Strömungsretter

Feuerwehr probt mit DLRG im Listerbach

Unterbrandmeister Daniel Lütticke (rechts) hat Strömungsretter Tobias Jung am Haken und kann ihn aus dem Wasser ziehen.

Foto: Martin Droste

Unterbrandmeister Daniel Lütticke (rechts) hat Strömungsretter Tobias Jung am Haken und kann ihn aus dem Wasser ziehen.

Attendorn.   Die Feuerwehren aus Attendorn, Olpe, Drolshagen und Meinerzhagen proben gemeinsam mit der DLRG den Ernstfall.

Seinen letzten Einsatz als Strömungsretter wird Felix Hilchenbach nicht so schnell vergessen. Zusammen mit 60 Einsatzkräften von Feuerwehr und DLRG hatte es der 24-Jährige von der DLRG-Ortsgruppe Drolshagen Mitte November 2017 mit der spektakulären Rettung von vier Kühen zu tun, die von einer Weide ausgebrochen und in der Listertalsperre nebenan gelandet waren. Die ungewöhnliche Bergungsaktion hatte ihre Tücken, aber am Ende konnten alle Rindviecher in den warmen Stall gebracht werden.

Am Samstag drehte sich für Felix Hilchenbach, seine Kameraden aus dem DLRG-Kreis Olpe und die Feuerwehren aus Attendorn (Neu-Listernohl), Olpe, Drolshagen und Meinerzhagen wieder alles um das Thema Wasserrettung. Seit einem tragischen Kanu-Unfall am 29. Juli 2011 auf der Listertalsperre arbeiten die drei Anrainerkommunen aus dem Kreis Olpe und die Nachbarn aus dem Märkischen Kreis im Arbeitskreis Wasserrettung zusammen. Damals wurde zwar ein 14-jähriger Junge gerettet, sein Vater konnte von Tauchern aber nur noch tot geborgen werden.

Spezialisten gefragt

Rund um Hunswinkel wurde am Samstag der Ernstfall geprobt. Die angenommene Übungslage: Ein Person war in den Listerbach gestürzt und musste gerettet werden. Immer wieder ließen sich die Spezialisten für diesen Ernstfall, die sogenannten Strömungsretter, in das kalte Wasser fallen und mit den Fluten mittreiben, um dann einige Meter weiter von Einsatzkräften der Feuerwehr mit einer Leine bzw. einem Wurfsack fixiert und ans glitschige Ufer gezogen zu werden.

Das Wasser floss an diesem Vormittag mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde. „Das ist nicht besonders schnell“, sagte Robin Quast von der DLRG-Ortsgruppe Wenden. Und ganz so kalt war der Listerbach an diesem 10. März auch nicht. Vor ein paar Wochen sah das noch anders aus. „Das war ganz schön kalt“, friert der 22-Jährige Strömungsretter noch immer ein bisschen, wenn er an die Übung im Februar in der eisigen Bigge bei Attendorn denkt.

Im Einsatz waren bei der Großübung in Hunswinkel, die in dieser Form und dieser Zusammensetzung zum ersten Mal durchgeführt worden ist, auch die DLRG-Strömungsretter Nils David von der Ortsgruppe Drolshagen und der Attendorner Maximilian Glingener. An das DLRG ist der 22-Jährige durch einen Freund gekommen. Den Bootsführerschein hat der Industriemechaniker auch gemacht. Zusammen mit ihrem Kollegen Felix Hilchenbach waren die beiden mit ihrer Spezialkleidung und –ausrüstung am Standort Pegel Börlinghausen gefordert.

Die in den Listerbach gestürzte Person, die sie retten und bergen sollten, hätte es an dieser Stelle schwer gehabt, sich aus eigener Kraft die steile Böschung hochzuziehen. Aber mit vereinten Kräften – unten die drei DLRG-Strömungsretter im knietiefen Wasser und oben die Kameraden von der Feuerwehr am sichernden Seil – war es kein Problem, den Dummy (eine Gummipuppe) mithilfe einer Leiter und einer Trage aus dem Wasser an Land zu holen.

Die rettende Leine

Eine Station weiter in Richtung Hunswinkel ließ sich Tobias Jung von der DLRG-Ortsgruppe Oberhundem im Bach treiben. Mit einem kräftigen Wurf schmiss ihm Unterbrandmeister Daniel Lütticke die rettende Leine zu. Der Brandschützer aus Olpe hatte vor ein paar Jahren schon den Ernstfall erlebt. Damals war ein Mann bei Dahl ins Wasser gefallen, konnte sich aber aus eigener Kraft ans Ufer retten. Neben der Feuerwehr hatte die Leitstelle automatisch die DLRG-Ortsgruppe alarmiert.

Beobachtet wurde die gemeinsame Übung der Feuerwehren aus Neu-Listernohl, Drolshagen und Olpe mit den Löschzügen Haustadt und Valbert aus Meinerzhagen vom Olper Kreisbrandmeister Christoph Lütticke und seinem Kollegen Dieter Grefe aus dem Märkischen Kreis.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister kommt aus Altena, und dort fließt die Lenne noch ein bisschen schneller. „Die Zeiten von mein Feuer – dein Feuer sind glücklicherweise schon lange vorbei“, ist Lütticke froh über die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren untereinander und mit dem Nachbarkreis. Das gelte auch für die Kooperation von Feuerwehr und Hilfsorganisationen. „Das hätte es früher so nicht gegeben“, betont der oberste Brandschützer des Kreises Olpe.

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