Energie

Elektroautos: Das Problem mit den privaten Ladestationen

Wallbox für alle Garagen

Wallbox für alle Garagen

Foto: Rudi Schedl

Kreis Olpe.   E-Autos können auch an private Wandladestationen angeschlossen werden. Doch das kann zu Problemen führen. Was Kaufinteressenten wissen müssen:

Eine Million Elektroautos wollte die Bundesregierung bis 2020 auf deutsche Straßen bringen. Von diesem Vorhaben ist sie mittlerweile wieder abgerückt – und vielleicht ist das gar nicht so schlecht. Denn unabhängig von der Frage, wie sinnvoll es ist, wenn Strom für Elektroautos aus Braunkohle gewonnen wird, müssen sich E-Mobil-Interessenten überlegen, wo sie ihr Gefährt denn wieder aufladen wollen.

Am besten natürlich in der eigenen Garage und am allerbesten mit Hilfe einer auch von den Herstellern propagierten Wandladestation (Wallbox). Aber was passiert, wenn irgendwo in einem Wohngebiet im Kreis Olpe die Pendler abends nach Hause kommen und schnell noch das Auto an die Ladestation klemmen, damit es am nächsten Morgen wieder einsatzbereit ist?

„Dann wird’s dunkel“, sagt Ingo Erhardt, einer der beiden Geschäftsführer der Bigge-Energie. „Muss nicht so sein, kann aber sein.“ Was die meisten Hausbesitzer, die mit der Anschaffung eines E-Mobils liebäugeln, nicht wissen: Die Ladestationen für die Garage, die eine bis zu zehnfache Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu einer Steckdose haben, müssen vor der Montage bei dem örtlichen Versorger angemeldet werden. „Wir wollen nicht abblocken“, sagt Winfried Rohr, Leiter Netzbetrieb Strom, „aber wichtig für uns ist, dass wir wissen, welche Leistung abgefragt wird, damit wir unsere Planungen darauf einrichten können.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bigge Energie der Montage einer solchen Wallbox widerspricht, ist angesichts der derzeitigen Zulassungszahlen zwar gering, aber auch nicht ausgeschlossen.

Typische „Krisenherde“ sind reine Wohnstraßen in den hiesigen Städten, oder abgelegene kleinere Orte, die aufgrund der langen Zuleitungen ohnehin nicht die besten Voraussetzungen mitbringen.

„Sorge“, so Ingo Erhardt, „bereitet mir, dass es die Wallboxen mittlerweile schon im Baumarkt gibt. Wenn dann jemand aus der Bauphase noch einen Drehstromanschluss in der Garage hat, braucht der unter Umständen nicht einmal einen Elektriker, um sich die Wallbox in die Garage zu hängen, und das wird dann ein Problem.“Dass Bigge Energie für die künftigen Ansprüche neue Kabel verlegen muss, ist nach Einschätzung von Erhardt zwar nicht ausgeschlossen, wäre aber auch kein großes Problem.

Die Lösung sieht er in dem, was man unter Smart Grid (Intelligentes Netz) versteht. Netze, die dafür Sorgen, dass dort, wo viele E-Mobile gleichzeitig ans Netz gehen, der Bedarf gesteuert wird: „Wenn die Autos sowieso erst am nächsten Morgen wieder fahren sollen, dann kann man sie doch auch ab zwei Uhr laden“, sagt Rohr. „Da werden wir noch deutlich differenzierte Tarifangebote brauchen.“

Einen Schritt weiter geht die Idee, Elektroautos auch als Energiespender zu benutzen: „Die Autos speichern Energie in ihren Batterien, die könnten Besitzer, die wissen, dass sie ihr Fahrzeug nicht bauchen, zur Verfügung stellen“, so Ingo Erhardt, „mit einem Smart Grid wäre das alles machbar.“

Völlig problemlos für das Netz wären die E-Mobil-Besitzer, die ihr Auto an eine normale Steckdose anschließen. „Dann liegt die Anforderung so im Bereich eines Heizlüfters“ schätzt Rohr und lacht, „damit hätten wir keine Probleme.“ Der Nachteil: Bis zu zehn Stunden muss man warten, bis die Akkus wieder geladen sind.

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