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Erste Hilfe bei Kindern

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Olpe.   Die meisten Unfälle mit Kleinkindern passieren im Haushalt. Das DRK Olpe bietet spezielle Kurse für Eltern und Großeltern an.

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Für viele Eltern und werdenden Eltern ist es ein Horror-Szenario: Der Nachwuchs verletzt sich. Doch wie reagieren sie richtig? Gibt es Unterschiede zur Ersten Hilfe bei Erwachsenen? Damit die Eltern, aber auch Großeltern und Angehörige, in Notsituationen ruhig Blut bewahren können, bietet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) spezielle Schulungen für richtige Maßnahmen bei Kindern und Babys an. „Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass man vorbereitet ist“, berichtet Kursleiterin Iris Gräve vom DRK Olpe, die auch spezielle Weiterbildungen für Erzieher anbietet.

Viele Gefahrenquellen lauern

Für kleine Kinder lauern im Haushalt viele Gefahrenquellen. So zeigt das Bundesgesundheitsministerium in seiner Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) auf, dass im frühen Kindesalter rund 44 Prozent der Unfälle im häuslichen Bereich passieren. Daher führt die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ (BAG) ebenfalls Informationsangebote und Projekte durch, um Erzieher und Eltern in ihren Kompetenzen zur Prävention zu stärken.

„Es gibt einfach zu viele Sachen, die auf Kinder höchst attraktiv wirken, wegen ihrer bunten Farben und tollen Etiketten“, warnt Iris Gräve. Viel zu oft gelangen Kinderhände an Waschmittel, Reiniger, oder ähnlich giftige Haushaltsmittel.

Wie reagiert man nun korrekt? „Vergessen Sie erst einmal die ganzen Sachen, die Sie von Ihrer Oma kennen“, rät Iris Gräve. Denn in den letzten Jahren oder auch Jahrzehnten hat sich viel geändert in der Ersten Hilfe. Das ist auch ein Grund, warum immer mehr Eltern sich dafür entscheiden, vorsorglich einen solchen Kurs zu besuchen. So auch die werdende Mutter Stefanie Gräfener: „Man möchte einfach noch einmal sein Wissen auffrischen. Bei den meisten ist der Erste-Hilfe-Kurs ja auch schon länger her. Und was man speziell bei Kindern beachten muss, ist noch einmal etwas ganz anderes.“

So sieht es auch Stefan Luke vom Schulleitungsteam des DRK Olpe: „Diesen Zusatz zum normalen Erste-Hilfe-Kurs legen wir Eltern, aber auch Großeltern oder wer sonst viel mit Kindern zu tun hat, wirklich immer sehr ans Herz.“ Zumal die Erste Hilfe und Wiederbelebung bei Kindern und Kleinkindern sich noch einmal unterscheidet, von den Hilfsmaßnahmen, welche bei einem erwachsenen Menschen zu treffen sind. „Man nimmt beispielsweise nicht beide Hände zur Hilfe, wenn man die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführt“, nennt Gräve eine der vielen Besonderheiten.

Notruf nicht vergessen

Aber auch dem Verschlucken von Kleinteilen und Spielzeug wird ein besonderes Augenmerk zuteil. „Bei der Wiederbelebung von Kleinkindern überstreckt man beispielsweise den Kopf nicht so sehr, bei Säuglingen nimmt man nur zwei Finger anstatt der ganzen Hand. Es sind einfach kleine, aber feine Unterschiede, die man aber schon einmal angewendet haben sollte“, weiß Iris Gräve und ergänzt: „Es reicht nicht, das Ganze einmal im Leben irgendwo gesehen zu haben. Im Idealfall sollte man schon in Übung bleiben.“ Natürlich kann einer Familie mit dem Kurs allein nicht die absolute Sicherheit gegeben werden. Iris Gräve sieht aber einen entscheidenden Vorteil: „Wenn man weiß, was zu tun ist, und mit einer gewissen Routine zu Werke geht, wirkt das auch für den Verletzten sehr beruhigend und kann helfen, die Situation herunter zu fahren.“

Das Wichtigste für alle Beteiligten sei aber Folgendes. „Werden Sie nicht kopflos. Behalten Sie die Ruhe und konzentrieren Sie sich“, rät Iris Gräve und auch Stefan Luke ergänzt: „Notruf wählen und Ruhe bewahren ist das Beste in einer brenzligen Situation.“

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