Wettbewerb

Elben und Scheiderwald: „Unsere Bank soll schöner werden“

Die Bewertungskommission testet zusammen mit Neubürgern Bank Nummer 19 von Pate Herbert Arns. Es reichte am Ende zu Platz 2 im Bankpatenwettbewerb. 

Die Bewertungskommission testet zusammen mit Neubürgern Bank Nummer 19 von Pate Herbert Arns. Es reichte am Ende zu Platz 2 im Bankpatenwettbewerb. 

Foto: Privat

Elben/Scheiderwald.  Waldbänker und Bankpaten halten rund um Elben und Scheiderwald die Ruhebänke in einem tadellosen Zustand

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In vielen Orten im Kreis gibt es vergammelnde Ruhebänke (wir berichteten), aber nicht so im Bereich Elben und Scheiderwald, denn in den beiden Dörfern hat man aus dem Problem eine Tugend gemacht.

Dort kümmern sich Waldbänker und Bankpaten um den tadellosen Zustand der Bänke. Und mehr noch: Seitdem es den Wettbewerb „Unsere Bank soll schöner werden“ gibt, der in diesem Jahr nun zum dritten Mal ausgetragen wurde, sind einige einfache Ruhebänke zu echten „Lieblingsplätzen“ erblüht.

Angefangen hat alles schon 2009. Damals sah der damalige Ortsvorsteher Johannes Schneider wegen des Zustands einiger Ruhebänke im Ort dringenden Handlungsbedarf. Und damals wie heute musste der Ortsvorsteher nicht lange bitten und betteln, schnell war die Gruppe „Waldbänker“ gegründet, die sich nach einer Bestands- und Bedarfsanalyse an die Arbeit machte. Seitdem streichen und pflegen sie die rund 50 Bänke in allen Belangen, schneiden frei, mulchen, pflanzen, räumen den Müll weg.

Unterstützt wurden und werden sie dabei vom Verein für Dorfgemeinschaftsaufgaben, der die Geräte wie Freischneider oder Motorsäge stellt, sowie vom Bauhof der Gemeinde, der sie kostenlos mit Farbe und neuen Holzlatten zum Austausch versorgt. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde ist bei uns im Wendschen immer vorbildlich“, so Ortsvorsteher Peter Niklas.

Für ihr besonderes Engagement erhielten die Waldbänker, die zwischen 38 bis 85 Jahren alt sind, im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ 2010 sogar einen Sonderpreis.

Für jede Bank einen Paten

Ein Jahr später wurde die Idee geboren vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in dieses bürgerschaftliche Engagement mit einzubeziehen. Die Resonanz war überwältigend. Am 16. September 2011 fand die Patenschaftsübergabe von über 30 Bänken statt, heute gibt es 40 Bankpaten für 52 Wanderbänke.

Ortsvorsteher Johannes Schneider, der damals als oberster „Dienstherr der Waldbänker Elben“ fungierte, überreichte die Patenschaftsurkunden mit entsprechender Arbeitsuniform, bestehend aus T-Shirt und Kappe.

Bankpatenschaften und Bankregister gibt es auch in anderen Orten im Kreis Olpe, zum Beispiel in Bilstein, Saalhausen, Milchenbach oder Halberbracht. Aber die Elbener setzten noch einen drauf. 2013 gab es den ersten Bankpatenwettbewerb mit dem treffenden Motto „Unsere Bank soll schöner werden“.

Einige Paten nehmen den Wettbewerb recht ernst, obwohl „das alles mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist“, so Peter Niklas. So könne man das Ergebnis durchaus mit einer guten, leiblichen Verpflegung der Bewertungskommission positiv beeinflussen. Die Bewertungskriterien sind dabei: Zustand Bank und Umfeld, Patenschild, Bankname, Bepflanzung, Bewirtung Kommission, Zustand Bankpate, mündliche Erläuterung des Konzepts, Nachhaltigkeit und Sonstiges.

Doch egal ober bierernst oder mit zwinkerndem Auge, der Erfolg des Wettbewerbs ist überwältigend. Alle Bänke sind im tadellosen Zustand und einige wurden mit Blumenkästen, Heckeneinfriedungen oder bildhauerischen Elementen derart „aufgemotzt“, dass man - wenn man einmal sitzt - gar nicht mehr aufstehen möchte.

Dass die Bereisung der Kommission und auch die spätere Preisverleihung - Preise bestehen aus Gerstensaft und Geldpreisen - eine besondere „Gaudi“ und ein dörfliches Event darstellen, müsste hier nicht extra erwähnt werden. In diesem Jahr, zum 10-jährigen Jubiläum der „Waldbänker“, fand bereits der dritte Bankpaten-Wettbewerb statt.

Die Elbener und Scheiderwalder haben bewiesen, dass man mit einem generationenübergreifenden Projekt, bei dem alle viel Spaß haben, Sichtbares für die Allgemeinheit erreichen kann. Das ist gelebte und erlebte Dorfgemeinschaft.

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