Firmung

Erzbischof Becker firmt 53 Jugendliche im Kreis Olpe

Erzbischof Hans-Josef Becker salbt beim Gottesdienst in der Kirche St. Antonius Einsiedler in Iseringhausen die Stirn von Firmbewerber Tom Vennteicher, links im Bild: Pfarrer Markus Leber.

Erzbischof Hans-Josef Becker salbt beim Gottesdienst in der Kirche St. Antonius Einsiedler in Iseringhausen die Stirn von Firmbewerber Tom Vennteicher, links im Bild: Pfarrer Markus Leber.

Foto: Michaela David

Drolshagen/Kirchhundem.  Die erste Firmreise ins Südsauerland führte Erzbischof Hans-Josef Becker am Wochenende in den Kreis Olpe.

Eigentlich wollte Erzbischof Hans-Josef Becker im Frühjahr das Dekanat Südsauerland besuchen – doch dann kam Corona. Umso mehr freute sich der Paderborner Erzbischof auf seine erste Firmreise nach dem Lockdown, die ihn am Wochenende nach Drolshagen und Kirchhundem führte. „Ich bin immer sehr dankbar, wenn ich das Firmsakrament spenden darf. Denn es ermöglicht mir, jungen Menschen zu begegnen und damit auch der Zukunft von Kirche“, sagte Erzbischof Becker anlässlich seiner Reise. Insgesamt 20 Firmgottesdiensten in sieben Pastoralverbünden wird er im Dekanat Südsauerland während der nächsten Monate vorstehen. Alle Gottesdienste werden unter Corona-Vorgaben gefeiert.

Sonntag zwei Gottesdienste in Kirchhundem

Für insgesamt 1.500 Jugendliche im Dekanat Südsauerland war in den vergangenen Monaten lange unklar, wann sie gefirmt werden. Ende Juni war Weihbischof Matthias König zu ersten Firmfeiern in den Pastoralverbund Kirchspiel Drolshagen gekommen. Jetzt spendete Erzbischof Hans-Josef Becker am Samstagvormittag in der Kirche St. Antonius Einsiedler in Iseringhausen 15 Jugendlichen und am Samstagnachmittag in der Kirche St. Joseph in Bleche 20 jungen Menschen das Sakrament der Firmung. Am Sonntag reiste Erzbischof Becker weiter nach Kirchhundem und firmte in zwei Gottesdiensten in der Kirche St. Peter und Paul jeweils 18 Jugendliche. Von Oktober bis Dezember wird er außerdem in Finnentrop, Attendorn, Wenden, Lennestadt und Olpe das Firmsakrament spenden.

Es kommt auf die jungen Menschen an

Er sei froh, dass er nach dem Lockdown endlich wieder firmen und so mit jungen Menschen in Austausch treten könne – nicht nur digital, sondern von Angesicht zu Angesicht, machte Erzbischof Hans-Josef Becker deutlich: „Nach dem Lockdown kann es in der Kirche kein ‚Weiter so‘ geben. Dabei kommt es besonders auf die jungen Menschen an.“ Er baue auf das gute Miteinander der Generationen, das in Zeiten von Corona wichtiger sei denn je. „Ich danke den jungen Leuten für ihre Solidarität mit den Älteren“, betonte der Paderborner Erzbischof.

Im Vorfeld der Firmung war bei allen Beteiligten angesichts der Umstände ein wenig Aufregung zu spüren gewesen: Die Zahlen der Firmlinge pro Gottesdienst mussten beschränkt werden, um den Corona-Vorgaben gerecht zu werden. Die Firmlinge durften nur ihre Eltern und Paten in die Kirche mitbringen, das Firmsakrament wurde von Erzbischof Becker mit Mund-und-Nasenschutz gespendet. Am vergangenen Donnerstag hatten sich die Jugendlichen kurz vor der Firmung getroffen, um den Ablauf der Feier zu besprechen und um vor dem Empfang des Firmsakramentes zu beichten.

Stärkung in besonderer Zeit

Im Pastoralverbund Kirchspiel Drolshagen war ein Großteil der Firmvorbereitung vor dem Lockdown abgeschlossen. „Wir haben mit regelmäßigen E-Mails die restlichen Inhalte für Zuhause aufgearbeitet, damit wir, sobald es möglich wurde, die Firmfeiern nachholen konnten“, beschrieb Gemeindereferentin Cornelia Clemens den Abschluss der Vorbereitung unter „Lockdown-Bedingungen“. Diese „spezielle“ Vorbereitung war auch für die Jugendlichen nicht ganz einfach: „Wir hatten in der Zeit auch mit dem Home Schooling viel anderes zu tun. Außerdem wussten wir ja noch gar nicht, wann die Firmung sein würde“, erinnerte sich eine Firmbewerberin. „Ich finde es gut, dass die Firmung jetzt nachgeholt wird. Es ist ja so etwas wie eine geistliche Unterstützung in dieser Zeit“, fügte eine andere Jugendliche hinzu. Eine weitere Firmbewerberin blickte sogar weiter in die Zukunft: „Mir ist wichtig, dass ich gefirmt werde, weil ich später auch kirchlich heiraten und Pate werden möchte.“

Bei den insgesamt 55 Firmungen im Dekanat Südsauerland unterstützen Erzbischof Hans-Josef Becker außer Weihbischof Matthias König weitere Geistliche: So stehen Domkapitular Dr. Thomas Witt, Domkapitular Dr. Gerd Best, Domkapitular Meinolf Mika, Domkapitular Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Domkapitular Prälat Thomas Dornseifer und Abt Aloysius Althaus aus der Benediktinerabtei Königsmünster den Firmgottesdiensten der kommenden Monate vor. Auch diese Gottesdienste werden unter Corona-Vorgaben gefeiert.

Weitere Firmreisen

Erzbischof Hans-Josef Becker reist in den kommenden Monaten noch mehrfach zu Firmungen ins Dekanat Südsauerland. Die eigentlich geplante Visitation, bei der sich der Paderborner Erzbischof normalerweise mit vielen Gruppen und Engagierten vor Ort austauscht, kann hingegen nicht stattfinden. „Das trübt die Freude ein wenig, weil ich nach dem langen Lockdown gerne mit den Menschen darüber gesprochen hätte, welche Erfahrungen sie in dieser Krisen-Zeit gemacht haben und welche Unterstützung sie brauchen“, stellte Erzbischof Becker fest. Die Firmfeiern, denen er vorsteht, sind aber nach dem Lockdown ein erster Schritt zurück zu mehr Normalität.

Bei den Firmungen in Drolshagen und Kirchhundem erhielten die Jugendlichen zur Erinnerung an ihre Firmung einen potenziellen künftigen „Alltags-Begleiter“: einen neu entwickelten Flyer im handlichen Taschenformat mit Gebeten der christlichen Tradition und einem Gruß und Bild von Erzbischof Hans-Josef Becker: „Gott möge dir – im Heiligen Geist – ein treuer Begleiter sein!“.

Stichwort: Firmung

In der Firmung wird das, was in der Taufe grundgelegt wurde, vollendet und bekräftigt. Die Firmung gehört neben Taufe und Eucharistie zu den Eingliederungssakramenten in die Kirche. Durch die Firmung wird der Einzelne gestärkt und beauftragt zu einem bewussten Leben als Christ in der Nachfolge Jesu. Spender des Firmsakramentes ist in der Regel der Erzbischof oder einer seiner Weihbischöfe.

Die Spendung des Sakramentes erfolgt normalerweise durch Handauflegung und Salbung der Stirn des Firmlings mit Chrisam – bei den Gottesdiensten mit Erzbischof Becker erfolgte sie aufgrund von Corona durch Gebet und Salbung. Dabei spricht der Bischof den Firmling mit seinem Taufnamen an und sagt: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Der Firmling wird durch einen Firmpaten begleitet. Das Mindestalter für den Empfang des Firmsakramentes liegt in Deutschland bei zwölf Jahren. Während der Vorbereitung auf den Empfang des Firmsakramentes helfen Firmbegleiter den Firmbewerbern, ihren Glauben zu vertiefen und die Bedeutung des Firmsakramentes kennen zu lernen.

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