Großer Zapfenstreich

Feierlicher Abschied für Dirigent Erwin Völkel

Der Große Zapfenstreich im Burghof der Burg Bilstein

Der Große Zapfenstreich im Burghof der Burg Bilstein

Foto: Michael Siebeneich

Bilstein.   Mit einem Großen Zapfenstreich auf Burg Bilstein hat der Musikverein Bilstein seinen Dirigenten Erwin Völkel im würdigen Rahmen verabschiedet.

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Es war ein außergewöhnlicher Abend in einem außergewöhnlichen Ambiente. Und sogar der Regen hielt inne, als der Musikverein Bilstein 1888 seinen scheidenden Dirigenten Erwin Völkel mit einem Großen Zapfenstreich im Bilsteiner Burghof „Danke“ für 19 Jahre an der Spitze des Vereins sagte.

Bei einem Empfang vor dem Zeremoniell zeigte Martin Steinberg, 1. Vorsitzender des Musikvereins, im Rittersaal und im Beisein von vielen Freunden und Weggefährten den Werdegang des Dirigenten, der untrennbar mit der Entwicklung des Vereins verbunden ist, auf. „Du warst immer da. Dein Engagement ging weit über deine Dirigententätigkeit hinaus. Mit dir haben wir erstmals eigenständige Konzerte aufgeführt. Bei Marschmusik oder Zapfenstreich konnten wir von deiner Erfahrung als ausgebildeter Diplomorchestermusiker profitieren. Wir freuen uns, dass du weiterhin als Musiker und als Ausbilder unseres Nachwuchses zur Verfügung stehst“, so Steinberg an die Adresse des musikalischen Leiters, der viele Jahre als Tubist im Militärmusikdienst der Bundeswehr diente, zunächst beim Ausbildungsmusikkorps in Hilden, dann im Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen und zuletzt im Heeresmusikkorps Veitshöchheim bei Würzburg. Heinz Rinscheid, Vorsitzender des Bilsteiner Schützenvereins, überbrachte den Dank der Vereine im oberen Veischedetal: „Du bist und warst immer ein kompetenter Ansprechpartner für das kulturelle Aushängeschild unserer Dörfer.“

Erwin Völkel selbst gab den Dank an den Verein zurück, erinnerte an seine ersten Gehversuche als Jungmusikant und daran, dass das Musizieren im Posaunenregister des Musikvereins Grundstein und Motivation für seine musikalische Karriere war. Martin Steinberg dankte auch allen Beteiligten, die diesen denkwürdigen Abend mitgestalteten. Kaum einer der beteiligten Vereine musste sich lange bitten lassen, bei diesem Großen Zapfenstreich dabei zu sein, ein weiterer Ausdruck für die Beliebtheit des aus Kirchveischede stammenden Musikers Erwin Völkel.

Imposantes Bild

So war es ein imposantes Bild, als der Musikverein Bilstein unter Leitung seines neuen Dirigenten Andreas Regeling nach Einbruch der Dunkelheit zusammen mit dem Tambourcorps Oberelspe und den Ehren- und Fahnenabordnungen der Schützenvereine aus Oberelspe, Halberbracht, Maumke, Kirchveischede und Bilstein, wo der Musikverein seit Jahren die Schützenfeste musikalisch gestaltet bzw. mitgestaltet, in den illuminierten Burghof einzog, begleitet von den Fackelträgern der Feuerwehr.

Die kommandierende Leitung des Zapfenstreichs hatte der Ehrenmajor des Schützenvereins Bilstein, Willi Cramer, übernommen. Das gute Zusammenwirken aller Beteiligten kommentierte Martin Steinberg mit den Worten: „So funktioniert Ehrenamt bei uns auf den Dörfern.“ Er dankte in dem Zusammenhang auch Herbergsmutter Sandra Antzek für die gute Kooperation.

200 stille Genießer

Rund 200 Schaulustige hatten sich zum Großen Zapfenstreich mit Serenade eingefunden. Alle verhielten sich während der Musikvorträge mucksmäuschenstill, um die feierliche Atmosphäre nicht zu stören. Als besonderes Stück nach der Zeremonie präsentierte der Musikverein das emotionale „Music“ . Nach dem letzten Akkord meldete Ehrenmajor Willi Cramer den Zapfenstreich ab: „Herr Völkel, ich melde den Großen Zapfenstreich zu Ihren Ehren und als Dank für Ihre Leistung als Dirigent des Musikvereins Bilstein ab!“ Großer Applaus brandete auf.

„Nein“, sagte Völkel nach dem offiziellen Teil, Tränen habe er nicht in den Augen gehabt. Aber dass sich der 52-Jährige über diesen besonderen Abschied seiner Dirigentenkarriere in Bilstein mehr als gefreut hat, war ihm anzusehen.

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