Wissenschaft

Erste „explosive“ Experimentalmesse lockt nach Drolshagen

Dr. Bruno Bieker präsentiert in einer neuen Ausstellungsreihe elektrische Experimente.

Dr. Bruno Bieker präsentiert in einer neuen Ausstellungsreihe elektrische Experimente.

Foto: Lara Schulte

Drolshagen.   Ausstellung noch bis Sonntag, 17. Februar, im Alten Kloster. Besucher können bei verschiedenen Experimenten Elektrizität testen und verstehen.

Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt – diesem Sprichwort geht Bieker & Bieker Elektronik mit Dr.-Ing. Bruno Bieker, Vorsitzender im Kulturverein Drolshagen, auf den Grund: In einer Experimentalausstellung, die noch bis Sonntag, 17. Februar, im Alten Kloster Drolshagen stattfindet, können sich die Besucher an verschiedenen Experimenten ausprobieren. Im Mittelpunkt steht dabei der Spaß.

Zwischen Bandgeneratoren, Hochspannungsgeneratoren und Influenzmaschinen knallt es hier und da. Alles, was vorgeführt wird ist aber ungefährlich, erklärt der Explosionsschutzexperte Dr.-Ing. Bruno Bieker: „Das dient hier alles dem Spaß. Und dass man lernt, woher die Elektrizität kommt, was sie macht und wo sie hingeht.“

Vorsicht vor E-Zigaretten

Explosionen – oder wie Bieker von den Ausstellungsexperimenten spricht: „Explosiönchen“ – werden nicht nur vorgeführt, sondern auch erklärt. Warum kommt es zu einer Explosion? Überraschenderweise führen nicht nur Benzin und Gasaustritt zu einer Explosion, sondern auch der alltägliche Gebrauch von Teppichkleber, Haarspray, Nagellack und Nagellackentferner kann dazu führen, dass „das Haus nachher nicht mehr steht.“ Auch E-Zigaretten gehören zu den Explosionsauslösern: so verursachten diese zwischen 2009 und 2016 landesweit rund 200 Explosionen.

Die Besucher staunen. Und Bieker setzt gleich noch einen drauf: „Es gibt auch gute Explosionen, von denen man sich wünscht, dass sie passieren. Hat jemand von Ihnen schon einmal eine Explosion in unmittelbarer Nähe miterlebt?“, fragt der Explosionsschutzexperte in die Runde. Er erntet Kopfschütteln von allen Seiten. „Sie lügen“, erklärt Bieker und verweist auf das Autofahren, dass ohne die Explosion im Motor nicht möglich wäre. So seien wir alle permanent Explosionen ausgesetzt. Diese veranschaulicht er auch direkt an einem Experiment, bei dem man lieber in Deckung geht: Diethylether wird in einen Glaskolben gefüllt, die Flüssigkeit verdunstet allerdings direkt – schon bei 35 Grad. Betätigt man dann die angebrachte Zündung, fliegt der Plastikdeckel vom Gefäß quer durch den Raum. Bieker lacht als er die erschrockenen Gesichter sieht: „Wenn’s knallt, dann gleich richtig.“

Die Experimentalausstellung zum Thema Elektrizität und Explosionen ist die erste ihrer Art im Raum – sie soll aber nicht die letzte bleiben. Der Kulturverein Drolshagen plant, jährlich im Februar eine Ausstellung zum Thema Naturwissenschaften zu veranstalten. Auf diese Weise sollen auch die heimischen Unternehmen vorgestellt werden. Dabei handle es sich aber nicht um eine Betriebsbegehung, verdeutlicht Bieker: „Wir möchten zeigen, was es bei uns an Betrieben gibt und was überhaupt produziert wird. Denn oft wissen die Einwohner überhaupt nicht, was es hier alles gibt.“

Im nächsten Jahr soll so die Firma KRAH aus Drolshagen neben ihren Produkten besonders das Thema Elektrotechnik vorstellen. Mit diesen Ausstellungen erhofft Bieker sich eine Stärkung der Zusammengehörigkeit in der Rosestadt. „Wir wollen Drolshagen nicht nur stärken, sondern auch zeigen, dass hier was läuft.“

Öffnungszeiten: Montags bis samstags 15 Uhr bis 18.30 Uhr, sonntags 11 Uhr bis 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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