippen gebaut

Zur Frage, wie viele Krippen er denn in den 39 Jahren gebaut habe, antwortet Martin Butzkamm: „So etwa 1000.“ Für eine Krippe benötigt er „zwischen sechs, sieben Stunden bis hin zu Hunderten von Stunden“. Es sind imposante Krippen-Kunstwerke in der Scheune, in der Butzkamm derzeit noch mit Hochdruck arbeitet. „Das ist toll für Scheiderwald. Es ist faszinierend zu beobachten, mit welcher Detailverliebtheit und Akribie die einzelnen Krippen entstehen“, betont Peter Niklas, Ortsvorsteher von Elben und Scheiderwald.

Ein Blickfang ist eine alpenländische Krippenlandschaft. „Das war irgendwie ein Traum von mir. Ich habe die Stunden nicht gezählt, die ich daran gearbeitet habe. Aber 500 reichen nicht“, sagt der 63-Jährige. Eine Vorlage für die imposante Krippe gab es nicht, sie ist in seinem Kopf entstanden: „Man holt sich Anregungen im Urlaub und geht in Krippenmuseen. In Italien, Österreich und Südtirol gibt es die besten Krippenbauer. In der Krippenszene gibt es Salvatore de Francesco, Angela Tripi und Erwin Auer. Die sind für mich der Mercedes unter den Krippenbauern. Sie haben ihren Meister gemacht und können alles. Mit diesen Leuten tauscht man sich aus und erhält Tipps.“

Auch Steffi Gräve-Lütticke im Einsatz

Imposant ist auch eine große orientalische Krippe, die Martin Butzkamm noch fertigstellen muss. „An so etwas habe ich mich lange Zeit nicht herangetraut. Das ist schon eine Herausforderung. Den Bau der Holztüre habe ich immer wieder probiert. Jetzt kann ich es“, sagt er. Auch ein Elefant kommt noch in die orientalische Krippe.

Den Pinsel in der Scheune im Scheiderwald schwingt derzeit auch Steffi Gräve-Lütticke. Sie sorgt für den richtigen Background für die Krippen. Die Künstlerin aus Drolshagen erhielt von Butzkamm unter anderem den Auftrag, ein alpenländisches Gebirge zu malen. Zudem war auch der Olper Kirchenmaler Rolf Römhild im Einsatz.

Welche Krippe kommt denn im Hause Butzkamm in Thieringhausen unter den Weihnachtsbaum? „Ich wechsele jedes Jahr die Krippe. Das geht von schlicht bis aufwändig. Zum Aufbauen nehme ich mir immer richtig Zeit.“ Zur Frage, wie lange er denn noch Krippen bauen will, meint Martin Butzkamm: „So lange wie ich kann. Ich habe da einfach Spaß dran.“

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