Gericht

Falschgeld in der JVA Attendorn: Haftstrafe für 29-Jährigen

Um Falschgeld ging es bei einem Prozess im Olper Gericht.

Um Falschgeld ging es bei einem Prozess im Olper Gericht.

Foto: Roland Vossel / WP

Olpe.  29-Jähriger kauft in der Haft in Attendorn falsche 50-Euro-Scheine. Das Olper Schöffengericht verurteilt ihn zu einer Freiheitsstrafe.

Aus der Zelle führten Justizbeamte den 29-Jährigen in den Gerichtssaal. Nach der Verhandlung vor dem Olper Schöffengericht ging es für ihn dorthin zurück und weiter in die JVA Geldern. Er wird noch lange in Haft sitzen. Die Verbüßung von vier widerrufener Bewährungsstrafen dauert noch bis 19. Dezember 2021. Mit der jetzigen Verurteilung kommen drei weitere Monate hinzu.

Zwei falsche Fuffziger

Schon als Jugendlicher legte der Angeklagte eine beachtliche kriminelle Karriere hin. Immer wieder sind es Diebstähle, Unterschlagungen, Betrügereien, Hehlereien und Erschleichungen von Leistungen. Das Delikt, für das er jetzt die Anklagebank drückte, war für ihn jedoch neu: Geldfälschung. Am 14. Juni 2018 kaufte er von einem Mitgefangenen in der JVA Attendorn zwei falsche 50-Euro-Scheine zum Stückpreis von 25 Euro. Am Wochenende wollte der damals im offenen Vollzug sitzende Mann die beiden Blüten ausgeben.

Bestellung bei Burger King

„Ich wollte den drei Kindern meiner Verlobten etwas Gutes tun“, so der geständige 29-Jährige. Er habe sich aber zunächst nicht getraut und erst am Sonntag vor der Rückreise aus dem Hafturlaub nach Attendorn bei Burger King in Köln Essen für 3,52 Euro bestellt: „Ich habe gedacht, ich probiere das mal aus.“ Als er mit einem 50-Euro-Schein bezahlte, flog der Schwindel schnell auf. „Eine Kollegin kam zu mir. Ich habe den Schein gegen das Licht gehalten. Da fehlte in der Mitte ein Streifen. Wir haben ihn festgehalten, bis die Polizei kam“, sagte ein Burger King-Mitarbeiter.

Für den 29-Jährigen hatte sich der offene Vollzug damit erledigt. Immerhin gestand er die Tat sofort und gab den Namen des Verkäufers preis. Es habe damals Infos von Inhaftierten gegeben, dass in der JVA Attendorn Falschgeld in Umlauf sei, so ein Justizvollzugsbeamter. Durch den Hinweis des Angeklagten konnten weitere 1.000 Euro Falschgeld gefunden werden.

Drei Monate zusätzlich

Staatsanwältin Tanja Sotelsek forderte unter Einbeziehung einer achtmonatigen Strafe beim Amtsgericht Kassel eine neue Gesamtstrafe von elf Monaten, also drei Monate zusätzlich. Sie ging von einem minderschweren Fall aus, da es sich nur um zwei Scheine von schlechter Qualität handelte und diese ja auch nicht in Umlauf kamen. Gegen den Angeklagten sprächen aber die Vielzahl von Vorstrafen und dass er die Tat im Vollzug begangen habe.

Verteidiger Erkan Görgülü bat um eine milde Strafe: „Er wollte nur mal ausprobieren, ob das klappt. Ich weiß auch, dass er kein unbescholtener Bürger ist, aber so etwas hat er noch nicht gemacht.“ Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwältin. „Er hat den Verkäufer genannt und die Ermittlungen haben zu weiteren Erkenntnissen geführt. Wir haben auch berücksichtigt, dass er noch eine lange Zeit zu verbüßen hat“, meinte Richter Richard Sondermann.

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