Eisenerz im Tagebau gewonnen

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Attendorn.  Karsten Binczyk und Joachim Hoberg befassten sich bei einer Monatsveranstaltung des Vereins für Orts- und Heimatkunde mit zwei bebilderten Vorträgen mit dem spannenden Thema des Bergbaus im ehemaligen Amt Attendorn.

Karsten Binczyk erläuterte zuerst einen Teil der Geschichte von „Montenovo“ in Heggen, den ehemaligen Terrazzo- und Steinwerken Hans Heitmann, die im Dumberg, rechts neben dem markanten Felsen der Hohen Ley, auf halber Höhe von 1930 bis 1974 tiefschwarzen Kieselschiefer abgebaut haben. Daraus wurde ein Schmucksteingranulat gemahlen, das in polierten Marmorimitaten und als Zusatz in Zierputzen ein Verkaufsschlager war.

Zugang gesprengt

In zwei Tiefensohlen untertage entstand in Jahrzehnten ein dicht verzweigtes Stollensystem von über sieben Kilometern Länge, dessen Zugang nach Aufgabe der Mine allerdings gesprengt wurde. Und doch lassen sich bis heute noch Relikte dieser bemerkenswerten Geschichte im Wald entdecken.

Stollen am Stappenweg

Deutlich schwieriger verhält es sich indes mit den Eisengruben des Mittelalters im Umfeld von Attendorn, mit denen sich Joachim Hoberg beschäftigt. Mit den Stadtrechten und dem daraus resultierenden Bau der großen Verteidigungsmauer im frühen 13. Jahrhundert stieg der Bedarf an sogenanntem Gezähe, dem stählernen Werkzeug für den Abbau des Steinmaterials. Joachim Hoberg sieht hier eine Ursache für die ersten Gruben, die oft im Tagebau betrieben wurden.

Dabei erinnerte er auch an den unvergessenen Heimatforscher Ludwig Korte, der bereits vor vielen Jahren nach Orten der frühen Eisengewinnung in und um Attendorn geforscht hatte. So gab es oberirdische Erzgruben an der Windhauser Straße, im Eckenbachtal oder im Bereich Wippeskuhlen. Aber auch erste kurze Stollen wurden bereits getrieben, etwa am Stappenweg oder auch am Noacken.

Klangvolle Namen für Grubenfelder

Hoberg zeigte zudem detaillierte Karten, auf denen die bergrechtlichen Grubenfelder eingetragen wurden, in die der ganze Bereich oberhalb Attendorns bis hinüber nach Heggen flächendeckend eingeteilt wurde. Namen tauchen dort auf wie Silvester und Mathilde, Thecla und Napoleon, Amos, David oder Bergmann; Felder, für die noch bis vor wenigen Jahren für entsprechende Bergbaufirmen das Recht auf Ausbeutung bestand. Theoretisch hätten sie jederzeit den Tagebau wieder betreiben können. Gut, dass sich die Ausbeutung von Eisenerz in Deutschland nicht mehr lohnt...

Thematisiert wurde auch der Bergbau im ehemaligen Amt Attendorn Land. So zum Beispiel die Grube Faust bei Mecklinghausen, der Seltermicker Stollen am Fahlenscheid oder auch Liesenberg und Nathan zwischen Oberveischede und Apollmicke.

Nach gut zwei Stunden gab es viel Applaus, auch für die spannenden Bilder aus einer „Unterwelt“, die teils seit Jahrhunderten nicht mehr von Menschen betreten worden ist. Wer sich für das Thema interessiert, findet unter www.no-limits-unterwelt.de viele interessante Fotos aus unserer Region.

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