Mähraupe

Ferngesteuerte Raupe mäht den Biggedamm bei Attendorn

Während Sven Kotyl mit der Fernsteuerung auf dem geraden Weg steht, mäht die Raupe den steilen Abhang des Biggedamms.

Während Sven Kotyl mit der Fernsteuerung auf dem geraden Weg steht, mäht die Raupe den steilen Abhang des Biggedamms.

Foto: Peter Plugge

Attendorn.   Steilhänge wie der Biggedamm sind schwierig zu mähen. Der Ruhrverband setzt deshalb eine ferngesteuerte Mähraupe ein. Das High-Tech-Gerät ist bis zu 55 Grad Neigung einsetzbar.

Mäharbeiten auf der steilen, begrünten Seite des Staudamms der Biggetalsperre waren in der Vergangenheit eine körperlich sehr anstrengende und auch nicht ganz ungefährliche Arbeit, musste man zu Fuß mit einem Balkenmäher an der Böschung arbeiten und das Mähgut anschließend abharken.

Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Der Ruhrverband hat eine Mähraupe angeschafft, mit der, aus sicherer Entfernung funkferngesteuert, selbst die steilsten Flächen an der Bigge-, Lister- und Versetalspere sowie am Ahauser Stausee gemäht oder besser gemulcht werden können.

Kaum Schäden an der Grasnarbe

Sven Kotyl ist an der Biggetalsperre Bediener der Raupe, die gefahrlos auf Flächen mit Steigungen bis zu 55 Grad eingesetzt werden kann. Selbst an diesem Herbstmorgen mit nassem Gras und aufgeweichtem Untergrund macht die Kettenraupe ihrem Namen Green Climber alle Ehre. Sie zieht problemlos ihre Bahnen und hinterlässt, von größeren Lenkbewegungen einmal abgesehen, keine Schäden an der empfindlichen Grasnarbe des Biggedamms.

Aus diesem Grund verzichtet Sven Kotyl auch auf Wendemanöver am Hang, wobei eine Kette bis zum Stillstand abgebremst werden müsste, und mäht immer nur in eine Richtung.

Während die Mähraupe ihre Arbeit tut steht Kotyl, zwar konzentriert, aber körperlich entspannt auf einem Weg und Steuert das Gefährt. „Ich könnte bis zu 300 Meter entfernt stehen“ erläutert er, „doch ich bin lieber dichter dran. Dann sehe ich mehr, erkenne Hindernisse und etwaige Fremdkörper und kann die Raupe effektiver einsetzen“. Außerdem hört er an der Drehzahl des 50 PS starken Dreizylinder-Dieselmotors, wie schwer die Maschine arbeiten muss und ob sich der Mulcher vielleicht zugesetzt hat.

Diverse Möglichkeiten

Die Mähraupe bietet ihm einige technische Möglichkeiten, die er alle über ein Kontrollpanel steuern kann. Unter anderem kann Kotyl während der maximal 9 km/h schnellen Fahrt der Raupe hydraulisch die Spurweite der Kettenlaufwerke um bis zu 40 cm verstellen und den 1,30 Meter breiten Mulchkopf, er sich automatisch zum Untergrund ausrichtet, nach rechts oder links verschieben, was die Arbeitssicherheit erhöht. Auch kann er die Geschwindigkeit der beiden Gummiketten unabhängig voneinander steuern, was bewirkt, dass die Raupe ohne größere Lenkeingriffe stets parallel zum Hang fährt.

Der eingesetzte Schlegelmulcher ist in der Lage, auch Buschwerk und Äste bis zu einem Durchmesser von drei Zentimetern zu zerhäckseln. Bisher musste er nur vor einer Wolldecke, die im hohen Gras lag und sich um die Welle wickelte, kapitulieren.

Zwar ist ihm die Raupe auf nassem Untergrund schon mal ein stück weit abgerutscht, doch Angst vor Unfällen hat Sven Kotyl, der eine umfassende Einweisungin die Bedienung der Raupe erhalten hat, bevor er mit ihr arbeiten durfte, nicht. „Es ist fast unmöglich, die Raupe umzuwerfen“, sagt er, und auch Festfahren auf matschigem Untergrund geht kaum.

So viel Technik hat ihren Preis. Fast 60 000 Euro hat sich der Ruhrverband die Mähraupe inklusive Mulcher kosten lassen. Weiteres Zubehör, vom Forstmulcher bis zum Schneeräumschild wird angeboten. Bisher hat die Mähraupe, die dreimal im Jahr am Biggesee zum Einsatz kommt und mit der Sven Kotyl, in Zusammenarbeit mit einem Kollegen, der mit einem Trecker eben Flächen mulcht, den Biggedamm und den des Ahauser Stausees bei optimalen Verhältnissen in nur zwei Tagen mäht, weitestgehend problemlos und zur Zufriedenheit des Ruhrverbands ihren Dienst getan.

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