Schlägerei

Essener Gymnasiasten liefern sich Schlägerei im Sauerland

Die Rettungswagen im Burghof der Jugendherberge Burg Bilstein

Die Rettungswagen im Burghof der Jugendherberge Burg Bilstein

Foto: Volker Eberts

Bilstein.  Eine Schlägerei unter Schülern aus Klassen aus Köln und Essen hat einen Großeinsatz im Kreis Olpe verursacht. Vier Zwölfjährige wurden verletzt.

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„Eine kleine Schubserei, eine Ohrfeige“, so Kreis Olpes Polizeipressesprecher Klaus Hochstein, „Streitereien, die jeden Tag auf Schulhöfen passieren“, löste am späten Donnerstagabend in der Jugendherberge Burg Bilstein in Lennestadt-Bilstein (Kreis Olpe) einen Großeinsatz von Rettungskräften aus.

Ausgangspunkt war eine alterstypische Rangelei zwischen Schülern aus zwei Klassen des sechsten Schuljahrs einer Kölner Realschule und eines Essener Gymnasiums, die bis Freitag in der Jugendherberge untergebracht waren. Auslöser soll ein Streit um Holz fürs Lagerfeuer gewesen sein, der dann allerdings eskalierte „und“, so Hochstein, „zu einen ziemlichen Durcheinander führte.“

In den Schwitzkasten genommen

"Da wurde mit dem Stock gedroht und jemand in den Schwitzkasten genommen", sagte ein Polizeisprecher. Bei der Schlägerei kam einer der Schüler zu Fall, fiel über eine Mauer und verletzte sich am Kopf. Einer der Jungen habe nach der Schlägerei über Schwindel geklagt, einer sei auf den Rücken gefallen und habe Prellungen davongetragen, sagte der Polizeisprecher.

Ein Schüler wurde aufgrund seiner unklaren Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber ins Jung-Stilling-Krankenhaus nach Siegen geflogen. Ein anderer Junge wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus nach Siegen gebracht. „Das war rein vorsorglich“, so Hochstein, „beide sind schon wieder entlassen. Zwei weitere Jugendliche wurden bei der Auseinandersetzung leichtverletzt.

Weniger dramatisch als befürchtet

Die Lehrer der Klassen hatten den Notruf gewählt, als die Auseinandersetzung eskalierte. Fünf Mädchen erlitten einen Schock und mussten ebenfalls medizinisch betreut werden, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit.

Im Endeffekt stellte sich die Lage jedoch weniger dramatisch dar als zunächst befürchtet. Wie Lennestadt Feuerwehr-Pressesprecher Christopher Hendrichs betonte, sei gegen 21 Uhr von der Kreisleitstelle ein Notruf mit dem Stichwort "Massenanfall an Verletzten" gesendet worden. "Unsere erste Informationen lautete, dass vier bis sechs Personen verletzt waren", erklärte Hendrichs.

Kompliment für Kreisleitstelle

Vor Ort habe er dann persönlich mit dem herbeigerufenen Notarzt gesprochen, der ihm zunächst zum Grad der Verletzungen aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht keine Auskunft geben konnte. "Wenn ein Notarzt einen Helikopter ruft, wird er einen Grund haben", konnte er zunächst nur vermuten, dass es sich vermeintlich um schwerere Verletzungen handeln könnte. Was sich später so nicht bestätigte. Hendrichs verteidigte dennoch die Entscheidung, mit einem Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr anzurücken. "Das hätte auch anders ausgehen können. Ich sage immer: Lieber einmal zu viel, als zu wenig ausrücken. Insgesamt muss ich der Kreisleitstelle ein Kompliment machen, die haben es vorbildlich gemacht. Der Einsatz ist richtig gut verlaufen."

Eine Einschätzung, die vor Ort offensichtlich nicht von allen Einsatzkräften geteilt worden ist. So wurde die Lehrerin einer der beiden Schulklassen nach Informationen dieser Zeitung Ohrenzeugin einer Auseinandersetzung zwischen Notärzten, in der kontrovers diskutiert wurde, ob bei dem Vorfall überzogen reagiert worden ist.

Zurückhaltend äußerte sich auch Maike Braun, Pressesprecherin des Deutschen Jugendherbergwerkes. Zum Schutz der Beteiligten werde man natürlich keine Einzelheiten preisgeben und sich zu dem Vorfall nicht äußern. Nur so viel: "Wir werden diesen Vorfall jetzt erstmal in Ruhe aufarbeiten und mit den Schulen sowie der Burgleitung in Kontakt bleiben", sagte Braun auf Nachfrage dieser Redaktion.

Rettungshubschrauber im Einsatz

Im Einsatz waren neben den Löschgruppen Bilstein und Grevenbrück der Feuerwehr Lennestadt der Rettungsdienst des Kreises Olpe mit mehreren Rettungswagen und Notärzten, der leitende Notarzt, der organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Rettungshubschrauber Christoph 25, das Deutsche Rote Kreuz, die SEG-Lenne und die Polizei. Gegen 22.30 Uhr war der Einsatz wieder beendet.

Da die Klassenfahrt am Freitag ohnehin endete, blieben die Schulklassen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag noch in der Jugendherberge in Bilstein.

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